Star Ocean: Till the End of Time

Test Christian Schönlein

Star Ocean: Till the End of Time Fayt Leingod und seine Familie haben mal wieder dringend Urlaub nötig. Deswegen wollen sie im Weltraum-Ressort Hyda IV so richtig ausspannen. Zu dumm, dass der friedliche Urlaubsplanet just in dem Moment, in dem es sich Familie Leingod gemütlich gemacht hat, von einer interstellaren Supermacht attackiert wird. Fayt wird von seiner Familie getrennt. Viel Zeit, die lieben Eltern zu suchen, bleibt ihm aber nicht. Um sein eigenes Leben zu retten, muss der blauhaarige Jüngling mit einer Rettungskapsel flüchten, die zu allem Überfluss auch noch eine Bruchlandung auf einem unterentwi- ckelten Planeten hinlegt. Um die Sache noch verwirrender zu machen, wird Fayt hier von einem blonden Haudegen aufgelesen, der den Befehl hat, Fayt zu seinem Anführer zu bringen.

So weit, so komplex
Die Storyline von Star Ocean: Till the End of Time ist so komplex, dass sie gleich zwei DVDs in Beschlag nimmt. Erfreulicherweise wird dabei aber dennoch stets für Abwechslung gesorgt. Während man sich auf der ersten DVD zum Großteil auf einem unterentwickelten Planeten austobt, der der mittelalterlichen Erde ähnelt, darf man auf der zweiten Scheibe wieder in futuristischere Gefilde zurückreisen. Einige Spieler werden sich daran aber wohl trotzdem stören, da der Hauptplot hinausgezogen wird und sich erst auf der zweiten DVD gänzlich entfaltet. Auch Sidequests gibt es nur wenige, was den Spielfluss für manchen Rollenspieler wohl oft etwas zu linear macht.

Es wird echt Zeit
Über alle Zweifel erhaben ist dagegen das Kampfsystem. Und das, obwohl Sie sich bei Star Ocean in Echtzeit prügeln - was eigentlich viele Rollenspieler nicht gutheißen. Dank zahlreicher Taktikeinstellungen erlernbarer Spezialmanöver, die Sie beliebig auf die vier möglichen Angriffarten verteilen dürfen, und einer Mitstreiter-KI, der Sie indirekte Befehle geben dürfen, sind die Kämpfe in Star Ocean genauso strategisch wie die rundenbasierten Schlachten der Konkurrenz-RPGs. Der Genrereferenz Final Fantasy ist man sogar einen Schritt voraus: Nervige Zufallskämpfe gibt es nicht, denn Gegner sind schon auf der Oberlandkarte sichtbar. Dadurch kann man sich nicht nur aussuchen, wann man in ein Gefecht verwickelt wird. Je nachdem, von welcher Seite man einen Gegner konfrontiert beziehungsweise von welcher Seite man von einem Gegner angegriffen wird, erhält man auch einen Vor- oder Nachteil im Kampf.

Do you understand english?
Dem Gameplay sieht man kaum an, dass Star Ocean bereits vor knapp zwei Jahren in Japan erschienen ist. Und auch tech--nisch mischt der Titel noch oben mit. Dicker Dolby-Pro-Logic-II-Support und schöne Charaktermodelle erzeugen eine dichte Atmosphäre. Allerdings sollte man einiges für den typisch japanischen Manga-Stil übrig haben. Große Kulleraugen zieren die Gesichter der Protagonis-ten und die Musik driftet oft ins Kitschige ab. Weitere Voraussetzung, um Star Ocean in vollem Umfang genießen zu können, sind fundierte Englischkenntnisse. Deutsche Bild-schirmtexte gibt es keine und spätestens, wenn die Warp-Technologie der pangalaktischen Flotte mit der Heisenbergschen Unschärferelation erklärt wird, ist Schulenglisch einfach nicht mehr ausreichend, um die komplexe Story zu verstehen.

Bildergalerie

Wertung zu Star Ocean: Till the End of Time (PS2)

Wertung:

85 /10
Fazit

Kampfsystem und Story fesseln vor den Bildschirm. Wegen Mangel an Sidequests aber etwas linear.

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