Noch gibt es kaum gute Pferdespiele, das könnte sich jedoch in der nahen Zukunft ändern: Einige Kandidaten wirken sehr vielversprechend.
Hoffnungsschimmer für das Genre
Ein gutes Beispiel für die Zukunft ist die Tech-Demo von The Witcher 4, in der man Ciri zusammen mit ihrem Pferd Kelpie sehen kann. Die Stute ist nicht nur wunderschön und es zeichnen sich sogar die einzelnen Muskeln unter der Haut ab, sie wirkt zudem lebendig.
Die Tatsache, dass Ciri sie anspricht und das Tier darauf reagiert, ist ein Schritt in die richtige Richtung - auch wenn hier natürlich abzuwarten bleibt, inwiefern das auch im fertigen Spiel umgesetzt wird. Beeindruckend ist es aber allemal. Nun haben wir gerade gesagt, dass realistische Grafik nicht alles ist, und das stimmt auch. Es muss nicht jedes Pferd seine Muskeln spielen lassen, um gut bei den Fans anzukommen.
Quelle: CD Projekt Red
Der erste Blick auf Ciris Pferd namens Kelpie aus der Tech-Demo von Witcher 4 ist wirklich beeindruckend. Besonders spannend ist allerdings die Interaktion zwischen den beiden.
Das hat erst kürzlich die Demo zu Horses of Hoofprint Bay bewiesen, das sogar von The Mane Quest gepublished wird. Wenn ihr in den 2000er-Jahren bereits Pferdespiele gezockt habt, dürfte euch das Spiel verdächtig bekannt vorkommen. Es ist nämlich eine Neuauflage des Klassikers Mein Pferdehof, der in vielen Herzen aus der Community einen besonderen nostalgischen Platz einnimmt.
Hier erwartet euch ein liebevoll von Hand gezeichneter Stil und ein ganz typisches Pferdespiel: Tiere versorgen, für Turniere üben, Fohlen züchten - und das ganz ohne Triple-A-Grafik.
Wir haben uns die Chance natürlich nicht entgehen lassen und uns direkt 20 Jahre zurückversetzt gefühlt. Horses of Hoofprint Bay ist also nicht nur eine Hommage an das innere Pferdemädchen in uns, sondern auch ein gutes Beispiel dafür, dass solche kleinen Herzensprojekte zusammen mit Blockbuster-Werken koexistieren können. Sehr zur Freude von Pferdefans, die sich nach mehr Abwechslung sehnen.
Quelle: PC Games
In Horses of Hoofprint Bay versorgt ihr eure Pferde, trainiert sie für Turniere und könnt sogar Fohlen züchten - realistisches Gameplay trotz Cartoon-Stil.
Neben dem klassischen Konzept des eigenen Pferdehofs trudeln langsam auch erste Spiele ein, die sich an ein anderes Schema wagen, das auch wir gern häufiger sehen würden: Diversität im Genrebereich, aber mit Pferden als zentralem Gameplay-Element.
So wie Red Dead die Tiere organisch integriert, ohne sie zum absoluten Herzstück zu machen, so stehen sie bei Die Legende von Khiimori vollends im Fokus - bloß mit der Besonderheit, dass es noch ein anderes spielerisches Gerüst außenrum gibt.
Es ist wie eine Art Death Stranding, aber eben mit Pferden, ohne die dort gar nichts gehen würde. Ursprünglich war das Spiel sogar ein Teil der Ostwind-Reihe, doch mit den Vorgängern hat Khiimori nun kaum noch etwas gemein. Der Vorteil: Mit so einer Vorgehensweise erreichen die Entwickler vielleicht sogar Spieler, die nicht nach einem klassischen Pferdespiel greifen würden.
Quelle: PC Games
Die Bedürfnisse eures Pferdes in Die Legende von Khiimori solltet ihr immer im Blick behalten, um eure Kuriermissionen erfolgreich abschließen zu können.
Dieser Gedankengang, ein Spielprinzip zu nehmen und mit Pferden zu ergänzen, könnte für die weitere Entwicklung genau der richtige Ansatz sein. Wir würden uns zum Beispiel auch über etwas Kurioses wie ein Setting mit Gothic Horror oder in der viktorianischen Zeit freuen - der Kreativität sind schließlich keine Grenzen gesetzt.
Und auch Alice Ruppert hat uns da einen außergewöhnlichen Wunsch verraten: ein Spiel wie Pacific Drive, nur mit echter Pferdestärke statt einem Auto. Dann würde man eben nicht an dem Fahrzeug schrauben, sondern Ausrüstung für das Tier anfertigen und neue Fähigkeiten freischalten. Also, da wären wir auch neugierig drauf!
Die Nische ist zwar nach wie vor klein, trotzdem bietet sie Platz für ganz unterschiedliche Ansätze und Umsetzungen, Hauptsache authentisch und unterhaltsam. Die technischen Möglichkeiten sind da, die Nachfrage und die Expertise ebenfalls. Vielleicht braucht das Genre jetzt nur noch etwas mehr Zeit, um im verdienten Glanz zu erstrahlen.
