Warum zocken wir eigentlich? Die Psychologie hinter Videospielen - Seite 3

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Warum zocken wir eigentlich? Die Psychologie hinter Videospielen - Seite 3
Quelle: Square Enix

Spieleentwickler setzen viel daran, ihre Titel interessant zu gestalten. Zu welchen Tricks gegriffen wird und was Psychologen dazu sagen, erfahrt ihr hier.

Unabhängig von der eigens ausgesuchten Schwierigkeit gibt es nämlich auch noch die Schwierigkeitsanpassungen, die im Hintergrund ablaufen. Denn wer kennt es nicht? Man beißt sich die Zähne an einer Stelle aus und scheitert immer wieder auf ein Neues. Doch plötzlich, ohne dass man wirklich viel verändert, schafft man die Situation dann auf einmal.

Einige Spiele haben nämlich implementiert, dass die Gegner ab einem bestimmten Punkt, beispielsweise wenn wir zu oft gestorben sind, schwächer werden, damit der Frustfaktor nicht zu hoch und das Spiel eventuell abgebrochen wird. Ist der schwierige Gegner besiegt, schüttet unser Körper einen Botenstoff aus, der uns glücklich macht: Dopamin. Schließlich wird Dopamin auch "Botenstoff des Glücks" genannt. Doch diese Funktion gibt es nicht in allen Spielen. Titel wie Dark Souls oder Sekiro sind Spiele, die nicht gerade durch ein frustfreies Spielerlebnis bekannt wurden. Diese zeichnen sich eher durch ihr erbarmungsloses Kampfsystem aus. Die Hintergrundanpassungen gibt es hier nicht und bis auf wenige Ausnahmen bleiben die Gegner immer gleich schwierig zu besiegen.

Achievement unlocked

Zwergen Schatzkammer in Guild Wars 2 am Donnerkopf-Gipfel Quelle: buffed Die glitzernden Gegenstände ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich, denn alles was glänzt ist gut und wertvoll. Wie wir an die entsprechende Stelle gekommen sind, ist dabei zweitrangig.  Der nächste Punkt wirkt ziemlich banal. Ein kleines Banner taucht auf dem Bildschirm auf, sobald man etwas Besonderes geschafft hat und tada, da ist unsere neue Trophäe beziehungsweise das neue Achievement. Auch diese kleinen Erfolgserlebnisse tragen dazu bei, dass wir in einem Spiel am Ball bleiben.

Auf manchen Plattformen kann man dann noch sehen, wie viel Prozent der Spieler das Achievement ebenfalls erhalten haben. Eigentlich bringen uns diese kleinen Errungenschaften zwar rein gar nichts, doch das Gefühl etwas erreicht zu haben, was ein Teil der anderen vielleicht nicht geschafft hat, erfüllt uns mit Glückshormonen.

Alles was glänzt, ist Gold ... oder?

Einfach nur durch das Level sprinten, der Hauptstory folgen und nicht nach links und rechts schauen? Das ist doch langweilig. Viel mehr warten wir darauf, dass irgendwas in unserer Umgebung glänzt. Denn schließlich sind glänzende Gegenstände immer wertvoll.
Häufig kann man sich an nichts anderes als das Glänzen und Glitzern der Gegenstände in einem Abschnitt erinnern. Es hilft uns also, uns besser an bestimmte Orte zu erinnern. Man muss nicht mehr selbst selektieren, was wichtig ist. Das Spiel hat das schon für einen entschieden.

Die etwas andere Farblehre

Special: Mario Kart Quelle: PC Games Die bunten Farben der Mario Kart Regenbogenstrecke wirken direkt auf den ersten Blick freundlich und einladend.  Farben haben allgemein einen großen Einfluss auf Menschen. Der richtige Gebrauch ist dabei sehr entscheidend. Nicht nur Designer oder Inneneinrichter achten auf den richtigen Umgang mit Farben, auch Spieledesigner benutzen sie. Schließlich wollen auch Gamer durch Farben geleitet, vor Gefahren gewarnt oder in eine besondere Stimmung gebracht werden.

Einerseits ist rot eine warme Farbe, die als Zeichen der Liebe genutzt wird. Doch anderseits kann sie auch eine Art Warnung sein. Nicht umsonst sind Stoppschilder rot. Auch in Spielen wird diese Farbe ganz bewusst an vielen Orten eingesetzt.

Befinden wir uns kurz vor einem Kampf, lässt sich in vielen Games beobachten, dass die Farben rotlastiger werden. Nicht nur die Umgebungsfarbe, auch die Farbmarkierungen von Gegnern, sei es ihre Rüstung oder eine Umrandung des Charakters, ist häufig rot.

Durch verschiedene Farben vermitteln Entwickler unterschiedliche Stimmungen. Spiele, die auch für Kinder geeignet sind, kommen häufiger farbenfroh daher. Mario Kart oder Candy Crush haben beispielsweise diesen bunten Touch und stimmen den Spieler damit direkt fröhlicher. Bei einem Horrorspiel oder einem Titel mit ernstem Hintergrund wie Heavy Rain fällt sofort auf, dass die Grafik deutlich dunkler ausfällt.

Farben funktionieren in Spielen auch gut als Wegweiser. In Far Cry 6 sind Wege zu befreundeten Fraktionen mit blauen Blumen, Bändern oder Pfeilen markiert. Diese weisen auf eine subtile Art auf den richtigen Weg hin.

Der Einfluss von Musik

Neben Farben hat auch die Musik einen großen Einfluss auf den Körper. Diese kann unter anderem den Herzschlag, die Atmung und ebenfalls die Stimmung beeinflussen. Bei passender Musik hat diese Auswirkungen auf das limbische System im Gehirn und setzt positive oder auch negative Emotionen frei.

Die Musik wird in Spielen verwendet, um den Spieler auf die kommende Situation vorzubereiten oder um Effekte, wie einen Jumpscare, zu unterstreichen. Diesen Effekt verwenden Entwickler nicht nur für gruselige oder actionreiche Momente, sondern auch für ruhigere Stellen, durch die wir das zuvor Gesehene verarbeiten und uns von den Strapazen erholen.

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