Größer, schöner, besser
Der diesjährige Nachfolger zu Sly Raccoon hat in allen Bereichen zugelegt: Die Anzahl der Missionen ist deutlich gestiegen, die frei begehbaren Bereiche sind sehr groß und glänzen mit vielen Details, die Minispiele (siehe Infokasten) sind noch zahlreicher geworden und die drei spielbaren Charaktere bringen Abwechslung in den Jump&Run-Alltag. Der Schwierigkeitsgrad hat auch angezogen: Zwar fängt das Spiel sehr leicht an, gegen Ende werden jedoch sogar Experten des Genres auf eine harte Probe gestellt. Anfänger sind mit dem hohen Schwierigkeitsgrad auf jeden Fall überfordert. Das große Manko von Sly 2 ist die störrische Kamera. In Kämpfen mit mehr als einem Gegner verliert man aufgrund von Übersichtsproblemen das eine oder andere Leben. Endgegnerkämpfe werden so zu einer echten Tortur. Die Grafik hat sich im Allgemeinen verbessert: Obwohl die Weitsicht enorm ist, bleibt die Framerate auch bei hohem Gegneraufkommen konstant. Die Cel-Shading-Optik wurde aus Sly Raccoon übernommen und verleiht dem Geschehen einen cartoonartigen Touch; in Verbindung mit den in gezeichneten Standbildern gehaltenen Zwischensequenzen kommt so richtig gute Diebesatmosphäre auf. Auch der Sound überzeugt: Vor allem Details wie das mit Basstönen untermalte Trippeln des Waschbären, wenn er sich von hinten einem Gegner nähert, sind beeindruckend. Die Auswahl der Musikstücke ist auch hervorragend. Meist werden jazzige Kompositionen verwendet, um die coole, diebische Schleichatmosphäre zu unterstützen. Die Sprecher der Charaktere sind gut gewählt und lassen den einen oder anderen Witz nicht missen. Mission Fortsetzung: Gelungen!
