Sly 2: Band of Thieves

Test

Sly 2: Band of Thieves Manche Erzfeinde sterben nie. Nicht nur aus Hollywood-Fortsetzungen kennen wir dieses Phänomen; auch in Videospielen wird man von ein und demselben Superbösewicht durch mehrere Teile hindurch verfolgt, der einfach nicht das Zeitliche segnen will. Sly 2: Band of Thieves macht da keine Ausnahme: Der aus dem ersten Teil bekannte Eisenadler Clockwerk ist zwar besiegt und in seine metallischen Einzelteile zerlegt worden, jedoch werden diese von irgendeiner dunklen Organisation, genannt Claww-Gang, gesammelt, um den Fiesling wiederzubeleben. Natürlich bekommen Sly Cooper, seines Zeichens Waschbär und Meisterdieb, sowie seine Kollegen Bentley, die Schildkröte, und Murray, das Nilpferd, davon Wind. In acht Episoden, die Sie von Paris über Indien bis nach Prag führen, helfen Sie dem Diebestrio, diese Teile zu stehlen, um zu verhindern, dass der Fiesling wieder zum Leben erweckt wird.

Alte Tugenden
"Never touch a running system" ist immer öfter das Motto der Spielehersteller, und so wird teilweise krampfhaft an bewähr--ten Spielprinzipien festgehalten. Leider werden dabei auch immer wieder negative Punkte der Vorgänger übernommen. Sucker Punch, die Entwickler von Sly 2, machten diesen Fehler zum Glück nicht: Vor allem die auf Dauer langweilende Linearität aus dem ersten Teil gehört der Vergangenheit an. Die acht Lokalitäten sind frei begehbar und die einzelnen Untermissionen können in beliebiger Reihenfolge erledigt werden. Dabei spielt man nicht nur den Protagonisten Sly, sondern schlüpft neuerdings auch in die Haut der aus dem ersten Teil bekannten Freunde Bentley und Murray. Die drei tierischen Diebe unterscheiden sich neben ihrem Äußeren auch in ihren Fähigkeiten. Sly verlässt sich wie gewohnt auf seine Schleich- und Diebesfertigkeiten. Er kann klettern, auf schmalen Vorsprüngen jonglieren und Feinde bestehlen. Murray, das stämmige Nilpferd, vertraut auf seine Kraft und seine Fäuste. So prügelt er sich gern durch die Levels und ist für Kraftakte wie das Aufstemmen von Toren oder die Zerstörung von Verteidigungsanlagen zuständig. Als Gehirn des Dreiergespanns nutzt Bentley, die Schildkröte, eher den Verstand als seine Fäuste. Er hackt sich in Terminals ein oder steuert eines seiner Spielzeuge wie einen ferngesteuerten Minihubschrauber. Zum Verteidigenbenutzt er seine Betäubungsarmbrust und Bomben.

Der perfekte Coup
Die acht Raubzüge laufen nach dem gleichen Schema ab: Zuerst werden Informationen über die Gebäude und die Umgebung gesammelt. In der Rolle von Sly macht man Fotos von Alarmanlagen und dem Diebesgut, studiert das Verhalten der Wachen und kundschaftet die Verteidigungsanlagen aus. Danach wird in vielen kleinen Missionen, in welchen vorgegeben ist, welchen Charakter man spielen muss, der große Raub vorbereitet. Hier punktet Sly 2 durch seinen hohen Abwechslungsreichtum. Man bestiehlt Wachen, zerstört Alarmanlagen, bringt Wanzen in Büros an, beschattet Bösewichter und, und, und. Am Ende wird der große Diebstahl des jeweiligen Clockwerk-Teils vollzogen, was sich wieder in mehrere kleine Missionen unterteilt. Während der Aufträge oder beim freien Begehen der Umgebung sammelt man Münzen; diese können im Hauptquartier gegen Spezialmanöver eingetauscht werden. So erlernen die Charaktere zum Beispiel, höher zu springen, Feuerattacken zu verwenden oder Minen zu legen. Dauert einem die Münzensammlerei zu lange, bestiehlt man als Sly, der Waschbär, einfach seine Feinde. Dabei findet man manchmal Gegenstände wie goldene Ringe oder Pokale, welche gewinnbringend verkauft werden können. Beim Diebstahl sollte man sich allerdings nicht erwischen lassen, da die meisten Wachen umgehend nach Hilfe rufen und man sofort von mehreren Bösewichtern umzingelt ist.

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