Sleeping Dogs im Test für PlayStation 3 und Xbox 360: Wir haben uns das Open-World-Abenteuer von Square Enix geschnappt und es auf Herz und Nieren geprüft. So bietet Sleeping Dogs eine coole Story in einer tollen Spielwelt. Insgesamt fehlen aber Innovationen und etwas Feinschliff. Weitere Details zu Sleeping Dogs lest ihr in diesem Review.
Sleeping Dogs im Test - Das hat uns nicht gefallen
Einige Detailmacken
Während die Spielmechaniken und Inhalte von Sleeping Dogs durchweg sehr solide funktionieren, nerven doch immer wieder kleine Macken im Detail. Da gehen etwa manche Animationen schlecht ineinander über, da nerven KI-Macken, da schickt euch das GPS gern mal auf derben Umwegen zum Ziel oder da rast das Starterfeld eines Autorennens das Start-Girl über den Haufen. Einen Tick mehr Feinschliff hätte Sleeping Dogs schon vertragen können.
Seltsame Fahrphysik
Im normalen Straßenverkehr steuern sie die Autos im Spiel ganz ordentlich, doch in engen Kurven fühlen sie sich schlichtweg seltsam an. Kontrollierte Drifts sind nicht wirklich befriedigend möglich. Sobald ihr die Handbremse nutzt, beginnt ein recht starrer Drift, der das Auto stark bremst und der fühlt sich sehr doof an. Schade, dass die Entwickler dem Spieler hier nicht mehr Kontroller über das ausbrechende Heck des Wagens geben. Eine gute Drift-Physik wie bei Driver: San Francisco würde die vielen Autofahrten deutlich aufwerten!
Spielwelt ist nicht einprägsam genug
Quelle: Square Enix
Sleeping Dogs - Auch das Starter-Girl wird teilweise von der KI über den Haufen gefahren.
So sympathisch uns der virtuelle Schauplatz auch ist, so ärgerlich, dass wir uns auch nach zweimaligem Durchspielen immer wieder verfuhren. Die vier Stadtteile ähneln einander zu sehr und die Navigation ohne Hilfe von GPS und Minimap wird dadurch deutlich erschwert.
Kaum Gameplay-Innovationen
So spaßig Weis Abenteuer auch sind, so abgegriffen fühlen sich viele der Gameplay-Elemente an. Die Prügeleien haben wir als Batman oder Ezio bereits erlebt. Autofahren und Ballern konnten wir bereits in vielen anderen Spielen und die Verfolgungsjagden zu Fuß kennen wir aus L.A. Noire. Echte Genre-Neuerungen muss man mit der Lupe suchen: Das XP-System, die Fast-Food-Buffs oder praktische Auto-Ramm-Attacken. Ein wenig mehr hätte es ruhig sein dürfen.
Einstieg ins Spiel etwas zäh
Nach einem stimmungsvollen Auftakt beginnt das Spiel eher zäh. Ihr erledigt allzu simple Aufgaben, die Spielwelt öffnet sich erst nach einigen Missionen, zunächst stehen euch nur wenige Aktivitäten und Nebenaufgaben frei und Wei beherrscht nur wenige Kampfmanöver. Das wird nach einigen Spielstunden dann aber deutlich besser.
Schießereien etwas zu simpel
Das Ballern im Spiel entpuppt sich als einen Tick zu geradlinig. Es gibt ein Deckungssystem, das sich etwas störrisch bedienen lässt und Gegner tauchen auf. Würden die Schauplätze der wenigen Schießereien nicht erfreulich abwechslungsreich sein (Werkstatt, Nachtclub, Krankenhaus), sie würden fast langweilig sein.
Technisch nur Mittelmaß
Auf PS3 und Xbox 360 krankt Sleeping Dogs an einer ruckeligen Darstellung - typisch für Open-World-Spiele aber dennoch ärgerlich. Zudem wird das Bild von mancher Matsch-Textur und deutlichen Detail-Popups getrübt. Immerhin: Die mäßige Technik ist zwar unschön, behindert euch aber nie und Spaß macht Sleeping Dogs dennoch jede Menge!
Info - Deutsche Version geschnitten
In der Deutschen Version ist das Spiel geschnitten. Es wurden die brutalsten Umgebungs-Kills (Herdplatte, Kreissäge, etc.) entfernt, bestimmte Gewalt- und Folter-Szenen in den Zwischensequenzen wurden entschärft und es fließt weniger Pixelblut. Wir finden: Das stört den Spielspaß zwar nicht, allerdings sind die Schnitte dennoch ärgerlich. Denn sie verzögern den Release-Termin von Sleeping Dogs in Deutschlangd! Laut Square Enix kommt die gekürzte Fassung "nur wenige Wochen" später. So ein Mist! Dabei ist der Titel doch die perfekte Action-Kost fürs Sommerloch!
