True Crime: Hongkong - Hands-On-Test von der E3 2010

Special Sebastian Srb

Activision bringt die True-Crime-Serie auf die nächste Generation. Nach Los Angeles und New York ist diese Mal Hongkong der Schauplatz der Gewalt. Wir haben das vielversprechende Actionspiel auf der E3 2010 angezockt.

2004 versuchte Activision mit True Crime: Los Angeles Rockstars GTA 3-Erfolg zu wiederholen. Die Reihe blieb aber immer im Schatten der GTA-Spiele. Dieses Jahr ist Los Angeles wieder der Schauplatz für True Crime, diesmal allerdings um True Crime: Hongkong auf der E3 vorzustellen. Redakteur Robert Horn war bei der Präsentation dabei.

Dass mit True Crime: Hongkong natürlich GTA 4 vom Thron des GTA-Genre gestoßen werden soll, ist kein Geheimnis und der Verdacht scheint sich auch nur zu bestätigen, wenn man sieht, wer das Spiel präsentiert: Designer Mike Skupa. Er hat unter anderem bei Rockstars Bully mitgearbeitet und sollte daher wissen, wie er ein bis zwei Tricks für Open-World-Spiele in die Entwicklung miteinfließen lässt. Vor drei Jahren startete die Entwicklung von True Crime: Hongkong. Inspiriert durch das Hongkong Cinema und deren aberwitzigen Actionszenen wurde die chinesische Stadt als Schauplatz auserkoren. Das Entwicklerteam legte besonderes Augenmerk auf ebendiese Actionszenen und den damit verbundenen Verfolgungsjagden und "Hand-to-Hand-Combats", also Nahkämpfen. Die Atmosphäre des Spiels orientiert sich stärker an den Filmen in und aus Hongkong und weniger an der wirklich dort herrschenden Stimmung. Ein popkulturelles Abziehbild, wenn man so will.

Der Held des Spiels ist ein Polizist namens Wei Chan. Er soll eine Triadenvereinigung infiltirieren. Einleuchtend. Aber die Geschichte ist ja nicht alles: Laut Entwickler Activision soll die Stadt richtiggehend leben. Was das heißt? Ein komplexes Sozialsystem soll es dem Spieler erlauben mit jedem Bewohner zu reden. Daraus entsteht wiederrum eine Art Spiel im Spiel. Man kann dadurch im sozialen Rang der Stadt aufsteigen und natürlich Objekte freischalten.

True Crime. Hongkong soll im Herbst 2010 erscheinen. Quelle: Activision True Crime. Hongkong soll im Herbst 2010 erscheinen. Zwei Missionen wurden während der Präsentation gezeigt. Einmal "Night Market Chase", in der unser Held Wei Chan einem Verdächtigen zu Fuß durch die Straßen folgt. Schauplatz ist dabei ein chinesischer Markt. Er springt dabei über Hindernisse, klettert flink an Mauern hoch, stößt Passanten zur Seite oder bricht durch Verkauffsstände durch. Das alles wirkt ziemlich flüssug und sieht extrem cool aus, eben genau wie in entsprechenden Filmszenen von John Woo zum Beispiel. Man erkennt hier sehr stark den Einfluss auch von einem anderen Spiel: Die Verfolgungsjagden orientieren sich ein wenig an Assassins Creed, gerade was den Flow angeht.

Zwischen der Verfolgungsjagd gibt es immer wieder Prügeleien. Wei Chan vollführt dabei Martial Arts-Manöver, die echt und brutal sind: Er bricht dem Gegner den Arm. Allerdings sieht es nicht überdreht aus, eher hart und realistisch, eben wie ein echter Straßenkampf. Oder wie man sich einen Straßenkampf vorstellt. Der Spieler kann außerdem die Umgebung nutzen, er wirft Gegner gegen Gebäude oder schmettert sie gegen Hindernisse.

Die zweite gezeigte Mission, "Top Glamour" genannt, ist eine Fahrmission. Mit einem Motorrad fährt Wei Chan zu einem Treffen. Dabei gerät er - natürlich - in einen Hinterhalt. Er schnappt sich eine Geisel, stopft sie in den Kofferraum eines Wagens und flieht. Auch hier wieder gut choreografierte Action mit sehr stylischen Zeitlupeneffekten. Alles schreit Hongkong Cinema.

Fazit: Es sieht überraschend gut aus! Da arbeiten auch ein paar Leute daran, die Ahnung von Open-World-Spielen haben und True Crime: Hongkong zu einem spannenden Spiel machen könnten. Ein GTA 4 wird es aber nicht schlagen.

True Crime: Hongkong soll im Herbst 2010 PS3, Xbox 360 und PC erscheinen.

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