Silent Hill 2 im Test: Der beste Horror des Jahres? Darum ist das Remake ein Hit!

Test Michael Grünwald
Silent Hill 2 im Test: Der beste Horror des Jahres? Darum ist das Remake ein Hit!
Quelle: Konami

Nach 23 Jahren kehrt mit Silent Hill 2 eines der besten Horrorspiele aller Zeiten zurück. Doch kommt das Remake an das Original heran?

Einfach mal Zeit lassen

An der gut geschriebenen Story lässt sich auch nach 23 Jahren nichts aussetzen. Am meisten fragen sich viele Fans aber wohl, ob es Bloober Team schafft, das angestaubte Gameplay von damals in ein modernes Spiel zu packen. Und größtenteils gelingt das tatsächlich.

Die statischen Kameraeinstellungen aus dem Jahr 2001 weichen einer modernen Third-Person-Perspektive. Die Ansicht befindet sich dabei knapp hinter der Schulter, wodurch wir uns sehr nah am Geschehen befinden. Das sorgt einerseits für eine gelungene Verbindung zu unserem Hauptcharakter, führt jedoch gelegentlich auch zu Problemen.

Die Schauplätze sind häufig beklemmend und eng, manche Gegner lassen sich an bestimmten Stellen daher äußerst schwer treffen. Das bemerken wir vor allem bei Nahkampfangriffen in der Nähe von Türrahmen und Möbeln.

James läuft durch Silent Hill Quelle: Konami Dadurch, dass wir im Gegensatz zum Original keine automatische Zielhilfe erhalten, schwingen wir immer wieder ins Leere. Ein wenig anders sieht das bei der Benutzung von Schusswaffen aus. Die Ballereinlagen funktionieren bis auf wenige Ausnahmen einwandfrei.

Dass James kein wild um sich schießender Supersoldat ist, sondern sein Movement - auch im Kampf - langsam vonstattengeht, bleibt dagegen ein Pluspunkt und macht das Spiel glaubwürdiger. Vor allem in den Arealen zu Beginn muss jedoch viel Geduld mitgebracht werden, denn die Gebiete sind deutlich weitläufiger und die Bewegungsgeschwindigkeit beim normalen Gehen kommt der eines Sonntagspaziergangs gleich.

Mit gedrücktem Sprint-Knopf wird aus James zwar noch kein Leichtathlet, aber zwischendurch ist die Möglichkeit definitiv angenehm. In den Innenbereichen benutzen wir die schnellere Fortbewegung jedoch kaum, schließlich trägt das entschleunigte Gameplay auch zur dichten Atmosphäre bei.

Silent Hill 2 im Test: Der beste Horror des Jahres? Darum ist das Remake ein Hit! Quelle: Konami

Ein Labyrinth aus Mauern

Kämpfe und actionreiche Sequenzen halten sich allerdings im Rahmen. Nur selten bekommen wir es beispielsweise mit mehr als zwei Gegnern gleichzeitig zu tun. Im Mittelpunkt stehen außerdem auch diverse Rätseleinlagen.

Die sind zwar immer wieder fordernd, aber mit ein wenig Nachdenken kommen wir auf die Lösungen. Manche Areale stellen uns auf den ersten Blick sogar vor mehrere Herausforderungen auf einmal, doch ohne ein bestimmtes Rätsel abzuschließen, lässt sich das nächste nicht bewältigen.

Es gibt also immer eine Reihenfolge, in der wir die Aufgaben hinter uns bringen müssen. Zusätzlich ist auch die Spielwelt eine harte Nuss. Die engen Korridore und Flure ähneln sich teilweise extrem, noch dazu erstrecken sich viele Locations über mehrere Etagen. Wild durch die Gegend zu irren, ist daher Teil des Gameplays. Das artet jedoch nicht in eine nervige Sucherei aus, denn riesig sind die Gebiete trotz des ersten Eindrucks dennoch nicht.

Ein Monster steht James gegenüber Quelle: Konami

Skizzen statt Google Maps

Eine Hilfe bieten außerdem Karten der Schauplätze. Ja, richtige Karten mit dem Grundriss der Gebäude. Ein Pfeil zeigt uns dabei unsere aktuelle Position. Dazu markiert James mit Kreisen regelmäßig interessante Orte und kritzelt ein paar kleinere Infos, sobald wir auf neue Mysterien stoßen.

In heutigen Spielen sind solche Features größtenteils undenkbar, doch die Entwickler bieten uns mit dem Remake eben auch die Oldschool-Erfahrung aus dem Original. Trotz der Markierungen bleibt die Wegfindung aber anspruchsvoll, schließlich versperren verschlossene Türen oder Trümmer manche Zugänge.

Auch anhand der Gesundheitsregeneration merken wir schnell, dass uns in Silent Hill 2 eine andere Herangehensweise erwartet. Es gibt nämlich keine automatische Heilung. Sobald James Schaden einsteckt, bleibt er angeschlagen, krümmt sich vor Schmerzen und hinkt nur noch durch die Spielwelt.

James befindet sich in einem verwüsteten Bürozimmer Quelle: Konami Glücklicherweise finden wir in den Gebieten Gesundheitstränke und Injektionen. Während uns die Tränke zumindest ein wenig heilen, ist nach der Spritze sämtlicher Schmerz vergessen. Wie viel Leben uns noch bleibt, erkennen wir neben James' Bewegungsablauf auch am Blut an den Bildschirmrändern - oldschool eben.

Rote Flächen auf Tischen und Wänden kennzeichnen zudem Speicherorte, an denen wir manuelle Spielstände anlegen können. Vor größeren Kämpfen oder bestimmten Sequenzen speichert das Spiel jedoch auch automatisch ab, damit wir beim Game Over nicht allzu weit zurückgeworfen werden - das ist praktisch.

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