Shadow of Rome

Test Christian Schönlein

Shadow of Rome Freunde, Bürger, Leser! Leiht uns euer Gehör! Denn Kunde wollen wir euch tun von Shadow of Rome, dem neuesten Action-Kracher von Keiji Inafune, der schon mit der Onimusha-Serie ein Händchen für fulminant inszenierte Abenteuer bewies!" Wobei die Bezeichnung "Action" Shadow of Rome nicht ausreichend umschreibt. Der Titel bietet nämlich auch etliche Schleich-Passagen, die die deftigen Gladiatorenkämpfe angenehm auflockern.

Geschichtsunterricht
Sinn und Zweck haben die Kämpfe und Spionageeinsätze natürlich auch: Der Mord an Julius Cäsar soll aufgeklärt werden. Am 15. März im Jahre 44 vor Christus wird der Diktator von einer Gruppe republikanischer Senatoren mit 23 Dolchstößen niedergestochen. So weit die historischen Fakten, um die sich die fiktive Geschichte von Shadow of Rome entwickelt: Fälschlicherweise wird ein Mann namens Vipsanius des Mordes beschuldigt und in den Kerker geworfen, wo er auf seine Hinrichtung wartet. Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, wurde seine Frau auch gleich mit zum Tode verurteilt. Währenddessen ist Vipsanius' Sohn Agrippa, einer der größten Generäle der römischen Armee, auf einem Feldzug in Germanien unterwegs. Als er vom Tod Cäsars erfährt, kehrt er nach Rom zurück. Dort ist die Hinrichtung seiner Mutter inzwischen bereits angesetzt. Beieinem verzweifelten Rettungsversuch zieht er die Wut von Decius, einem gnadenlosen und brutalen General, auf sich. Der Rettungsversuch schlägt fehl und Decius tötet Agrippas Mutter vor dessen Augen. Agrippa will nun nicht mehr nur seinen Vater retten, sondern auch Rache nehmen. Um beides zu erreichen, nimmt er an einem Gladiatorenturnier teil, dessen glorreicher Sieger die Ehre erhält, Cäsars Mörder hinzurichten.

Klingt komisch, ist aber so
Da der Mord an Cäsar aber nicht durch einen einfachen Rachefeldzug geklärt werden kann, gibt es einen weiteren Charakter. Der Tod des Diktators hat seinen Neffen Octavian ganz besonders getroffen. Deswegen liegt ihm viel daran, die wahren Verschwörer hinter dem Mordanschlag zu finden. Nebenbei will er so seinem besten Freund Agrippa einen Gefallen tun und die Unschuld von dessen Vater beweisen. Das klingt jetzt vielleicht alles etwas kompliziert und verschachtelt, ist aber eigentlich ganz einfach. Die umfangreiche und spannend inszenierte Story teilt sich in der Spielepraxis in zwei Teile auf. Während Sie mit Agrippa an verschiedenen Gladiatorenkämpfen teilnehmen, schnüffeln Sie in der Rolle Octavians auf der Suche nach der Wahrheit durch Senatsgebäude und belauschen verräterische Verschwörer. Die einzelnen Levels sind dabei allesamt recht kurz gehalten. Dadurch entpuppt sich Shadow of Rome trotz einer Spieldauer von etwa 15 Stunden als kurzweiliges Abenteuer, das zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.

Publikumsliebling
Langweilig würden die Gladiatorenkämpfe aber auch so nicht werden. In insgesamt neun verschiedenen Match-Arten dürfen Sie sich in der Rolle Agrippas beweisen. Und als ob das nicht genug wäre, können Sie sich auch noch in jedem dieser Matches Auszeichnungen verdienen, die wiederum Bonusmaterial freischalten. Um eine Trophäe aus der Arena tragen zu können, müssen Sie genügend Salve-Punkte sammeln. Diese erhalten Sie, indem Sie das schaulustige Publikum bei Laune halten - also durch abwechslungsreich ausgefochtene Kämpfe und besonders blutrünstige Aktionen. Steigt die Salve-Leiste auf ein bestimmtes Niveau, beweist Ihnen das Publikum sogar seine Gunst. Wenn Sie sich per Knopfdruck bejubeln lassen, kann es sogar passieren, dass eine besonders schlagkräftige Waffe ihren Weg in die Arena findet. Manchmal wirft Ihnen ein Zuschauer aber auch einfach nur ein Stück Brot oder Fleisch zu, mit dem Sie Ihre Lebensenergie auffrischen können. Letzteres ist besonders hilfreich, die Gladiatorenkämpfe sind nämlich alles andere als ein Honigschlecken. Die Gegner stellen sich zwar nicht wirklich klug an, was sie nicht in der Birne haben, machen sie aber mit Schlagkraft wieder wett. Ärgerlich ist die mangelhafte KI in der Arena besonders bei Teamkämpfen: Ihre Kameraden sind eher ein Klotz am Bein als eine echte Hilfe.

Bildergalerie

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk