Ob per Headset oder per Menü, die Befehle
sind etwas umständlich
zu handhaben.
Trottel im Team
Bereits im ersten Teil sorgte eine eher durchwachsene künstliche Intelligenz des Öfteren für Frust und sogar einige herzhafte Lacher. SOCOM II bietet zwar mitunter cleverer agierende Gegner, richtig überzeugend sind die Aktionen der meisten Protagonisten aber immer noch nicht. So stehen sich die Mitglieder Ihres Teams immer noch häufig gegenseitig im Weg oder bleiben an Ecken hängen, anstatt Ihnen zu folgen. Terroristen traut man zwar schon eher zu, etwas einfältig zu sein, wenn diese jedoch geschlagene fünf Sekunden lang auf den Spieler starren und erst dann das Feuer eröffnen, wirkt das aber doch arg seltsam. Ihre Team-Mitglieder behindern sich aber nicht nur gegenseitig, sondern häufig auch Sie selbst. Steht ein Kollege in einem Türrahmen, durch den Sie gerade gehen wollen, so dauert es schon mal eine Weile, bis er Ihnen Platz macht. Einige geskriptete Events sollen zwar im Verlauf der Missionen sinnvoll agierende Angreifer vorgaukeln. Wenn man die Missionen allerdings mehrmals spielt, fällt schnell auf, wie durchschaubar und gleichförmig jeder Einsatz eigentlich abläuft. Jetzt könnte schnell der Verdacht aufkommen, SOCOM II wäre ruckzuck durchgespielt und viel zu einfach - dem ist aber beileibe nicht so. Innerhalb der Missionen gibt es keiner-lei Speichermöglichkeit und auch Rücksetzpunkte haben wir schmerzlich vermisst. Nach einer halben Stunde wegen einer leichten Unachtsamkeit oder fehlender Unterstützung Ihrer Kollegen ins Gras zu beißen und den kompletten Einsatz wiederholen zu müssen, kann frustrieren. Ist dieser Fehlschlag dann zudem Ihren übereifrigen, aber dezent inkompetenten Kollegen zuzuschreiben, fühlen Sie sich schnell etwas hilflos. Wer jedoch im Vorgänger schon mit diesen Problemen leben konnte, der darf sich auf eine ordentliche Neuauflage mit hübscherer Grafik freuen. Einzelkämpfer ohne Teamgeist haben allerdings dies-mal etwas weniger Freude am Spiel, denn wer blindlings alleine durch die feindlichen Reihen rennt und sein Team nur hinterherschleift, der wird schneller im Kugelhagel ei-nen Heldentod sterben als im ersten Teil. Nur mit geballter Feuerkraft können Sie die zahlenmäßig klar überlegenen Terroristen besiegen. Zur Belohnung gibt es nach jeder Mission ein kleines Filmchen, das nett inszeniert die Folgen Ihres Einsatzes zeigt. Spielt man den Titel im mittleren oder gar im hohen Schwierigkeitsgrad durch, darf man sich über umfangreiches Bonusmaterial freuen und kann zudem wirklich stolz auf sich sein.
