Halo: Campaign Evolved: Master Chief in Edelgrafik - So spielt sich das Remake
Special
Vor 25 Jahren war Halo ein bahnbrechender Shooter, doch kann das Remake heute noch mithalten? Wir haben zwei Missionen gespielt und viele Eindrücke gewonnen - inklusive Third-Person-Modus und Grafikvergleichen.
Der gute Ruf von Halo hat den letzten Jahren ein bisschen gelitten. Doch schon im Juli steht das große Comeback vor der Tür, mit dem die Kultserie endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen will: Die Entwickler von Halo Studios (ehemals 343 Industries) veröffentlichen ein waschechtes Remake des ersten Teils, der vor 25 Jahren Shooter-Geschichte geschrieben hat. Mehr "back to the roots" geht eigentlich nicht.
Dahinter steckt kein einfaches Remaster wie in der Anniversary Edition oder Master Chief Collection. Stattdessen wird das Xbox-Kultspiel grafisch komplett neu gebaut, diesmal in der Unreal Engine 5. Unter der Haube arbeiten aber trotz allem noch Teile des alten Spielcodes, damit das vertraute Spielgefühl so gut wie möglich eingefangen wird. So will man einerseits die alten Fans glücklich machen, aber gleichzeitig auch eine völlig neue Generation von Spielern abholen, und das schließt PS5-Käufer ausdrücklich mit ein - denn als erstes Halo überhaupt wird das Remake auch auf einer Sony-Konsole veröffentlicht.
Aber kann der Shooter heutzutage noch so begeistern wie vor 25 Jahren? Oder gehört er doch langsam zum alten Eisen? Wir haben zwei Missionen auf der Xbox Series X durchgespielt, den neuen Remix-Modus getestet und zig Vergleichsbilder gemacht. In unserer Hands-on-Vorschau zu Halo: Campaign Evolved (jetzt kaufen 59,99 € ) erfahrt ihr, wie gut der Spagat aus alt und neu gelingt - und ob es der Master Chief immer noch draufhat.
In diesem Artikel
Grafisch modern dank Unreal Engine 5
Unsere Vorschau-Version umfasst die Mission "Assault on the Control Room" und den beliebten Einsatz "The Silent Cartographer". Das sind schöne Maps, um die Stärken des Remakes zu zeigen - allerdings wäre uns der berüchtigte "Library"-Level fast noch lieber gewesen, denn der genießt selbst unter Halo-Fans einen zweifelhaften Ruf. Laut den Entwicklern wurde vor allem diese Mission spürbar überarbeitet, mit besserem Leveldesign und neuem Gegnerverhalten - das klingt zumindest vielversprechend.
Quelle: PC Games
Die Lore von Halo ist mittlerweile riesig. Im Remake erlebt ihr, wie das Abenteuer vom Master Chief auf der mysteriösen Ringwelt seinen Anfang nimmt.
Zumindest das lässt sich aber schon mit Sicherheit sagen: Halo: Campaign Evolved sieht richtig gut aus, eben so, wie man es heutzutage von einem AAA-Spiel erwarten darf. Die Unreal Engine 5 sorgt für eine fabelhafte Beleuchtung, schicke Wasserdarstellung, saubere Schatten, scharfe Texturen und jede Menge neue Landschaftsdetails, die für Atmosphäre sorgen. Ein gewaltiges Upgrade im Vergleich zur Master Chief Collection!
Hinweis: In diesem Artikel haben wir mehrere Vergleichsbilder für euch. Mehr Beispiele gibt's auf den nächsten Seiten!
Aber auch wenn es sich eindeutig um das bislang schönste Halo handelt, sollte man kein Grafikwunder erwarten. Gerade das Gegnerdesign wirkt kaum besser als in den letzten Teilen, die metallischen Innenräume sind immer noch so kahl und kastig wie zu Xbox-Zeiten und auch die Effekte bieten nichts, was man nicht schon woanders gesehen hätte. Egal ob da Granaten explodieren, Raketen einschlagen oder Energieschilde zerbersten, das ist zwar alles schick, aber nie wirklich beeindruckend.
Zwar läuft die Action auf der Xbox Series X weitestgehend flüssig, doch selten hatte unsere Vorschau-Version noch mit kleinen Framedrops zu kämpfen - da sollten die Entwickler also noch ein wenig nachschleifen. Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich die Gegner-KI überarbeiten, die hat in unserer Preview-Fassung nämlich noch einige Aussetzer bei Kämpfen und Wegfindung gezeigt.
Bildergalerie
Alt trifft neu
So schick die neue Fassade auch sein mag, darunter tickt ein Shooter, der stolze 25 Jahre auf dem Buckel hat. Natürlich ist Halo ein legendäres Actionspiel, das immer noch viel Spaß macht - aber es ist eben auch eines, das stellenweise überholt wirkt. Und das liegt weniger am Spiel selbst, sondern an seinen Nachfolgern: Die Halo-Serie wurde mit jedem Teil erweitert, verfeinert, verbessert - und nicht jeder Fortschritt spiegelt sich im Remake wider, was eine bewusste Entscheidung war. Look und Feeling des Originals sollen schließlich so gut es geht erhalten bleiben, man will dem Klassiker gerecht werden, ihn aber nicht neu erfinden.
In unseren beiden Missionen bleibt der Spielablauf also immer noch sehr, sehr nahe am Original, trotz stark verbesserter Cutscenes. Laut den Entwicklern wurde die Story hier und da verfeinert, es gibt sogar völlig neue Dialogzeilen mit den Originalsprechern. Auch das Leveldesign will man an mehreren Stellen angepasst haben, doch in unserer Spielzeit haben wir davon noch nicht viel bemerkt.
Der moderne Touch
Sobald man aber zum ersten Mal den Abzug betätigt, springen einem die feinen Unterschiede direkt ins Auge. Denn das Remake spielt sich tatsächlich frischer, moderner und direkter als das Original. So kann der Master Chief nun etwa sprinten, was in den älteren Halo-Spielen noch unmöglich war. Das verkürzt nicht nur die Laufwege, es macht auch die Kämpfe etwas flotter.
Aber keine Sorge: Absolute Puristen können das Feature auch wieder abschalten, wenn sie wollen. Und das ist noch längst nicht alles! Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, was sich alles an Kämpfen und Steuerung getan hat, welche Features hinzukommen - und warum sich beinharte Halo-Fans sofort wohlfühlen werden.
