Romestead kombiniert Städtebau, Survival und RPG im alten Rom - und das macht süchtig
Special
Romestead wirkt auf den ersten Blick wie Stardew Valley im antiken Rom, überrascht jedoch schnell mit einer riesigen Welt, herausfordernden Kämpfen und RPG-Mechaniken.
Das antike Rom scheint momentan ein Comeback zu feiern. Zumindest als Setting für diverse Aufbau- und Strategiespiele. Neben Anno 117: Pax Romana, das im November 2025 erschien, konnten Fans sich unter anderem auch über die authentische Städtebausimulation Pax Augusta freuen.
Wer aber nicht nach dem Rang eines römischen Kaisers strebt und sich danach sehnt, stattdessen als Statthalter den verstreuten Bürgern Roms ein neues Zuhause zu schenken, für den könnte Romestead genau das Richtige sein. In charmanter Pixeloptik, die an das Design von Stardew Valley erinnert, stellt das Survival-Aufbauspiel angehende römische Statthalter vor neue Herausforderungen.
In diesem Artikel
Wir haben den Early-Access-Titel bereits gespielt und verraten euch, welche Stärken Romestead mit sich bringt und welche Features uns zur Verzweiflung brachten. Doch eins vorab: Wer hier ein Stardew Valley im antiken Rom erwartet, in dem man entspannt seine Stadt aufbaut und Feldwirtschaft betreibt, ist bei Romestead falsch, denn Entspannung suchten wir vergebens.
Rom ist gefallen
Das einstige Weltreich und die Macht Roms sind gefallen. Die Menschen entweder tot oder quer über das Land verstreut. Eine böse Macht hat sich erhoben und die Städte sowie die römischen Götter dem Erdboden gleichgemacht. Unsere Aufgabe ist es nun, die Zivilisation neu aufzubauen.
Dazu gründen wir eine Siedlung, die wir nach und nach zur Stadt ausbauen. Während ausschweifender Erkundungstouren durch die riesige Welt treffen wir immer wieder auf Überlebende, die eine Zuflucht suchen und uns bei der Produktion von Waren und Nahrung unterstützen.
Quelle: PC Games
Beim Aufbau unserer Stadt muss jeder Hammerschlag sitzen.
Gleichzeitig müssen wir den römischen Göttern zu ihrer alten Macht verhelfen, ihnen huldigen und regelmäßig Opfer darbringen. Wir müssen unsere Stadt ausbauen, für das Wohlergehen der Bürger sorgen und sie vor den nächtlichen Gefahren schützen. Außerdem sollen wir auf Erkundungstouren gehen, für ausreichend Nahrung sorgen, neue Bewohner anwerben und, und, und. Unsere To-do-Liste ist praktisch endlos.
Einen Grundstein legen
Wir beginnen damit, einen Stadtkern zu bauen und die ersten Gebäude zu errichten. Die Grundlagen erklärt uns das Spiel kurz und knackig. Nachdem wir aber wissen, wie Gebäude errichtet und Lebensmittel verteilt werden, sind wir auf uns allein gestellt. Alles, was das Tutorial uns noch mit auf den Weg gibt, ist: Sorgt für ausreichend Nahrung, achtet die Götter und haltet nach dem ersten Bossgegner Ausschau.
Also erstmal ein paar Häuser, einen Förster und einen Lederhandwerker bauen und dann auf in die Welt und Einwohner für unser verwaistes Dörfchen finden. Wird schon schiefgehen. Nachdem wir schließlich ein paar Menschen gefunden und in unsere Stadt geschickt haben, stellt sich aber die Frage: Woher bekommen wir Bauernhöfe und andere Produktionsstätten, sodass wir nicht mehr völlig allein für die Versorgung zuständig sind?
Die Antwort flog uns durch Zufall zu: von den Göttern. Etwas ratlos und ohne Tutorial bestand die Notlösung zunächst darin, einfach alles selbst in die Hand zu nehmen. Problem dabei: Die Erkundung bleibt so vollends auf der Strecke, und auch die ist wichtig, um unsere Stadt weiterentwickeln zu können. Irgendwann kamen wir auf die Idee, von allem, was wir finden, ernten oder erwirtschaften, etwas auf dem Altar den Göttern zu opfern.
Quelle: PC Games
Am Altar können wir verschiedenen römischen Göttern Opfer darbringen. Haben wir ihnen ausreichend gehuldigt, erhalten wir nützliche Belohnungen.
Nicht nur, dass wir dadurch Bekanntschaft mit den verschiedenen Göttern gemacht haben, sondern wir haben dadurch auch erst Missionen und Entwicklungsbäume freigeschaltet, durch die wir wichtige Gebäude und Weiterentwicklungen für unsere Stadt bekommen. Diese Information wäre von Anfang an hilfreich gewesen.
Doch auch nachdem wir nun endlich Bauernhöfe und Bäcker freigeschaltet haben, bleibt das Problem der Versorgung unserer Stadt. Denn bei der Produktion von Nahrung fehlt bisher ein sehr wichtiger Schritt: die Verteilung. Zwar pflanzen und ernten die Bauern selbstständig, solange Saatgut in ihren Lagern vorhanden ist, doch die geernteten Feldfrüchte landen nur im eigenen Lager und werden nicht zum öffentlichen Nahrungsvorrat transportiert. Das müssen wir stets selbst übernehmen, ansonsten leidet unser Volk schnell Hunger.
Bäcker sind zum Teil sogar noch umständlicher. Nicht nur, dass wir lang das Getreide selbst mahlen müssen, da die Freischaltung von Wassermühlen mit reichlich Aufwand verbunden ist. Die Bäcker selbst können nur zehn Aufträge auf einmal annehmen und jedes Brot zählt als einzelner Auftrag.
Quelle: PC Games
Eine kleine Siedlung hat noch nicht so viele Bedürfnisse, doch schnell gehen Nahrung und andere wichtige Ressourcen zur Neige.
Das bedeutet, wir geben jedes einzelne Brot separat in Auftrag und müssen, nachdem die zehn Brote gebacken wurden, erneut zehn Brote einzeln in Auftrag geben, ansonsten bleibt der Bäcker den restlichen Tag untätig. Da wir auch hier die fertigen Brote auf dem Lager abholen müssen, um sie unseren Bürgern überhaupt zugänglich zu machen, können wir bei der Gelegenheit gleich neue Aufträge verteilen.
Trotzdem bleibt es umständlich und ein zusätzlicher Aufwand, den man besonders während der Erkundungstouren nicht gewährleisten kann. Was die Auftragsketten und die Logistik angeht, bleibt während des Early Access also noch einiges an Verbesserungspotenzial. Allerdings ist die Logistik generell erst seit kurzem ein fester Bestandteil des Titels, weshalb hier mit ein paar Stolpersteinen zu rechnen war.
