Risen 2: Dark Waters im Test für PS3 und Xbox 360 - Das hat uns nicht so gut gefallen + Wertung und Fazit

Test Peter Bathge

Risen 2 im Test für PlayStation 3 und Xbox 360: Wir haben die Konsolen-Version von Risen 2: Dark Waters getestet und verraten euch in diesem Risen 2-Review unsere Eindrücke zum Piratenabenteuer. Während die Spiels sowie die Quest viel Abwechslung bieten, ist das Spiel in technischer Hinsicht eine Katastrophe.

Das hat uns nicht so gut gefallen

Indiskutable Technik

In der PC-Fassung unterstreichen sagenhafte Sonnenuntergänge und dichte Vegetation die stimmungsvolle Atmosphäre von Risen 2. Das machte so manche hakelige Animation und die niedrige Sichtweite vergessen. Die Konsolenversion hat diesen Bonus nicht: Das mit der Umsetzung beauftragte Studio Wizardbox hat die Qualität der Lichteffekte verringert, genauso wie die Polygonzahl von Figuren, Büschen und Bäumen. Wenn ihr über die Inseln stromert, poppen Objekte in der Ferne störend auf, Schatten wirken grob und flackern. Detailarme Bäume und Bodentexturen, bei denen ihr die Pixel einzeln zählen könnt, wecken Erinnerungen an alte PS2-Zeiten. Gruselig!

Clipping-Fehler sind in Risen 2 Alltag. Die Inquisitionssoldaten lassen ihre Musketen zum Beispiel lieber schweben, als sie in der Hand zu halten. Quelle: Deep Silver Clipping-Fehler sind in Risen 2 Alltag. Die Inquisitionssoldaten lassen ihre Musketen zum Beispiel lieber schweben, als sie in der Hand zu halten. Trotzdem ist die Performance des Spiels grottenschlecht: Immer wieder kommt es zu Rucklern, wenn ihr die Kamera schwenkt oder sich mehrere Figuren gleichzeitig auf dem Bildschirm befinden. Besonders verstörend im Jahr 2012: Wenn ihr die Schnellreisefunktion nutzt, die euch zu vorgegebenen Wegpunkten auf einer Insel transportiert, laden die Texturen am Zielort bis zu zehn Sekunden lang nach. Das Ergebnis sieht kurios aus; die Einrichtung von Häusern erscheint vor den Wänden, die Objekte an Deck eines Schiffes schweben sekundenlang frei in der Luft. In manchen Dialogen und Zwischensequenzen gibt es ähnliche Nachladehänger bei den Kleidungstexturen der Figuren und natürlich auch den einen oder anderen Clipping-Fehler. Die bei Angriffen des Helden teils regungslos verharrenden NPCs und Monster kennen wir zwar bereits aus der PC-Fassung, sie sorgen aber auch auf Xbox 360 und PlayStation 3 für viel Unmut. Ein sauberer Port sieht anders aus!

Spielerisch anspruchslose Kämpfe

Trotz einer Reihe von Spezialfähigkeiten, etwa Sand werfen und Gegner wegtreten (sogenannte schmutzige Tricks), laufen die häufigen Gefechte gegen Seeungeheuer, bissige Tiere und feindselige Piraten eintönig ab. Meist genügt es, in schneller Folge auf die Angriffstaste zu hämmern. Auseinandersetzungen mit Tieren und Monstern zehren zusätzlich an den Nerven, denn deren Schlägen seid ihr schutzlos ausgeliefert: Die Blockfunktion liefert nur im Duell mit menschlichen Widersachern Ergebnisse. Im Kampf gegen andere Kreaturen gewinnt stets derjenige, der das Gegenüber mit möglichst vielen Schlägen in möglichst kurzer Zeit eindeckt, denn dadurch unterbrecht ihr die Schlaganimation des Feindes.

Aus unverständlichen Gründen fehlt auf den Konsolen zudem die praktische Ausweichrolle, die Piranha Bytes der PC-Fassung per Patch spendierte. Taktische Finesse spielt somit keine Rolle, eure Spielfigur haut einfach ständig drauf und schlürft zwischendurch Grog oder Rum, der ihre Lebensenergie wieder auffüllt. Die automatische Zielerfassung sorgte im Test zudem zuweilen für Probleme, da sie nicht immer den gewünschten Gegner aufs Korn nahm. Als problematisch erweist sich auch die künstliche Intelligenz der Figuren. Gegner bleiben manchmal an unsichtbaren Barrieren hängen und NPCs reagieren nicht, wenn ihr sie angreift. Besonders kurios: Haut ihr einen friedlichen Stadtbewohner um, erhaltet ihr dafür Ruhmpunkte. Konsequenzen braucht ihr nicht zu fürchten, nach wenigen Sekunden hat das Opfer die Schandtat wieder vergessen! Das zehrt an der Atmosphäre.

Geschichte ohne echte Dramatik

Die Handlung verliert nach dem packend inszenierten Beginn schnell an Fahrt, weist einige Logiklücken auf und schafft es zudem nie, ein Gefühl der Bedrohung zu erzeugen. Für ein Rollenspiel mit offener Welt ist sie allerdings dennoch solide; die Geschichten von Skyrim oder Dragon's Dogma bieten sogar noch deutlich weniger Spannungspunkte. Das Ende bekommt ihr nach rund 30 Stunden und einem enttäuschenden Bosskampf zu sehen. Bis dahin übt Risen 2 aber eine starke Faszination auf den Spieler aus. Das liegt vor allem am ungewöhnlichen Szenario und der dichten Atmosphäre des deutschen Rollenspiels.

Bildergalerie

Wertung zu Risen 2: Dark Waters (X360)

Wertung:

69 /10
  1. Seite 1 Risen 2: Dark Waters im Test für PS3 und Xbox 360 - Das hat uns gefallen - Spielwelt, Spezialfähigkeiten
  2. Seite 2 Risen 2: Dark Waters im Test für PS3 und Xbox 360 - Das hat uns gefallen - Quests, Steuerung
  3. Seite 3 Risen 2: Dark Waters im Test für PS3 und Xbox 360 - Das hat uns nicht so gut gefallen + Wertung und Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk