Ridge Racer Unbounded im Test für PS3 und Xbox 360! Ein tragischer Unfall: Die weltberühmte Rennspiel-Serie driftet ab - und zwar direkt ins Genre-Mittelmaß! Was ist schiefgelaufen? Das erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test zu Ridge Racer Unbounded.
Das hat uns an Ridge Racer Unbounded nicht gefallen:
Das Zerstörungsprinzip geht nicht auf
Auf dem Papier klingt die Grundidee von Unbounded brillant: Jedes Streckenobjekt ist zerstörbar und euer virtuelles Auto fungiert als fahrende Abrissbirne. Nur zu dumm, dass die Spielphysik so launisch ist wie ein Redakteur an Abgabetagen: Mal heizt ihr unbeirrt mitten durch Steinsäulen hindurch, mal zerschellt eure Karre an einer minimal hervorstehenden Häuserkante. Das frustriert nicht nur ungemein, es begräbt auch jegliche Motivation, die Strecken besser kennenzulernen. Fast schon bizarr: Unbounded WILL, dass ihr rabiat fahrt, bestraft euch dann aber dafür. Beispiel gefällig? Kein Problem: Der typische Turbo-Boost wird hier durch Drifts und Rempeleien aufgeladen. Ist er schließlich voll, so könnt ihr einen Power-Schub auslösen und durch komplette (vom Spiel optisch hervorgehobene) Gebäude brettern. Als vernünftiger Mensch denkt man nun: "Okay, das bringt mir also dann einen Vorteil" - und liegt damit komplett daneben. Bei unserem knapp 10-stündigen Test verzichteten wir irgendwann absichtlich auf die vermeintlichen Abkürzungen - und kamen so deutlich schneller ins Ziel.
Zahlreiche Fehler und Macken
Um neue Events freizuschalten, müsst ihr jeweils unter die ersten drei fahren UND eine Mindestpunktzahl erreichen. Letzteres ging uns gediegen auf den Keks: Denn einige Vorgaben sind fies und scheinbar willkürlich gewählt. Ebenso ärgerlich: Euer Level-Fortschritt wird zwar durch neue Automodelle belohnt, diese sind aber allesamt optisch wie spielerisch austauschbar. Und dann wäre da ja noch die "Ereigniskamera": Diese Funktion sorgt dafür, dass jeder Unfall durch eine kleine Zwischensequenz halbwegs spektakulär inszeniert wird.
Quelle: Namco Bandai
Weitere Screenshots aus Ridge Racer Unbounded. Das Rennspiel ist für PS3 und Xbox 360 im Handel erhältlich. (3)
An sich eine nette Idee, die sich aber als Rohrkrepierer entpuppt: Denn nach jeder Crash-Show wird die Kollisionsabfrage für wenige Augenblicke abgeschaltet. Dadurch könnt ihr jeweils nur einen Gegner wegrammen - durch den zweiten, davor fahrenden gleitet ihr einfach hindurch. Zum Glück lässt sich die "Ereigniskamera" in den Optionen abschalten, was ihr unbedingt tun solltet. Abseits der Kampagne bietet Ridge Racer Unbounded keinerlei Solo-Beschäftigung! Und auch die Mehrspieler-Abteilung beschränkt sich auf das Mindeste: Online-Optionen? Ja. Splitscreen-Rennen? Nö.
Biedere Präsentation
Ein ordentlich gemachtes Intro, ein paar kurze Zwischeneinspieler - mehr Drumherum wird hier nicht geboten. Das bremst die Dauermotivation erheblich, zumal auch die freispielbaren Karren enorm austauschbar sind. Geschmacksache ist hingegen der Soundtrack: Uns ging das öde Elektrogeschrammel bereits nach wenigen Minuten auf die Nerven, auch wenn es natürlich prinzipiell gut zur Ridge Racer-Serie passt.
