Resident Evil 3: Horror, Terror und ganz viel Liebe zum Detail - Wir haben das Remake gespielt!
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Anfang letzten Jahres begeisterte uns das Remake von Resident Evil 2 und am 3. April 2020 soll bereits schon die Neuauflage des dritten Teils der Survival-Horror-Reihe erscheinen. Wir durften das Action-Adventure von Capcom bereits ausführlich anspielen und sagen euch in dieser Vorschau, warum Resident Evil 3 genauso toll wie das Resi-2-Remake, aber trotzdem ein bisschen anders wird.
Im letzten Jahr lieferte Capcom mit Resident Evil 2 eine vollständig überarbeitete Neuauflage des gleichnamigen Survival-Horror-Klassikers von der ersten Playstation ab, der sowohl die Fans des Originals als auch neue Spieler begeisterte. Der Titel wurde sowohl redaktionsintern als auch beim offenen Leser-Voting auf unseren Webseiten zum Spiel des Jahres gewählt und verkaufte sich auf allen Plattformen hervorragend. Da verwundert es auch nicht, dass in diesem Jahr direkt das Remake des dritten Teils folgen soll, welcher schon im Jahr 2000 für schlaflose Nächte sorgte.
Einige Fans der Reihe waren zuletzt jedoch skeptisch, ob Resident Evil 3 (jetzt kaufen / 35,99 € ) eine genauso liebevolle und durchdacht modernisierte Neuauflage bekommt wie der Vorgänger, da zwischen den Veröffentlichungen der beiden Teile nur etwas über 13 Monate liegen. Wir können jedoch Entwarnung geben, denn im Rahmen eines Events in London durften wir bereits eine etwa 90-minütige Demo der Singleplayer-Kampagne zocken, die uns etwa an den Anfang des Spiels versetzte und so viel Atmosphäre, Grusel und Terror versprühte, dass wir am liebsten direkt das ganze Spiel verschlungen hätten. Gut, vielleicht hätten wir uns zwischendurch noch ein paar Erwachsenenwindeln besorgt, denn an einigen Stellen erschreckten wir uns heftiger als Boris Becker, wenn er einen Brief vom Finanzamt aus dem Kasten zieht.
Resident Evil 3 im Hands-on-Preview
Immer noch kein Jill-Sandwich
Quelle: Capcom
Von Feuer umgeben ist man ja ohnehin leicht panisch, doch wenn man
zudem noch Nemesis im Nacken hat, geht einem so richtig die Düse.
Genau wie das Original spielt auch das Remake von Resident Evil 3 zeitlich sowohl vor als auch nach dem zweiten Teil. Wie schon im Klassiker aus dem Jahr 2000 übernehmt ihr die Rolle der bereits aus dem ersten Serienteil bekannten Jill Valentine. Diese hat nach den Geschehnissen im Herrenhaus (Resident Evil 1) ihren Dienst bei der Spezialeinheit S.T.A.R.S. (Special Tactics and Rescue Service) quittiert und möchte einfach nur aus Raccoon City verschwinden.
Das ist aber gar nicht so leicht, denn dank der Umbrella Corporation wird die Stadt von Zombies überrannt. Und als wäre das noch nicht genug, schickt der böse Konzern auch noch sein neues Projekt namens Nemesis nach Raccoon City. Der genetisch mutierte Tyrant trägt nicht nur eine schwere Rüstung, sondern ist auch noch fähig, mit Waffen wie Flammen- und Raketenwerfern umzugehen und wurde darauf programmiert, jedes überlebende S.T.A.R.S.-Mitglied auszulöschen. So möchte Umbrella nämlich sichergehen, dass die Spezialeinheit niemandem von den geheimen Biowaffenexperimenten des Konzerns berichten kann.
Auf ihrer Flucht vor Nemesis und aus der Stadt trifft Jill auch auf weitere Überlebende aus dem U.B.C.S.-Delta-Team, wie den jungen Söldner Carlos Oliveira. Carlos war schon im Original ein spielbarer Charakter und soll im Remake sogar eine noch größere Rolle einnehmen; in der von uns gespielten Demo steuerten wir nur Jill, trafen den Experten für schwere Waffen jedoch in einer Zwischensequenz und kommunizierten mit ihm über ein Funkgerät.
Quelle: Capcom
Diese Viecher erinnern an die Brain Sucker aus dem Original. Erwischen sie euch, pumpen sie euch einen Parasiten in den Körper, den ihr schnell auskotzen solltet.
Terror statt Horror
Wer das Remake von Resident Evil 2 gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden, denn an der Perspektive und der Steuerung der Spielfigur hat sich natürlich nichts geändert. Zudem setzt auch die Neuauflage von Resi 3 wieder auf die bereits im Vorgänger und in Resident Evil 7: Biohazard verwendete RE Engine, die mit tollem Licht-und-Schatten-Spiel für eine herrlich gruselige Atmosphäre sorgt. Die Spielwelt sieht einfach klasse aus. Wenn man beobachtet, wie sich die Neonreklame eines Geschäfts auf dem feuchten Asphalt spiegelt, schlägt das Herz jeder bekennenden Grafikhure höher. Auch die Charaktermodelle von Jill, Carlos oder den Untoten sind super detailliert gestaltet.
Quelle: Capcom
Raccoon City wird wunderbar atmosphärisch eingefangen. Ruhige Momente sind jedoch eher selten, denn überall lauern Zombies und andere Monstrositäten.
Viel Zeit, um die Optik zu bewundern, hat man allerdings nicht, denn Resident Evil 3 ist um einiges actionreicher als der Vorgänger. Faszinierte das Remake von Resi 2 noch damit, dass sich der Horror langsam aufbaute und heranschlich, um dann später plötzlich hervorzubrechen, ist man in Resident Evil 3 stets gehetzt. Natürlich gibt es auch immer wieder ein paar ruhigere Passagen, doch diese fallen kürzer aus als im letzten Teil. Wir bewegen uns durch die Straßen von Raccoon City und suchen einen Weg, um die Kontrollanlage der U-Bahn wieder mit Strom zu versorgen.
Hier sind wir natürlich ungeschützter als noch mit Leon S. Kennedy im abgeriegelten Polizeirevier. Aus allen Ecken kommen Zombies hervor und wanken auf Jill zu. Oftmals würden wir im Kampf untergehen und müssen deshalb schnell durch eine Lücke zwischen den Untoten preschen und uns eine möglichst ungefährliche Route suchen. Wer immer seelenruhig auf die Zombies ballert, ist verloren. Entweder fallen die Biester einem plötzlich in den Rücken oder aber die Munition geht zur Neige. Resi-typisch ist auch das Remake von Teil 3 mit Patronen knausrig, aber man hat es sehr oft mit mehr Gegnern zu tun als im Vorgänger.
Quelle: Capcom
Neben normalen Zombies erwarten euch in Resi 3 natürlich auch viele weitere Monster und Mutationen. Selbst Kenner des Originals werden überrascht sein.
Ohnehin wirkten die Untoten in der von uns gespielten Demo noch ein bisschen robuster als in Resi 2. Es kam durchaus vor, dass ein Zombie, den wir nach etlichen Schüssen endlich für ganz tot hielten, uns beim Vorbeigehen doch noch ins Bein biss. Das angezogene Tempo und die höhere Gegnerzahl machen Resident Evil 3 durchaus etwas knackiger als den letzten Teil. Der erhöhte Action-Faktor ist auch daran zu bemerken, dass wir bereits in der Demo, die ziemlich zu Beginn des Spiels einsetzt, die Schrotflinte, den Granatwerfer und mehrere Waffenverbesserungen fanden.
Eine Ballerbude wie Resident Evil 6 muss man allerdings auch nicht befürchten. Wie schon das Remake des Vorgängers ist auch Resident Evil 3 mit viel Bedacht designt. Resi 3 setzt zwar auf die Basis des letzten Titels, fühlt sich aber anders und frisch an. Erneut hat man das Gefühl einer stetigen Bedrohung. Diesmal aber nicht so, als ob hinter der Ecke etwas lauern könnte, sondern so, als ob plötzlich sämtliche Zäune um einen herum einstürzen könnten und man von den Monstern eingekesselt werden könnte. Resident Evil 3 ist kein schleichender Grusel um einen herum, sondern purer Terror, der einem im Nacken sitzt und Panik aufkommen lässt.
Klassisch und doch modern
Trotz des veränderten Horror-Ansatzes und des veränderten Spielgefühls aufgrund der nun offeneren Umgebung setzt das Gameplay natürlich auf gewohnte Resi-Tugenden. Sprich: Ihr steht vor verschlossenen Türen, die sich nur mit einem bestimmten Item öffnen lassen, für das ihr bestimmte Umwege gehen müsst, um es zu erlangen. Dazwischen gibt es einige Schalterrätsel und um zum Ziel zu kommen, müsst ihr manchmal mehrmals durch dieselben Bereiche laufen. Durch das gehetztere Spielgefühl fällt das Backtracking aber nicht mehr so negativ auf wie in vergangenen Serienteilen, da man bereits nach kurzer Zeit damit anfängt, sich bestimmte Safe-Spots zu merken, von denen man dann schnell zum nächsten sicheren Punkt gelangen kann, ohne die Aufmerksamkeit von zu vielen Zombies auf sich zu ziehen.
Zudem gibt es bei den Konfrontationen mit Monstern und Mutationen nun zwei kleine Änderungen zum letzten Teil. Da man nun öfter die Flucht ergreifen muss und die Zombies einem dabei gefährlich nahe kommen, kann man nun mit einem Druck auf R1 einen schnellen Ausweichschritt vollführen. Die zweite Änderung dürfte vor allem Resi-Puristen erfreuen: Das Messer zerbricht nicht mehr im Kampf. So kann man Munition sparen und heranrückende Untote auf Abstand halten. Eigentlich sind das Kleinigkeiten, doch diese beiden Änderungen sorgen dafür, dass sich Resident Evil 3 noch ein bisschen dynamischer spielt als der letzte Teil.
Quelle: Capcom
Die Aufeinandertreffen mit Nemesis sind super intensiv und echt packend inszeniert. Wer hier nicht schwitzt, ist schon lange tot.
Nemesis im Nacken
Im Verlauf der von uns gespielten Demo treffen wir natürlich nicht nur auf einfache Zombies, sondern auch noch auf weitere fiese Monstrositäten. So kämpfen wir in der Kanalisation beispielsweise mit Brandgeschossen gegen Hunter Gammas, die uns mit ihrem riesigen, mit mehreren Zahnreihen besetzten Maul gerne anknabbern wollen, oder wir müssen in einem Nest von ekligen Käfern, die an die Brain Sucker aus dem Original erinnern und uns einen Parasiten in den Körper pflanzen wollen, mehrere Generatoren einschalten.
Nicht nur die Gegner, auch die verschiedenen Gebiete sind echt abwechslunsgreich und die Inszenierung des Spiels sorgt immer wieder dafür, dass der Puls mächtig rast. Damit kommen wir dann auch zur Biowaffe Nemesis, die uns in der Demo bereits mächtig einheizte. Wer dachte, Mister X aus Resident Evil 2 sei der nervenzerfetzendste Terror, wird hier eines Besseren belehrt. Nemesis ist schneller, stärker, lauter, zerstörerischer und die grunzenden "STAAAARRRRS!"-Schreie gehen einem durch Mark und Bein. Jederzeit hat man das Gefühl, von einer echten Tötungsmaschine verfolgt zu werden.
Der übermutierte Tyrant hat sogar einige Überraschungen in petto, die wir hier jedoch nicht ausplaudern werden. Während der Demo entkommen wir dem Ungetüm mehrmals nur knapp, um dann später doch dagegen anzutreten. Wir haben auch gar keine andere Wahl, schließlich jagt uns das Biest mit seinem Flammenwerfer auf ein Hochhausdach und steckt dabei sämtliche Etagen in Brand. Auch jetzt im direkten Kampf bleiben wir in Bewegung und versuchen, Abstand zum Tyrant zu halten.
Quelle: Capcom
Wer dachte, Mr. X sei der pure Terror gewesen, wird von Nemesis eines Besseren belehrt.
Dafür laufen wir geschickt um zwei Objekte herum. Da wir schon mal das eine oder andere Spiel gezockt haben, wissen wir natürlich, dass wir auf den Tank am Rücken von Nemesis schießen sollten, allerdings ist der mordlüsterne Mutant mit dem Überbiss flink genug, dass wir ihm nicht einfach in den Rücken fallen können. Wir nutzen daher einen Generator sowie Granaten und Explosivgeschosse, um das mit Flammen herumschießende Monster kurzzeitig zu betäuben, und nehmen dann den Tank aufs Korn.
Irgendwann kommt es dann zu einer großen Explosion, doch was danach passiert, wollen wir euch nicht verraten. Wir sagen nur so viel: Genau wie dem Vorgänger scheint auch dem Remake von Resident Evil 3 der Spagat zwischen klassischem Spielgefühl und moderner Technik sowie zwischen Erwartung und Überraschung zu gelingen. Resi 3 nutzt die Basis des Vorgängers und wirkt dadurch vertraut, hat aber ein ganz eigenes, frisches Spielgefühl. Genau wie bei der Neuauflage von Teil 2 wirkten Spielelemente, Neuerungen und Änderungen in der von uns gespielten Demo absolut durchdacht. Nur die Rätsel hätten durchaus ein bisschen knackiger sein dürfen, aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau. Horrorfans dürfen sich sehr auf den Release des Spiels am 3. April freuen.
Eine eigene Hands-on-Vorschau zum Multiplayer-Modus Resident Evil: Resistance findet ihr hier.
Meinung & Fazit
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