Mit dem ersten Serienteil für die Xbox 360 gewinnt Ubisoft den Jackpot!
Ihr Team unterwegs im Calypso Hotel - die 3D-Modelle und Animationen Ihrer Kollegen sehen hinreißend aus.
Zwischen dem Actionroman-Autor Tom Clancy und der französischen Softwarefirma Ubisoft besteht schon seit Jahren eine fruchtbare Beziehung. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit finden Sie regelmäßig im Spielehandel, in der Regel unter Dachmarken wie Splinter Cell, Ghost Recon oder eben der ältesten der Clancy-Marken, Rainbow Six. Seit dem ersten Titel von 1998 sind diverse Nachfolger und Add-ons erschienen, mit Lockdown erreichte die Serie im vergangenen Jahr allerdings einen Wertungstiefpunkt (Xbox, 81 %). Kein Wunder, dass das kanadische Entwicklerteam das Feedback nun in die Entwicklung von Rainbow Six Vegas, der Serienpremiere auf der Xbox 360, eingebracht hat.
Eine der größten Änderungen ist offensichtlich: Wie schon bei den Vorgängern setzt Ubisoft auch in Vegas auf die Unreal-Engine, um Spielgrafik, Soundeffekte und Berechnung der künstlichen Intelligenz unter einen Hut zu bringen. Das Ergebnis ist wunderschön, nicht zuletzt wegen der mittlerweile deutlich aufwendiger gestalteten Levels. Das verwundert nicht, schließlich verbringen Sie einen Großteil des Spiels in der mit bunten Lichtern übersäten Zockerhochburg Las Vegas.
Die Wüstenmetropole wird von Terroristen angegriffen, also schickt das Militär die internationale Antiterrorgruppe Rainbow vor, um den Plan der Bösewichter zu durchkreuzen. Doch was in Las Vegas passiert, soll nur eine Ablenkung von dem tatsächlichen Attentat sein - und dies müssen Sie mit Ihrem Team vereiteln. Die Story klingt wie ein Abklatsch einer 24-Staffel - und ganz wie in der Fernsehserie ist der Held mit seiner Truppe unterwegs, um eine kleine Katastrophe nach der anderen zu verhindern. In den bisherigen Rainbow Six-Spielen schienen die Levels nur mit einem dünnen Handlungsstrang verbunden worden zu sein, doch in Vegas erwartet Sie kein wirres Textbriefing, sondern eine Handlung mit rotem Faden.
Viel wichtiger als die Story ist allerdings die taktische Komponente des Spiels, schließlich wurde nicht nur an der Steuerung und dem Leveldesign gefeilt. Schon nach einigen Spielminuten stellen Sie fest, dass das Vegas-Team nur drei Mitglieder hat und dass die in Lockdown schon ausgelassene Planungsphase erneut fehlt - ebenso wie die Möglichkeit, die Teammitglieder selbst zu steuern. Doch der vermeintliche Gameplay-Kahlschlag hat dem Spiel gut getan, denn mit ihm bringt Ubisoft auch ein paar sinnvolle Neuerungen ins Spiel.
Eine dieser Änderungen betrifft beispielsweise die Teamsteuerung. In R6V manövrieren Sie Ihr Team leichter durch die Levels als jemals zuvor: Mit der A-Taste erteilen Sie den Kollegen entweder einen Marschbefehl oder schicken sie vor eine Tür. Sind sie dort angekommen, zeigt Ihnen das Spiel die bekannten Möglichkeiten: Raum mit Blendgranaten räumen, Tür mit Sprengsatz öffnen, Tür regulär öffnen - alle Sturmfunktionen der Vorgänger sind verfügbar. Und was nun kommt, ist der Hammer: Mit der kleinen Snake-Cam können Sie unter der Tür in den Raum lugen, um den Kollegen zu zeigen, welche Gegner zuerst erledigt werden müssen. Wenn Sie sich dabei nicht beeilen, kann das für die Geiseln in einem Raum schnell den Tod bedeuten und das Spiel verfrachtet Sie wieder an den letzten automatischen Speicherpunkt zurück. Manuell dürfen Sie den Spielstand nicht sichern. An einigen Stellen hat uns das wirklich geärgert, da die Gegner bereits im Normal-Modus ganz schön knackig sind.
