Die wohl größte Neuerung beim vierten PGR ist die Möglichkeit, mit Motorrädern antreten zu können. Diese lassen sich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig steuern, mit etwas Übung können Sie aber auch damit stylisch und effektiv durch die Gegend brettern. Im Vergleich zur Steuerung der Autos sind die Motorräder deutlich anspruchsvoller zu fahren, vermitteln aber vor allem in der Ego-Perspektive ein absolut geniales Fahrgefühl. An der Fahrphysik der Autos wurde wiederum etwas gefeilt: die Drifts lassen sich nun einen Tick besser als im dritten Teil kontrollieren. Somit schaffen die Herren der Bizarre Studios auch dieses Mal wieder den perfekten Spagat zwischen Fahrgefühl und Realitätsnähe, ohne dabei zu viel an Tiefgang einzubüßen oder es dem Spieler zu leicht zu machen.
Getunt oder eingestellt werden kann an den flotten Kisten nichts - lediglich bei der Lackierung dürfen Sie sich ein kleines bisschen kreativ austoben und den Wägelchen einen mehr oder weniger individuellen Look verpassen. Insgesamt stehen Ihnen knapp 100 Autos und über 20 Motorräder zur Verfügung, deren Auswahl jedem Spieler mit Benzin im Blut das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Egal ob Klassiker wie der Lamborghini Countach, Kraftprotze wie der Mercedes Benz CLK DTM, zivile Straßenraketen vom Kaliber eines BMW M5 oder Exoten aus dem Hause Ferrari, Zonda, RUF, McLaren und Königsegg - hier wird wirklich jeder fündig, was zudem auch für die Motorräder gilt. Außer auf Bikes der großen Hersteller wie Honda, Suzuki, BMW und Yamaha dürfen Sie auch auf Feuerstühlen von Ducati, Harley Davidson oder Buell Platz nehmen.
Das Streckendesign ist ähnlich dem der Vorgänger: zahlreiche 90-Grad-Kurven und Schikanen laden nur dazu ein, das Heck ausbrechen zu lassen und mit dem Gaspedal zu lenken. Im Vergleich zu PGR 3 wirken die Kurse etwas weniger eng und bieten weitere Auslaufzonen, was dem Spielfluss sehr zugute kommt. In insgesamt acht Umgebungen und auf zwei Rennstrecken rasen Sie auf einer Vielzahl an verschiedenen Streckenvariationen durch die Gegend und müssen immer ein weiteres neues Feature des vierten Teils mit einkalkulieren - das Wetter. So erwarten Sie auf der Piste Regenschauer, Gewitter, Schneefall, Nebel und weitere (sich auch während der Rennen ändernde) Wetterereignisse, die nicht nur atemberaubend inszeniert sondern auch beim Fahren deutlich zu spüren sind. In Pfützen gerät Ihr Fahrzeug dank Aquaplaning schnell ins Schleudern, auf Schnee verlängert sich der Bremsweg enorm und im Nebel rasen Sie nicht selten mit nahezu null Sichtweite durch die Gegend. Auch hier haben die Entwickler wieder Feingefühl bewiesen: die Streckenbeschaffenheit ist deutlich zu spüren, wirkt sich aber vor allem bei Schnee nicht ganz so heftig wie in der Realität auf das Fahrverhalten aus. Mit 280 auf dem Motorrad über eine geschlossene Schneedecke auf der Nordschleife zu ballern wäre in der Realität wohl etwas nur für Todessehnsüchtige - in PGR 4 macht es einfach nur eine Menge Spaß!
