Schockschwerenot! Konami entsorgt die deutsche Liga aus seiner Fußball-Referenz.
Auch im sechsten Teil dürfen Sie das runde Leder wieder mit viel Feingefühl behandeln. Die Ballphysik ist erneut erschreckend realistisch.
Na, sind Sie ordentlich erschrocken, als Sie die Schlagzeile dieses Artikels gelesen haben? Wir sind es auch, als wir gleich zu Beginn unseres Tests festgestellt haben, dass in Pro Evolution Soccer 6 in diesem Jahr keine deutsche Fußball-Liga vertreten ist. In den Vorgängern waren immerhin nichtlizenzierte Plagiate der deutschen Clubs dabei. So lief der Hamburger SV beispielsweise unter dem Pseudonym "Hanseaten", Werder Bremen als "Weser" oder der FC Bayern als "Rekordmeister" auf.
Über den einfach zu handhabenden Editor konnte man sämtlichen Teams dann deren Originalnamen verpassen und eine komplette Bundesliga-Saison absolvieren. In PES 6 ist dies nun aber leider nicht mehr möglich, denn nur der FC Bayern München hat es - immerhin vollständig lizenziert - ins Spiel geschafft. Das Fehlen der restlichen deutschen Clubs im neuesten Teil ist aber ein Armutszeugnis für die Serie. BVB-, S04- und Eintracht-Fans gucken allesamt in die Röhre und selbst die Bayern-Fans dürften nicht glücklich werden, da keine Duelle mit den Bundesliga-Rivalen zum Beispiel aus Leverkusen, Nürnberg oder Mainz möglich sind.
Und dabei hätte alles so schön werden können, denn insgesamt hat Konami die Lizenzvielfalt im Vergleich zum Vorgänger erneut aufgestockt. Neben der italienischen, spanischen und holländischen Fußballliga ist nun nämlich erstmals auch die französische Ligue 1 mit sämtlichen Vereinen, Spielern und Originaltrikots am Start. Dazu gesellen sich nun auch einige vollständig lizenzierte Nationalmannschaften wie beispielsweise Weltmeister Italien, der in seinen Puma-Trikots aufläuft. Die Spieler der deutschen Landesauswahl treten leider erneut nur mit falschen Namen, Gesichtern und Trikots an.
Weitere Hiobsbotschaften gibt es auch im Bereich der Editor-Funktionen zu vermelden. War es im Vorgänger auf der Xbox noch problemlos möglich, die Namen von Ligen, Pokalwettbewerben, Vereinen und Stadien sowie das Aussehen der Trikots zu aktualisieren, sind die Änderungsmöglichkeiten mit dem Editor der ersten Xbox-360-Fassung nun nur noch auf die Spielernamen beschränkt. Sie können auf der Xbox 360 also lediglich den nichtlizenzierten Rasensportlern deren echte Namen verpassen.
Neben diesen betrüblichen Nachrichten gibt es aber auch wieder sehr viel Gutes über Konamis populäre Fußballreihe zu berichten. Das Gameplay von Pro Evolution Soccer bleibt auch im sechsten Teil die absolute Referenz, wenn es um Fußball-Games mit realistischen Matchabläufen geht. Dafür hat Konami einmal mehr die Spielmechanik um Nuancen optimiert. Am grundsätzlichen Spielablauf und der Steuerung hat sich erwartungsgemäß nichts geändert, lediglich das Spieltempo wurde sinnvoll verlangsamt, sodass sich die Akteure und das Leder nun in einer beängstigend wirklichkeitsnahen Geschwindigkeit über den Platz bewegen. Des Weiteren verfeinerten die Entwickler um Shingo "Seabass" Takatsuka auch die künstliche Intelligenz der Gegenspieler. Die Abwehrreihen Ihrer Kontrahenten sind nun noch einen Tick schwerer zu durchbrechen und verhalten sich weitaus geschickter in Zweikämpfen.
