Prey von 2011 bis heute
Special
Kaum vorstellbar, aber wahr: Die Marke Prey existiert schon seit über 20 Jahren, kann bislang aber nur einen echten Erfolg für sich verbuchen! Wir blicken zurück auf eine vom Pech verfolgte Serie, die 1995 ihren Anfang nahm.
Mit seinen irren Ideen, seinem starken Design und der dichten Story traf Prey einen Nerv: Der Shooter erntete überwiegend positive Kritiken und verkaufte innerhalb weniger Monate eine Million Exemplare. Ein Nachfolger war da nur noch eine Formsache! Und tatsächlich: Im Jahr 2011 kündigte Publisher Bethesda, der 2009 die Markenrechte von 2K Games übernommen hatte, endlich den offiziellen Nachfolger Prey 2 an.
2011: Prey 2 - verloren, aber nicht vergessen!
Quelle: Bethesda
Durch Drohungen und andere Mittel ließen sich aus gefangenen Zielpersonen zusätzliche Informationen und Credits "herauskitzeln".
Prey 2 wurde erneut von Human Head Studios entwickelt, diesmal ohne Aufsicht oder Beteiligung von 3D Realms. Prey 2 entpuppte sich auch nicht als direkter Nachfolger. Für Indianer-Held Tommy war zwar eine wichtige Rolle in der Story vorgesehen, doch spielbar wäre er nicht gewesen. Stattdessen sollte man in die Haut des US-Marshalls Killian Samuels schlüpfen, der zu Beginn von Aliens aus einem Flugzeug entführt wird - die Bruchlandung der Linienmaschine konnte man bereits im ersten Prey miterleben. Einige Jahre später hatte Killian jedoch keine Erinnerungen mehr an das, was nach der Entführung geschah - stattdessen befand er sich nun auf dem Alien-Planeten Exodus, wo er als Kopfgeldjäger arbeitete.
In ersten Präsentationen hinterließ Prey 2 einen tollen Eindruck: Das düstere Design der Alien-Städte mit ihren grellbunten Neonreklamen und vielfältigen NPCs sah klasse aus! Man merkte dem Spiel kaum an, dass es auf der veralteten id Tech 4 basierte. Und auch spielerisch ging Prey 2 neue Wege und entließ uns in eine offene Welt, in der wir nicht nur der Hauptstory folgen, sondern auch nach Lust und Laune Nebenaufträge annehmen, Händler besuchen und unsere Ausrüstung verbessern durften. Besonders cool wirkte das Bewegungssystem, wenn wir eine gesuchte Person durch die futuristische Stadt jagten: Wie in Mirror's Edge rasten wir durch die Gassen, rutschten unter Hindernissen hindurch, zogen uns elegant an Kanten herauf - ausgesprochen flüssig!
Quelle: Bethesda
Mit spannenden Verfolgungsjagden und tollem Bewegungssystem sollte Prey 2 weit mehr bieten als nur Schießereien.
Doch hinter den Kulissen rumorte es: Wie später bekannt wird, war der Publisher mit den Entwicklungsfortschritten unzufrieden - laut Bethesda habe das Projekt einfach nicht die nötige Qualitätsstufe erreicht. 2012 kamen bereits erste Gerüchte auf, die Entwicklung sei eingestellt worden. Im Oktober 2014 folgte dann die traurige Bestätigung - Prey 2 sollte niemals das Licht der Welt erblicken.
2017: Arkane Studios haucht der Marke neues Leben ein
Bethesda hatte die Marke Prey allerdings noch nicht abgeschrieben! Stattdessen bekam Arkane Studios (Dishonored) grünes Licht, um ein brandneues Prey zu entwickeln. Das hat bis auf den Namen allerdings nichts mehr mit dem Original gemein - Tommy, der tapfere Weltall-Indianer, hat sein Kriegsbeil wohl endgültig begraben. Wie schade! Doch immerhin: Auch das neue Prey macht einen tollen Eindruck und könnte sich im nächsten Jahr als echtes Highlight entpuppen.
Das brandneue Prey entführt den Spieler auf die Raumstation Talos 1, die in einer nahen Zukunft unseren Erdmond umkreist. Dort schlüpfen wir in die Haut von Morgan Yu, wahlweise männlich oder weiblich. Yu ist Teil eines wissenschaftlichen Experiments, in dem Alien-Technologie erforscht werden soll. Logisch, dass das Unglück da nicht lange auf sich warten lässt: Talon 1 wird von unheimlichen schwarzen Außerirdischen angegriffen, den sogenannten Typhons, die auf den ersten Blick an lebendige Schatten erinnern. Yu muss sich nun seinen Weg durch die Station bahnen, Ausrüstung sammeln und neue Wege finden, um das Geheimnis der Experimente zu ergründen und seine oder ihre Haut zu retten.
Quelle: Bethesda
Ungesund: Morgan Yu (hier die männliche Version) steht im Zentrum der Alien-Experimente und muss das Geheimnis um Talos 1 und seine Person aufdecken.
Für seine neue Vision von Prey setzt das Team der Arkane Studios auf größtmögliche Freiheit: Der Spieler wird Talos 1 weitestgehend frei erkunden können, auch Weltallspaziergänge im Raumanzug sind dabei möglich. Nebenquests, umfangreiches Crafting, Puzzles, Entscheidungen und ausgeprägte Rollenspielelemente rücken Prey deutlich in die Nähe von System Shock 2 und Bioshock. Mit dem stark geskripteten Ballerspiel von 2006 hat Arkanes Prey dagegen nichts mehr gemein. Waffen und Muition sind im neuen Prey rar gesät, man muss daher seinen Erfindergeist unter Beweis stellen: Yu nutzt beispielsweise die sogenannte GLOO Cannon, um Gegner mit einer Art Klebstoff zu überziehen, der binnen Sekunden aushärtet. Das macht die Feinde verwundbar, etwa für eine Feuergranate - nur eine von vielen Alien-Fähigkeiten, die Yu im Spielverlauf erlernen kann.
Quelle: Bethesda
Dunkler Albtraum: Die Typhon-Außerirdischen erinnern an lebende Schatten und treten in verschiedenen Formen auf.
Auch Rätsel sollen einen großen Teil der offenen Spielerfahrung ausmachen. Beispielsweise kann sich Yu ähnlich wie ein bestimmter Alien-Typ in scheinbar harmlose Gegenstände verwandeln, etwa in eine Tasse - in dieser Gestalt kann Yu dann durch kleine Lücken huschen und so neue Wege eröffnen. Wie man solche Fähigkeiten und seine Ausrüstung kombiniert, um Talos 1 zu erkunden, soll den großen Reiz von Prey ausmachen. Abseits der dichten Hauptstory sollen die Pfade nämlich nicht streng vorgegeben sein, laut der Arkane Studios wird daher jeder Spieler seinen eigenen Weg durch das Spiel finden können.
Prey: Unsere Titelstory in PC Games 10/2016, Digitalausgabe erhältlich
Quelle: PC Games
Die Extended-Version von PC Games 10/2016
Noch mehr Infos zum neuen Prey findet ihr in unserer ersten Vorschau von der Quakecon. Redakteur Max Falkenstern hatte dort bereits die Gelegenheit, das Spiel live zu erleben. Außerdem widmen wir dem hochspannenden Projekt die Titelstory unserer aktuellen Ausgabe PC Games 10/2016. Für diesen Artikel haben wir nochmal bei Arkane Studios nachgefragt und konnten den Entwicklern exklusive Antworten entlocken. Ihr findet das Heft ab Mittwoch, dem 28. September im gut sortierten Zeitschriftenregal! Abonnenten dürfen sich bereits ab 24. September über die neue Ausgabe freuen. Außerdem ist die neue PC Games auch als digitale Ausgabe in unserem ePaper-Shop erhältlich.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!
