Predator Hunting Grounds angespielt: Ein großer Name macht noch kein gutes Spiel - mit Video!
Special
Am Wochenende vom 27. bis 29. März startete Entwickler Illfonic eine offizielle Trial-Phase für sein neues asymmetrisches Multiplayer-Spektakel Predator: Hunting Grounds. So konnten sich Spieler einen ersten Eindruck davon verschaffen, was sie zum Release in knapp einem Monat erwartet. Wobei sich die Macher unserer Meinung nach vielleicht noch einmal über eine Verschiebung Gedanken machen sollten. Warum, erfahrt ihr in unserem Beta-Fazit.
Auf der letztjährigen gamescom gehörte Predator: Hunting Grounds zu den wenigen großen Überraschungen. Von dem damals noch PS4-exklusiven Multiplayer -Titel war im Vorfeld der Messe nämlich tatsächlich gar nichts bekannt. Und allein die Tatsache, dass Entwickler Illfonic hier mit einer großen Marke wie Predator im Gepäck anrückte, sorgte schon für Aufsehen. Auch unsere knapp 30-minütige Anspiel-Session wusste durchaus zu überzeugen - und das, obwohl wir nur eine Pre-Alpha-Version vorgesetzt bekamen. Bis zum Release sollte es schließlich noch einige Zeit dauern.
Am Ende ging es dann aber doch alles schneller als gedacht: Knapp sieben Monate später hat Predator: Hunting Grounds (jetzt kaufen 37,95 € ) ein konkretes Veröffentlichungsdatum, den 24. April 2020. Dann erscheint der Titel zudem nicht mehr nur für die Playstation, der Epic Games Store hat sich exklusiv die Vertriebsrechte auf dem PC gesichert. Und was hat sich beim Gameplay getan? Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns am vergangenen Wochenende in die öffentliche Trial-Version gestürzt und verraten euch hier unsere ersten Eindrücke.
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Alle gegen einen
Das Wichtigste vorneweg: Was ist Predator: Hunting Grounds überhaupt? Wie der B attle-Modus des kürzlich veröffentlichten Doom Eternal oder der Resistance-Modus des bald erscheinenden Resident Evil 3 handelt es sich um eine asymmetrische Multiplayer-Erfahrung. Heißt: Die beiden Seiten, die hier gegeneinander antreten, sind unterschiedlich stark. Vier menschliche Marines machen im Dschungel Südamerikas Jagd auf einen Predator - oder eben umgekehrt.
Quelle: PC Games
Im Spiel erwarten euch diverse Missionen, in deren Verlauf ihr verschiedenste Aufgaben erfüllen müsst. Einmal gilt es etwa, einen Lastwagen aufzuspüren und zu vernichten.
Das Spielprinzip kennt man so schon aus Spielen wie Evolve und Co. Der größte Unterschied zur Genrekonkurrenz liegt allerdings darin, dass das sogenannte Feuerteam nicht nur lebend von der Karte entkommen muss, nebenher gilt es innerhalb von 15 Minuten auch noch diverse Missionen zu erledigen. Auf den in der Beta spielbaren Maps Kaff, Entgleist und Dickicht erwarteten uns so mehrere mehrstufige Aufträge, die uns immer wieder an einen anderen Ort der Spielwelt verschlugen. Da diese Aufgaben bei jeder Partie unterschiedlich ausfallen, ist zudem stets für Abwechslung gesorgt. Mal sollt ihr Falschgeld an euch bringen, mal die Satellitenanlagen einer Guerilla-Rebellengruppe vernichten und mal Giftfässer neutralisieren.
Ehrlich gesagt, läuft das aber oftmals auf dasselbe hinaus: Ihr ballert wild auf feindliche Ausrüstung oder Gegnerwellen. In Predator: Hunting Grounds steht ihr nämlich auch KI-Söldnern gegenüber, die ihr erledigen müsst. Die sind aber meist nicht mehr als Kanonenfutter, gehen die NPCs doch nicht in Deckung, sondern rennen euch stattdessen vor die Flinte oder reagieren auch mal gar nicht. Trotzdem sind die Ballereien recht unterhaltsam gestaltet. Klar, mit dem Gunplay eines Call of Duty kann die Spielerfahrung nicht mithalten. Die Knarren lassen etwa jeglichen Rückstoß vermissen und sind, gerade wenn ihr mit dem Controller auf Distanz zielen wollt, auch schon mal ein wenig unpräzise. Dafür knallt es ordentlich und jede Auseinandersetzung beschert euch XP, mit denen ihr im Rang aufsteigt.
Quelle: PC Games
Die Ballereien in Predator: Hunting Grounds sind weder besonders anspruchsvoll noch realistisch. Spaß machen sich aber trotzdem.
Der Dschungel als Laufsteg
Durch verdiente Level-Ups schaltet ihr im Menü neue Ausrüstung und Waffenkisten frei. Das sind Lootboxen mit jeder Menge (gerne auch doppelter) Cosmetics wie Kopfbedeckungen, Brillen, Gesichtsbemalungen und Waffenskins. Die lassen sich alternativ auch mit der Ingame-Währung Veritanium kaufen. Mikrotransaktionen gibt es in Predator: Hunting Grounds dagegen (noch) keine. Was so auch besser ist, schließlich ist der Titel nicht Free2Play, sondern kostet je nach Version zwischen 30 und 60 Euro.
Quelle: PC Games
Mit der Ingame-Währung Veritanium lassen sich zudem weitere Gegenstände erwerben. Käufe gegen Echtgeld gibt es indes nicht.
Wer sich mal durch die nicht enden wollende Flut an Accessoires geklickt hat, der kommt übrigens auch bei einigen sinnvollen Gegenständen an. Euer Marine lässt sich nämlich auch noch mit diversen Primär- und Sekundärwaffen ausstatten, die ihr aufleveln und dann mit Visieren oder erweiterten Magazinen verbessern könnt. Dazu gibt es noch Ausrüstung in Form von Granaten oder Stimpacks sowie die sogenannten Vorteile. Diese Perks erlauben euch etwa eine leisere Fortbewegung.
Bewaffnet und gefährlich
Neu dazugekommen im Vergleich zu unserem gamescom-Termin: die Klassen. Im Spiel erwarten euch jetzt vier Archetypen wie der Sturmsoldat, der Späher oder der Unterstützer. Diese verfügen jeweils über unterschiedliche Charakterwerte, haben also beispielsweise mehr Lebensenergie, mehr Ausdauer oder mehr Platz für Ausrüstungsgegenstände. In der Beta haben wir natürlich mal mit allen verfügbaren Konstellationen herumexperimentiert, wirklich gelohnt hat sich das aber kaum. Am Besten spielt ihr einfach mit einem Sturmgewehr und der Standard-Klasse Sturmsoldat. Diese Kombination bietet die besten Überlebenschancen im Kampf mit dem Predator.
Den Yautja-Jäger spielt ihr im Gegensatz zum Feuerteam übrigens in Third- statt First-Person-Perspektive. Und auch sonst müsst ihr euch, solltet ihr in die Haut des Predators schlüpfen, auf einige Umstellungen gefasst machen. Trotz Tutorial ist es etwas schwierig, die Fähigkeiten des geborenen Killers zu meistern, sodass es einige Zeit dauern kann, bis ihr erste Erfolgsmomente einfahrt. Nutzt idealerweise eure Wärmesicht, um eure Beute ausfindig zu machen, klettert mit euren Parkour-Skills durch die Baumwipfel, nutzt geschickt euren Tarnmodus und greift eure Gegner taktisch klug an. Am besten trennt ihr ein Mitglied vom Rest der Gruppe und macht ihm dann mit aufladbarer Plasmakanone oder Armklingen den Garaus.
Quelle: PC Games
In der Beta waren drei der insgesamt vier Klassen bereits spielbar. Einen merklichen Unterschied konnten wir allerdings nicht wirklich ausmachen.
Balancing aus der Hölle
So einfach ist das in der Praxis allerdings leider nicht - vor allem aufgrund von Balancing- und Design-Problemen. Als Predator seid ihr nämlich nicht unbedingt der lautlose Jäger, den man erwarten würde. Stattdessen bewegt ihr euch deutlich hörbar durch den Dschungel und könnt trotz Tarn-Funktion von euren Gegnern entdeckt werden. Darüber hinaus kann sich das Feuerteam mit Schlamm bedecken, um eurer Wärmesicht zu entgehen, oder ganz einfach stets zusammenbleiben. Das Spiel zwingt die Marines nämlich eigentlich nie dazu, sich aufzuteilen. Nutzen eure Gegner dann auch noch klug das Ping-System oder den Voice-Chat, habt ihr als Predator kaum eine Chance - zumal für die Menschen-Fraktion auch noch die Möglichkeit besteht, gefallene Teamkameraden wiederzubeleben. Da kommt schnell mal Frust auf.
Quelle: PC Games
Erwischt! Als Predator habt ihr die Möglichkeit, die Schädel und Wirbelsäulen eurer Gegner als Trophäe zu sammeln.
Verstärkt wird dieser durch das miserable Matchmaking. Wir haben auch schon mal über sechs Minuten lang im Hauptmenü gewartet, bis eine Lobby zustande kam. Die war dann teils nicht mal voll, sodass sogar 2-gegen-1-Partien entstanden, in denen der Predator natürlich enorme Vorteile hatte. Durch die optionale Crossplay-Funktion zwischen PS4 und PC könnten solche Probleme in der finalen Fassung natürlich gelöst werden. In unserer Testphase kamen aber weder plattformübergreifende Spiele noch Partys zustande.
Und wenn wir gerade schon am Meckern sind: Was ist denn bitte mit der Grafik los? Zugegeben, wir haben die Trial-Version von Predator: Hunting Grounds nur auf einer Standard-PS4 ausprobiert. Doch in den angeschlossenen Foren beschwerten sich auch zahlreiche PC-Spieler über Performance-Probleme - inklusive schlechter Framerate, Kantenflimmern, nachladenden oder niedrig aufgelösten Texturen, hölzernen Animationen und einem krassen Bewegungsunschärfe-Effekt.
Das könnte auch daran liegen, dass die Grafikeinstellungen auf dem Rechner ein Witz sind: Es gibt keine Vsynch-Funktion, keine Antialiasing und auch sonst keine erweiterten Optionen. Darüber hinaus lässt sich die Steuerung mit Maus und Tastatur, im Gegensatz zum Controller, nicht frei belegen. Hier macht sich klar bemerkbar, dass Illfonic bei der Entwicklung wohl nur die Konsole im Blick hatte und dann erst ein eher halbherziger PC-Port nachgereicht wurde. Schade.
Fazit
Meinung
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