Auf Seite 2 widmen wir uns den Feinheiten des Gameplays und klären, warum es sich lohnt, dranzubleiben.
Workout für Finger und Kopf
Später müssen wir uns noch an Gefahren und Barrieren vorbeiklicken und unsere Spezialknotenpunkte in den Pfad integrieren. Das sind Verbrauchsgegenstände mit verschiedenen Funktionen: Sie können einen Hack etwa auf ganze Gegnergruppen übertragen, sie eine Weile für uns kämpfen lassen oder einen Hitzeschub auslösen, der Feinde für einen Finisher öffnet.
Während wir sie hacken, bleiben die Bots natürlich nicht untätig. Wir entgehen Nah- und Fernangriffen mit Dashes oder Sprüngen, da ein Treffer unseren aktuellen Hackversuch zurücksetzt. Die Gegner lassen sich für ihre Aktionen zwar mehr Zeit, als sie es in einem regulären Shooter würden, aber trotzdem behalten die Kämpfe ein spannendes Tempo bei, da wir hier zum Ausgleich auf mehr Spielsysteme achten müssen.
In diesem Artikel
Zwischendurch jonglieren wir noch mit unserem Waffensarsenal, mit dem das komplexe Kampfsystem weiter verfeinert wird. Neben den üblichen Verdächtigen, also Pistolen, Shotguns oder Raketenwerfern, finden sich dort auch Gadgets, mit denen wir Gegner etwa bewegungsunfähig machen, anlocken oder ihre Hacking-Matrizen beeinflussen.
Quelle: PC Games
Die Hacking-Matrix ändert sich je nach Gegnertyp. Die fliegende Drohne hier setzt auf ein Labyrinth mit Fehlerknoten, die uns schaden, wenn wir sie anklicken.
Im späteren Verlauf kommen nicht nur immer mehr dieser Mechaniken hinzu, es wird auch zunehmend wichtig, sie einzusetzen. Die Roboter können einiges einstecken und bei manchen dauert das Hacken so lange, dass wir sie vorher mit speziellen Waffen und Knotenpunkten schwächen sollten, damit wir effizient bleiben.
Teilweise fahren sie etwa noch Schilde aus, die erst kaputtgeschossen werden müssen, damit sie die Matrix nicht mehr blockieren. Wir merken schnell: Pragmata erfordert einiges an Multitasking, da weder treffsicheres Schießen noch flottes Hacken optional sind. Beides klappt nur zusammen.
Nun ist der normale Schwierigkeitsgrad moderat genug, dass wir ohne Hänger durchgekommen sind, aber oft haben wir in der Hitze des Gefechts doch den Überblick verloren und einige Treffer eingesteckt.
Gameplay zum Verbeißen
Pragmata schlägt hier in eine ähnliche Kerbe wie so manches Spiel von Platinum Games, etwa Metal Gear Rising oder Astral Chain. Die peppen ihr Action-Gameplay auch mit Zusatzmechaniken auf, und der erste Durchgang dient vor allem dazu, uns die Spielsysteme draufzuschaffen und sie zu verbessern, bevor wir überhaupt alles zuverlässig benutzen können.
Dazu passt, dass es im Schutzraum etliche Trainingsmissionen gibt, in denen wir unser Können unter Beweis stellen dürfen. Mal werden die Parkour-Skills geprüft, mal die Geschwindigkeit beim Hacken, mal das Waffengeschick und mal alles auf einmal.
Zum Glück spielt sich Pragmata dabei griffig, zumindest, wenn wir uns mal ein wenig hochgerüstet haben. Hughs Anzug hat ein spürbares Gewicht, aber Schubdüsen und Sprünge bringen uns zuverlässig ans Ziel, sobald das verinnerlicht ist. Die Schusswaffen lösen saftige Treffer aus und beim Hacken visieren wir in den allermeisten Fällen sofort den Gegner an, den wir haben möchten.
Quelle: PC Games
Kein flottes Actionspiel ohne Zeitlupe: Hüpfen wir im letzten Moment aus dem Weg, verlangsamt sich die Zeit lange genug, dass wir gleich noch einen Hack hinterherschieben können.
Der einzige Wermutstropfen: Die meisten der Waffen fühlen sich gerade anfangs zu schwerfällig an. Die Standard-Pistole feuert nervig langsam, die Shotgun lädt ewig nach, und bis das Lasergewehr mal schussbereit ist, müssen wir wahrscheinlich schon wieder aus dem Weg hüpfen.
Das alles lässt sich mit Upgrades zwar signifikant beschleunigen, aber dann bleibt noch das Problem, dass wir auch später gefundenes Werkzeug oft erst langwierig aufwerten müssen, bis es sich wirklich befriedigend anfühlt.
Besonders auffällig wird das, wenn wir gegen Ende des Spiels die schwersten Trainingsmissionen versuchen - dort treten wir nämlich ohne unsere ganzen Upgrades an und sind ziemlich baff, wie lahm es sich mit dem Basisequipment kämpft.
Diese kleinen Bremsmomente ändern aber nichts daran, dass das innovative Kampfsystem insgesamt klasse funktioniert und sich aller Befürchtungen zum Trotz auch durch das ganze Abenteuer trägt.
Bis zum Schluss hat es neue Feinheiten und Kniffe auf Lager, und auch der Waffenschrank erweitert sich kontinuierlich - nicht nur um dickere Knarren, sondern auch um neue taktische Vorteile.
Keine Abnutzungserscheinungen
Die Gegner verbessern sich in einem ähnlichen Tempo wie unsere Skills und unser Equipment, aber nicht nur, indem einfach ihre Zahlen hochgeschraubt werden, sondern durch immer neue Tricks, die wir beim Kämpfen und Hacken einplanen müssen.
Dabei hilft auch, dass Pragmata großen Wert auf Upgrades legt und an jeder Ecke der verzweigten Levels irgendetwas wartet, mit dem wir uns aufrüsten können. Es gibt so viele Collectibles, dass wir bei so ziemlich jedem neuen Zugang zum Schutzraum, der wie ein Checkpoint funktioniert, etwas verbessern können.
Und so gut wie alle Facetten des Gameplays lassen sich auch verbessern. Dadurch wird es nie langweilig oder überflüssig, die Umgebungen abzugrasen. Wie schon erwähnt, spielt sich Pragmata immer besser, je höher unsere Ausrüstungsstufe steigt. Auf der letzten Seite sprechen wir über die Technik und ziehen unser Fazit: Kann die RE Engine ein ähnlich gutes Bild abliefern wie bei Resident Evil Requiem? Und können wir Pragmata uneingeschränkt empfehlen?
