Das wurde aber auch Zeit! Segas glorreiche Rollenspiel-Serie meldet sich nach jahrelanger Pause zurück und will nicht nur die Online-, sondern auch die Offline-Spieler für sich gewinnen.
Ethan Waber in einer nicht ganz so glorreichen Situation.
Phantasy Star ... Diesen Namen lassen sich Konsolen-Rollenspieler genüsslich auf der Zunge zergehen. Nach Dragon Quest und Final Fantasy war dies die dritte RPG-Serie, welche dem Genre abseits von PCs zu Ruhm und Ehre verholfen hat. Das Setting der Serie war durch den Science-Fiction-Einschlag angenehm frisch, actiongeladen und abwechslungsreich.
Und - last, but not least - haben die Online-Episoden Phantasy Star Online Episode I, II und III das Genre des Massive-Multiplayer-Online-Rollenspiels auf Sega Dreamcast, Nintendo GameCube und natürlich der Xbox etabliert. Selbst heute spielen noch Leute auf dem Dreamcast Phantasy Star Online und kämpfen in vier Mann starken Partys auf dem Planeten Ragol gegen fiese Monster. Die Fan-Gemeinde ist groß und lange musste man auf den Nachfolger warten.
Mit Phantasy Star Universe hat das Warten ein Ende und die Fans kommen in den Genuss eines völlig neuen Sternensystems. Die Entwickler vom Sonic Team betrachten den ersten Handlungsstrang im Algo-Sternensystem als abgeschlossen (Phantasy Star I bis IV) und auch der Kolonialkampf auf dem Planeten Ragol (Phantasy Star Online Episode I bis III) ist ad acta gelegt.
Handlungsort ist nun das Gurhal-Sternensystem. Hier herrschte vor 100 Jahren ein erbitterter Krieg zwischen den Humans und den von ihnen genetisch erschaffenen Rassen der Newmans (elfenähnliche Geschöpfe), Beasts (Tierwesen) und Casts (Androiden). Der Kampf endete damit, dass die drei Schöpfungen jeweils ihren eigenen Planeten zugesprochen bekamen und sich die Humans auf eine riesige Raumstation zurückzogen.
Zusätzlich wurde eine Allianz erschaffen, die den Frieden sichern sollte. Ein sicherer Pakt, der nur durch kleine Meinungsverschiedenheiten ab und zu gestört wird. Doch pünktlich zur Jahresfeier der Gründung der Allianz platzt eine neue Bedrohung in das Gurhal-System: Interstellare Sporen, Seed genannt, fallen plötzlich über die Station und die drei Planeten her. Die Folge ist, dass friedliche Tiergeschöpfe plötzlich mutieren und zum Angriff auf alles intelligente Leben blasen.
Doch glücklicherweise gibt es die Guardians: Eine Kämpfer-Organisation, welche zum Schutz der Allianz abgestellt ist. Hier kann jeder, der sich berufen fühlt, beitreten und Kampfaufträge entgegennehmen, um die Mutanten und die Seeds Mores zu lehren.
Im Solo-Offline-Kampagnen-Modus übernehmen Sie die Rolle des jungen Draufgängers Ethan Waber. Frisch den Guardians beigetreten, wird er in eine Story verstrickt, in der sich langsam herausstellt, dass hinter den Seed-Mutationen ein uraltes Geheimnis steckt und dass die Wissenschaftler der Allianz gerade dabei sind, die tödlichen Fehler einer längst untergegangenen Gurhal-Zivilisation zu wiederholen.
Die Geschichte ist in zwölf Kapitel unterteilt, in denen Ihnen langsam die Steuerung beigebracht wird und das Party- und Item-Management erläutert werden. Man kann diesen Modus also fast als Tutorial für den Online-Modus sehen, der unbedingt gespielt werden sollte, bevor man sich online traut. Betrachtet man jedoch diese Solo-Kampagne als episches Rollenspiel, wie es gerne von Sega verkauft wird, so wird man schnell enttäuscht: Jedes Kapitel gliedert sich in etwa folgendermaßen: Ethan bekommt im Guardians-Hauptquartier einen Auftrag, dann stellt man die Party zusammen, geht neue Ausrüstung shoppen und dann werden in Dungeons Monster Beat-'em-Up-mäßig vermöbelt.
