Im Guardians-Hauptquartier erhalten Sie Ihre Aufträge.
Weder die Charaktere noch die Story können dabei fesseln. Ethan und Konsorten sind von einer langweiligen Plattheit gezeichnet, die Storysequenzen halten sich gerne in Belanglosigkeiten auf und die Story um die Verbindung der Seed zu der uralten Zivilisation kann eigentlich kaum fesseln. Na ja, das war beim Vorgänger Phantasy Star Online schon nicht anders, aber dort standen ja auch die Dungeons, das Hochleveln der Charaktere und das Abgreifen von Items im Vordergrund. Diesen Weg hat man auch bei Phantasy Star Universe versucht zu beschreiten.
Jedoch ist das Ergebnis eher eine Verschlimmbesserung des bewährten Spielprinzips. Anfangs freut man sich noch darüber, dass man nun auch offline von einer schlagkräftigen Guardian-Heldentruppe begleitet wird. Doch spätestens, wenn die Gefährten bei einem Monsterangriff nichts tuend im Raum herumstehen oder an irgendeiner Ecke hängen bleiben, vergeht die Freude im Fluge. Da verlässt man sich lieber auf die eigenen Schwert-, Pistolen- oder Magiekünste.
Doch das genial einfache Combo-System des Vorgängers wurde auch überarbeitet - und das nicht gerade zum Guten. Es gibt nur noch einen Angriffsknopf. Stärkere Attacken kosten Extraenergie und sie lassen sich nicht mehr so einfach in Dreier-Combos integrieren. Daher läuft ein Kampf gegen Monster meistens so ab, dass man wild auf die X-Taste hämmernd in die Gegnerhorden läuft - in der Hoffnung, nicht so viel Schaden zu nehmen.
Ärgerlich ist außerdem, dass sobald man sämtliche Lebensenergie verloren hat, der Game-over-Screen auftaucht, gestartet wird dann am letzten Speicherpunkt - und der kann schon mal sehr weit zurückliegen. Eine Rückkehr zu den Städten ist nur selten möglich. Grafisch reißen die Dungeons leider keine Bäume aus. Eyecandy sucht man meistens vergeblich und man erkennt deutlich das Baukastensystem, aus dem die meisten Räume zusammengefügt sind.
Doch kommen wir nun zum Online-Modus, der ja das Herzstück von Phantasy Star Universe bildet. Für eine monatliche Gebühr von 9,99 Euro erwerben Sie im Download-Bereich des Xbox-360-Dashboards eine Guardian-Lizenz, die Ihnen das Online-Spiel ermöglicht. So ausgestattet, dürfen Sie dann bis zu vier Charaktere erschaffen. Sie haben dabei die Auswahl aus den vier Gurhal-Rassen (Human, Newman, Cast und Beast) und drei Job-Klassen: Die nahkampferprobten Hunter, die fernwaffentauglichen Ranger und die magiebegabten Force.
Ein Wechseln der Klasse ist jederzeit im Guardian-Hauptquartier für läppische 100 Meseten Spielwährung möglich. Zur individuellen Gestaltung Ihres Kämpfers stehen recht viele Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann diese zwar nicht mit dem Optionswust eines Oblivion vergleichen, aber sie sind absolut ausreichend. Später können Sie sich in Läden und durch eigene Herstellung noch weitere individuelle Kleidungsstücke kreieren. Und auch bei der Einrichtung der eigenen Wohnung auf der Raumstation können viele Goodies erworben werden.
Jäger und Sammler haben also genug zu tun. In der Lobby der Raumstation treffen Sie dann andere Spieler und stellen Ihre Party zusammen, die aus maximal sechs Personen bestehen kann. Tja, und dann geht es auch schon wieder in die aus der Solo-Kampagne bekannten Dungeons und man kämpft dieselben Kämpfe noch mal - nur mit menschlichen Mitspielern, die sich (meistens) geschickter verhalten als die KI-Gefährten.
Was am Ende bleibt, sind viele Kämpfe in uninspirierter Grafik auf gehobenem PS2-Niveau und die Frage, warum man für ein als Rollenspiel getarntes Online-Beat-'em-Up fast zehn Euro monatlich zahlen soll, wenn man doch ähnliche Spiele wie Marvel Ultimate Alliance ohne Onlinegebühr zocken kann. In der nächsten Ausgabe nehmen wir den Online-Modus aber noch mal genauer unter die Lupe. Das Spiel ist dann erhältlich und Gurhal wird dann sicherlich von neugierigen Phantasy Star-Fans bevölkert sein. Vielleicht wird das Spielgefühl besser, wenn mehr Leute online sind als auf den Testservern.
