Vorschau zu Pathfinder: Kingmaker: Ein Classic-Rollenspiel zum Verlieben
Special 17,99 €
Der Herbst nähert sich mit Riesenschritten und mit ihm wird das Schmuddelwetter kommen. Die beste Zeit des Jahres, um sich stunden-, tage- oder wochenlang in eine fremde Fantasywelt zu vergraben und erst wieder aufzutauchen, wenn das letzte Monster geplättet und die letzte Quest gelöst wurde. Vorhang auf für Pathfinder: Kingmaker, den einzigen Titel bis Ende des Jahres, den sich Fans klassischer Rollenspiele wie Baldur's Gate oder Pillars of Eternity nicht entgehen lassen dürfen.
Wer klassische Fantasy-Rollenspiele wie Baldur's Gate oder Neverwinter Nights mag, der wird aktuell zwar nicht unbedingt mit einer riesigen Auswahl an Spielen verwöhnt, dafür sind die Vertreter, die in letzter Zeit erschienen sind, alle erstklassig. Mit den beiden Teilen von Pillars of Eternity, mit Torment: Tides of Numenera und Divinity: Original Sin 2 kann man jeweils locker mehr als 50 Stunden verbringen, ohne die Charaktere maximal aufgelevelt oder die gesamte Welt erforscht zu haben. Mit Pathfinder: Kingmaker (jetzt kaufen 24,96 € / 17,99 € ), das über eine sehr erfolgreiche Kickstarter-Kampagne mit über 900.000 Dollar finanziert wurde, erscheint nun schon bald (am 28. September 2018) ein weiteres Classic-RPG in Iso-Perspektive aus der Kategorie Mega-Zeitfresser. Wir haben das gute Stück einige Stunden im Rahmen einer Presse-Veranstaltung anhand einer weit fortgeschrittenen Fassung angespielt.
Die Story von Pathfinder: Der Hirschlord muss sterben!
Nach der genreüblichen Erstellung eures Helden, mit der man - angesichts des komplexen Pen&Paper-Regelwerks das Pathfinder: Kingmaker zugrunde liegt - schon eine Ewigkeit verbringen kann, beginnt das Spiel im Städtchen Restov. Eine dort ansässige Aristokratin des Aldori-Clans hat Abenteurer aus allen Himmelsrichtungen zu sich gerufen, um ein angrenzendes Gebiet von gefährlichen Banditen zu befreien. Wem es gelingt, den Anführer der Verbrecher, den gefürchteten Hirschlord zu erledigen, dem winkt gar ein Adelstitel inklusive umfangreicher Ländereien: die umkämpften und schicksalsträchtigen Gestohlenen Lande. Noch bevor die Heldenexpedition starten kann, wird das Anwesen der Aldori überfallen und viele der dort übernachtenden Helden finden im Schlaf ihren Tod. Als einer der wenigen, die diese blutige Nacht ohne bleibende Schäden überstanden haben, schart ihr weitere Überlebende um euch und zieht los, um diesem Hirschlord das Handwerk zu legen. Aber das ist nur der Anfang einer epischen Reise mit vielen Wendungen und Wirrungen. Drei Schreiber arbeiten an der Story und den Charakteren von Pathfinder: Kingmaker, darunter auch Chris Avellone, der Fans durch seine Arbeit an Hits wie Planescape Torment, Fallout 2 oder Knights of the Old Republic 2 ein Begriff sein dürfte.
Quelle: Owlcat Games
Pathfinder: Kingmaker - kein Spiel für Spinnenhasser.
Der Kingdom-Modus: Es lebe der Baron der Gestohlenen Lande
Ähnlich wie bei Pillars of Eternity steht das Gameplay in Pathfinder: Kingmaker auf vier Säulen: Abenteuer (Kämpfe und Rätsel), Erkundung, Story und Management. Letzteres fällt im kommenden Rollenspiel von Owlcat Games aber deutlich umfangreicher als bei Pillars aus. Ihr managt bei Pathfinder nicht nur eine Burg, sondern ein komplettes Herrschaftsgebiet mit mehreren Ländereien und Dörfnern, die ihr nach Belieben ausbauen und auch besuchen d
Quelle: Owlcat Games
In Tavernen wie dieser könnt ihr eure Vorräte auffüllen und rasten.
ürft. Weil ein Herrscher immer nur so gut wie sein Stab ist, dürft ihr bis zu zehn Führungspositionen in eurem Reich an NPC-Mitstreiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften vergeben. Ihr ernennt einen General, der eure Armee führt, einen Diplomaten, der sich um Verhandlungen mit anderen Herrschern kümmert und einen Hohepriester, der sich um alle spirituellen Angelegenheiten im Reich kümmert. Eure Vertreter in den verschiedenen Bereichen kümmern sich um alle auftretenden Probleme und Ereignisse, aus denen sich oft kleine Quests ergeben. Der Erfolg (oder Misserfolg) bei einer solchen Quest hängt dabei oft davon ab, wen ihr mit einer Aufgabe betraut. Ein Beispiel: euer Volk beschwert sich, dass Jäger aus einem anderen Königreich bei euch wildern. Ihr könnt die Lösung des Problems dem Berater überlassen, der euch von diesem Sachverhalt berichtet hat, einfach nichts tun oder dem Wunsch des Volkes nachgeben und die Fremden vertreiben. In letzterem Fall würde dadurch das Verhältnis zu euren Nachbarstaaten leiden (ein Verlust an Diplomatiepunkten), während die Loyalität eurer Untertanen und deren Gemeinschaftssinn profitieren. Wie gut es eurem Königreich geht, lässt sich an diesen Werten ablesen.
Pathfinder Kingmaker: Classic-RPG mit sehr variablem Schwiergkeitsgrad
Mit der Zeit nehmt ihr genügend Geld ein, um weitere Landstriche zu befrieden und eure Ortschaften zu erweitern. Jedes neue Gebäude bringt euch einen Bonus in einem bestimmten Bereich. Durch eine Soldatenbaracke erhöht sich beispielsweise der Militärwert eures Königreichs, was euch wiederum neue Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen ermöglichen kann. Ihr dürft sogar bestimmen, wo ihr welche Gebäude in einer Siedlung baut und könnt euch das Ergebnis später bei einem Besuch dort anschauen. Uns hat der "Kingdom"-Modus, der dem Titel eine gewisse strategische Tiefe gibt, richtig gut gefallen. In jedem Fall besser und tiefgehender als im ersten Teil von Pillars of Eternity. Der Schwierigkeitsgrad in diesem Modus kann zudem separat eingestellt werden. Wer gar keinen Bock auf die Führung seines eigenen Königreichs hat, der kann diesen Teil auch komplett der KI überlassen. Apropos Schwierigkeitsgrad: diesen dürft mit vielen Reglern und Einstellungsmöglichkeiten, die alle Aspekte des Spiels abdecken, zu Beginn festlegen. Die Grundmodi gehen vom Story-Modus, in dem man praktisch nicht scheitern kann bis zum absurd schweren Unfair-Mode, der jede falsche Bewegung eiskalt bestraft.
Spannende Kämpfe, intelligente KI
Quelle: Owlcat Games
Über 140 hübsch gestaltete Locations warten darauf erforscht zu werden.
Die Kämpfe im Spiel ähneln denen in der Pillars-Reihe sehr. Sobald ihr auf Feinde trefft (entweder im Rahmen der Story oder zufällig beim Reisen über die Weltkarte), wird das Geschehen angehalten (wann genau der Pausemodus aktiviert wird, könnt ihr nach Belieben einstellen) und ihr dürft überlegen, welcher der bis zu sechs Charaktere eurer Abenteurertruppe welche Aktion ausführt. Auf Wunsch könnt ihr euch der Kampf-Ki die Kontrolle über die Aktionen eurer Akteure übergeben. Das funktioniert auf niedrigen Schwierigkeitsgraden noch ganz gut, später kommt ihr mit dieser taktikfreien Holzhammermethode aber nicht allzu weit. Das liegt auch daran, dass ihr - anders als bei Pillars of Eternity - keine tiefergehenden KI-Einstellungen zur Rolle des des jeweiligen Kämpfers vornehmen könnt. Das ist aber wirklich kein großer Beinbruch, denn die künstliche Intelligenz der Partymitglieder funktionierte in den Auseinandersetzungen, die wir erlebten, durchweg gut und gab keinen Anlass zur Beanstandung.
Pathfinder: Kingmaker - Kompliziert, aber mit vielen Einstiegshilfen
Auch wenn Pathfinder: Kingmaker ein gutes Tutorial hat und viele Einsteigerhilfen bzw. Automatikfunktionen bietet, ist die Lernkurve doch recht steil. Dafür sorgt das bereits erwähnte höchst komplexe Pathfinder-Regelwerk (eine D&D-Weiterentwicklung), das von den Entwicklern mit viel Liebe zum Detail integriert wurde. Wer bei der umfangreichen Charaktererstellung schon überfordert ist, wird bei Stufenaufstiegen ob der unzähligen Möglichkeiten fast verzweifeln. Denn ihr seid nicht zwingend an die Klasse gebunden, die ihr zu Beginn ausgewählt habt. Ihr wollt einen Magier spielen, der im Nebenberuf Mönch und Paladin ist? Kein Problem, auch wenn diese Kombination vielleicht nur bedingt sinnvoll ist. In jedem Fall erhöht sich dadurch die Zahl der bei einem Stufenaufstieg verfügbaren Weiterbildungsoptionen. Pathfinder: Kingmaker bietet insgesamt mehr als 1.000 Fähigkeiten, Fertigkeiten, Charaktereigenschaften oder Zauber, aufgeteilt auf 14 Grundklassen mit diversen Spezialisierungen. Ihr könnt mehr als zehn Begleiter für euch gewinnen, ihr trefft auf über 100 Monster und erforscht mehr als 140 storyrelevante Orte. Extrem schwer für Einsteiger, da den Überblick zu behalten. Für Rollenspielexperten und Fans der Pen&Paper-Vorlage aber ein gefundenes Fressen. Weniger als 40 Stunden solltet ihr für das Durchspielen von Pathfinder-Kingmaker auf keinen Fall veranschlagen. Wer alles sehen und erleben will, verbringt locker doppelt oder dreimal soviel Zeit in den Gestohlenen Landen.
