Pandora's Tower im Test für Wii: Es ist schon das zweite Rollenspiel innerhalb kurzer Zeit, das die Wii erobert. Im Test verraten wir euch, wie gut das RPG aus dem Hause Ganbarion geworden ist. Lest alles über die Stärken und Schwächen von Pandora's Tower und erfahrt mehr über das außergewöhnliche Kampfsystem.
Was wohl nach diesem Flur kommt?
Das hat uns an Pandora's Tower wenigergefallen:
Das Belohungssystem
Eigentlich ist das Beziehungssystem zwischen Protagonist Aeron und seiner Angebeteten Helena gut gelungen und auch die Idee, dass ihr die Schönheit regelmäßig mit Fleisch versorgen müsst, gefällt. Eigentlich, denn Helenas unaufhaltsame Mutation bringt mit sich, dass ihr ständig zu ihr ins Observatorium zurückkehren müsst. Je länger ihr damit wartet, desto mehr mutiert sie zum Monster, ist die entsprechende Anzeige am Bildschirmrand ganz geleert, heißt es zudem "Game Over". Im Endeffekt bedeutet das, dass ihr gut drei bis viermal mittendrin Pause machen müsst, um Fleisch, das ihr von diversen Standard-Feinden gewinnt, zum Observatorium zu schleifen. Das trägt zwar tendenziell dazu bei, die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten enger wirken zu lassen, allerdings nervt dieses ständige Backtracking schon bald ungemein. Zudem dürfen Komplettionisten nicht warten, bis sich Helena schon halb verwandelt hat, da die Beziehung zwischen ihr und Aeron ansonsten darunter leidet. Das heißt, dass euch sogar noch weniger Zeit bleibt, bevor ihr wieder einen mühsamen Rückweg antreten müsst. Es wäre schön gewesen, wenn die Entwickler die Zeit, bevor Helena sich verwandelt, zumindest verdoppelt hätten – damit wäre uns Spielern viel Frust erspart geblieben. Abseits von Helenas fleischlichen Gelüsten könnt ihr die Beziehung zu ihr verbessern, indem ihr mit ihr plaudert und ihr Geschenke überreicht, die ihr in Mawdas Laden kauft..
Gute Technik... mit einzelnen Schwächen
Technisch macht Pandora's Tower eine recht gute Figur. Die diversen Bossmonster sind abwechslungsreich und liebevoll gestaltet, ebenso euer Held und seine Begleiter, und die wenigen vorgerenderten Zwischensequenzen überzeugen mit gut choreografierter Action. Dennoch hat man das Gefühl, als hätte das Abenteuer schon einige Jahre auf dem Buckel: Detailreiche Texturen weisen nur die wenigsten Objekte auf, manche Abschnitte in den Türmen sehen sich recht ähnlich und aufwendige Effekte in den Auseinandersetzungen mit den Gegnern sind Mangelware. Zudem habt ihr, abgesehen von einigen bewussten Ausnahmen wie dem Aussichtspunkt am Dach des Observatoriums, stets nur einen sehr geringen Ausschnitt der Welt im Sichtfeld: Die starre Kameraperspektive erlaubt euch nur selten ausschweifende Ausblicke. Wäre Pandora's Tower vor drei, vier Jahren erschienen, hätte es dennoch zu den hübscheren Wii-Spielen gezählt, inzwischen beweisen aber grafische Leckerbissen wie Skyward Sword oder The Last Story, dass es auch besser geht. Wenig zu meckern gibt es hingegen beim Sound. Wie von Xenoblade Chronicles und The Last Story gewohnt, sprechen die Figuren mit einem angenehmen britischen Akzent – lediglich das ständige Gestöhne von Helena während ihrer Mutationen ging uns nach einer Weile auf die Nerven. Bei der Musik gehen die Entwickler übrigens einen ungewöhnlichen Weg: Viele der Lieder sind leicht abgewandelte Versionen klassischer Stücke von Komponisten wie Verdi, Liszt und Smetana.
