Doch nicht nur professionelle Diebeszüge gehören zum Handlungsrepertoire der Helfer. Ihre Schergen räumen fleißig Hindernisse zur Seite oder öffnen mit Holzkurbeln verschlossene Tore, um in neue Abschnitte vorzudringen. Was klingt wie in reinrassiger Actiontitel, bekommt nach wenigen Stunden einen sehr strategischen Anstrich. Haben Sie zu Beginn lediglich das Kommando über die braune Schergenfraktion, die vor allem im Kampf ihre Trümpfe ausspielt, steuern Sie im weiteren Spielverlauf bis zu insgesamt 50 Schergen, zu denen sich blaue, grüne und rote gesellen, von denen jede Rasse über ganz eigene Fähigkeiten verfügt. Die grünen Helferlein sind zwar nicht so robust wie die braunen Kollegen, dafür können Sie tödliche Giftwolken unschädlich machen und sind vor allem in der Gruppe stark, wenn Sie ihren Gegner hinterrücks angreifen können. Dagegen sind die blauen Lakaien auf dem Schlachtfeld eine absolute Lachnummer, können aber magische Wesen beschwören, durch tiefe Gewässer waten und die toten Kollegen wiederbeleben. Ein triftiger Grund, um immer ein paar blaue Diener an seiner Seite zu haben.
Die letzte Truppe im Bunde, die feuerroten Schergen, sind praktischerweise resistent gegen Hitze und greifen mit kleinen Feuerbällen aus der Entfernung an. Haben Sie alle vier Rassen gefunden und deren Nester im dunklen Turm verstaut, steigt die Rätseldichte deutlich an und das Spiel entfaltet eine beeindruckende Komplexität. Ein kleines Beispiel: In den feuchten Höhlen nahe der Stadt Himmelsspitze finden Sie die blauen Schergen, deren Kameraden von hungrigen Granatengänsen am Rande eines unterirdischen Sees belagert werden. Jetzt heißt es, geschickt die Fähigkeiten der einzelnen Rassen nutzen: Die roten Lakaien platzieren Sie am Ufer in Lauerstellung, schnappen sich anschließend einen Blauen und stehlen den Federviechern eines ihrer Eier. In ihrer blinden Wut rennen Sie ihnen natürlich nach und laufen somit den roten Schergen mit ihren vernichtenden Feuerbällen direkt in die Arme. Die Vögel gehen in Flammen auf und die blauen Schergen sind gerettet. Später müssen Sie nicht nur zwischen den Rassen wechseln, sondern wandern auch zwischen den verschiedenen Fantasy-Gebieten hin und her, um die passende Truppe aus Helferlein zusammenzustellen und vertrackte Rätsel zu lösen. Hier wäre allerdings eine Übersichtskarte hilfreich gewesen, denn mitunter verliert man in dem dichten Geflecht von Wegen schnell die Orientierung. Erfreulicherweise hat sich Triumph bei der Steuerung nicht verzettelt.
Ohne Sie lange mit Details und Einzelheiten langweilen zu wollen, sei Ihnen an dieser Stelle versichert, dass die Kontrolle der Schergen nahezu perfekt funktioniert. Dazu wird vornehmlich der rechte Ministick genutzt, mit dem Sie einzelne Helferlein oder ganze Gruppen in den Kampf führen. Mit dem linken Analogstick greifen Sie als Overlord direkt in das Echtzeit-Kampfgeschehen ein (deshalb fehlt auch eine manuelle Kameraführung) und schnetzeln mit Äxten und Schwertern, deren Kraft Sie wie in einem Rollenspiel aufleveln können, riesige Kröten, liebestolle Elfen, Skeletthorden und Halblinge nieder. Ein richtiger Overlord geht schließlich mit gutem Beispiel für seine Untergebenen voran.
