Mit fünf violetten Seelen kann man sich wieder in den Onimusha verwandeln.
Bezaubernde Jeannie
Damit Ihnen auch keines dieser wertvollen Items entgeht, hat sich Capcom eine weitere Neuerung einfallen lassen. Die süße Elfe Ako steht dank ihrer Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen, sowohl Jacques als auch Samanosuke zur Seite und macht sich selbstständig auf die Suche nach hilfreichen Gegenständen. Darüber hinaus können Sie verschiedene Anzüge für sie finden, die ihr besondere Fähigkeiten verleihen. Je nachdem, welchen der insgesamt acht Anzüge sie trägt, kann Ako Sie zum Beispiel heilen oder zusätzliche Seelen-Orbs von besiegten Gegnern absorbieren. Diese farbigen Kugeln spielen also auch in Onimusha 3 wieder eine große Rolle. Wie schon in den Vorgängern gilt es, die Seelen getöteter Monster mit einem magischen Handschuh einzusammeln. Mit diesen können Sie dann Ihre Waffen und Ausrüstung aufwerten.
Alt und neu
Dass viele der klassischen Elemente übernommen wurden, verheißt aber leider nicht nur Gutes. Während Onimusha dank neuen Gameplays mehr Spaß macht denn je, ist es leider noch immer genauso kurz wie zuvor. Bereits nach etwa acht bis zehn Stunden bekommt man den Abspann zu sehen. Mithilfe zahlreicher Nebenaufgaben wie den Dark Realms, in denen Sie sich wieder besondere Zusatzausrüstung erspielen können, indem Sie möglichst viele Monster vernichten, oder den bereits erwähnten Trainingsaufgaben wird die Spielzeit allerdings etwas gestreckt. Auch die Kombinationsrätsel sind wieder recht simpel geraten. Einfache Schiebe- und Zahlenpuzzles stellen selbst denkfaule Zocker kaum vor Probleme. Die neuen Rätsel, die man in der Rolle beider Helden lösen muss, wirken dagegen etwas gezwungen. Manchmal kommt es vor, dass Jacques und Samanosuke sich - in ihrer jeweiligen Epoche - im gleichen Bereich aufhalten. Mithilfe der kleinen Fee Ako können die beiden dann Gegenstände austauschen, mit denen Jacques die Vergangenheit und somit automatisch auch die Zukunft beeinflusst. So pflanzen Sie etwa im Jahre 1582 eine Kletterranke, die bis zum Jahr 2004 natürlich sehr hoch gewachsen ist. An dieser kann Samanosuke dann in der Gegenwart hinauf- und herabklettern. Das Problem an solchen eigentlich interessanten Rätseln ist, dass nach diesem Prinzip bis zu fünf Gegenstände gefunden und ausgetauscht werden müssen und der gleiche Abschnitt in zwei Epochen so mehrmals gespielt werden muss. Das ist natürlich wenig motivierend, kommt aber zum Glück nur an wenigen Stellen im Spiel vor.
Bombast pur
Dafür wurde der Titel technisch imposant in Szene gesetzt. Vorbei ist die Zeit der vorgerenderten Hintergründe - Onimusha 3 erstrahlt in schönstem Echtzeit-Glanz. Zwar dürfen Sie die Kamera noch immer nicht selbst bewegen; da diese jetzt aber auf Ihren Charakter fixiert ist und mitschwenkt, wenn Sie sich bewegen, sind Kämpfe, bei denen Gegner aus dem Sichtfeld geraten, selten geworden. Zudem erreichen die Umgebungen beinahe die Qualität der vorgerenderten Levels aus den Vorgängern und sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Lediglich ein paar heftige Ruckler, die auftreten, wenn arg große Gegner die Muskeln spielen lassen oder besonders aufwendige Effekte den Bildschirm zieren, drücken den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck. Auch der Sound ist toll gelungen. Opulente Musik verwöhnt die Ohren und mit einer guten Surround-Anlage kommt diese gleich noch einmal so gut rüber. Besonders der grandios in Szene gesetzte Vorspann, den Sie diesen Monat auch auf unserer DVD finden, lässt einen erst einmal mit offenem Mund vor der Konsole sitzen, bevor das eigentliche Spiel überhaupt angefangen hat. So stellen wir uns ein ordentlich präsentiertes Actionspiel vor!
Grandioser Abschluss der Serie
Erstaunlich, was Keiji Inafune und sein Team mit Onimusha 3 geschafft haben. Man mag kaum glauben, wie viel Spaß ein eigentlich stumpfsinniges Hack&Slash-Abenteuer machen kann. Bei Onimusha stimmt so gut wie alles. Selbst mit dem geringen Umfang kann man leben - gerade weil dieser Titel so kurz ist, versucht man sich nach dem ersten Durchgang gerne wieder an den freispielbaren Schwierigkeitsgraden, den Minigames und fordernden Trainingsaufgaben. Lediglich die Wiederverwertung von Levels, die man, wie bereits erwähnt, wegen einiger Rätsel mit beiden Hauptfiguren bestehen muss, fallen negativ auf. Ansonsten kann man Onimusha 3 aber ohne Übertreibung nicht nur als den besten Teil der Serie, sondern auch als eines der besten Actionspiele für die PS2 bezeichnen. Übrigens sind für die US-Version von Onimu-sha 3, das mit dem Untertitel Demon Siege erscheinen wird, einige Änderungen geplant. Der Schwierigkeitsgrad wird nach oben geschraubt, einige neue Monster werden hinzugefügt und die Gewaltdarstellung wird noch etwas härter. Welche Version letztendlich in Deutschland erscheinen wird, berichten wir Ihnen im Spätsommer - dann ist Onimusha 3 endlich auch bei uns erhältlich.
