Nioh: Eindrücke zur Alpha Demo mit Video - Härter als Dark Souls
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Mit Nioh arbeitet Team Ninja derzeit an einem Action-Rollenspiel für die PS4, das Dark Souls in vielerlei Hinsicht ähnelt. Wir haben die Alpha Demo mit zwei Levelarealen gespielt - und starben dabei etliche Tode. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Nioh abseits des knüppelharten Schwierigkeitsgrads zur Souls-Reihe aufweist und warum sich das Ausprobieren der Demo definitiv lohnt, klären wir im Anspielbericht mitsamt Let's Play-Video.
Die Erfolgsgeschichte der Souls-Reihe blieb augenscheinlich nicht ohne Wirkung. Vor zwei Jahren brachten CI Games und Deck 13 mit Lords of Fallen eine Dark-Souls-Kopie auf den Markt, die spielerisch trotz interessanter Ansätze jedoch deutlich hinter dem Original zurückblieb. Auch Team Ninja, bekannt für das fordernde Ninja Gaiden, ließ sich augenscheinlich von From Software inspirieren. Seit wenigen Tagen steht die Alpha-Version ihres Action-RPG Nioh für die PlayStation 4 zum Download bereit. Die Anspielversion umfasst mit dem Fischerdorf und der Ruinenstadt Dazaifu zwei erkundbare Levelareale und weist viele spielerische Gemeinsamkeiten mit Dark Souls 3 auf. Doch wer Nioh einen plumpen Klon schimpft, wird dem Action-RPG nicht gerecht. Dafür hat Team Ninja mit dem Drehen an Stellschrauben gesorgt. Ausgehend von der Stimmungslage in Foren und sozialen Kanälen, scheint Nioh damit den Nerv vieler Souls-Veteranen getroffen zu haben.
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Nioh Demo-Eindrücke: Ausdauer ist alles
Quelle: Koch Media
Nioh ist grafisch kein Meisterwerk, aber das düstere Japan-Setting macht das locker wett.
Nioh ist bockschwer. Gerade in den ersten Minuten ohne Ausrüstung geht Held William, der übrigens als Zwillingsbruder von Geralt aus The Witcher durchgehen könnte, meist schon nach zwei, drei Treffern zu Boden. Wir starben am Anfang häufiger als etwa in Dark Souls - und das hat noch einen weiteren Grund. Zum Umdenken zwingt einen das Stamina-System in Nioh. Die Ausdauerleiste sinkt hier im Vergleich zu Dark Souls 3 deutlich schneller. Button-Mashing wird zusätzlich bestraft: Führen wir nämlich ohne Kraftreserven einen weiteren Hieb aus, muss William einen Augenblick verschnaufen und steht schutzlos dar. Das eröffnet dem Gegner wiederum ein Zeitfenster, einen kritischen Angriff zu landen.
Das Stamina-System greift übrigens auch bei unseren Rivalen, was wir tunlichst zu unserem Vorteil nutzen sollten. Gerade bei größeren Kontrahenten wie Zyklopen hat sich die Taktik bewährt, gegnerische Angriffe zu provozieren, diese ins Leere laufen zu lassen und auf die Erholungsphase zu warten. Was die Kämpfe enorm erleichtert, in der Nioh Demo aber wie einige andere Spielelemente nur unzureichend erklärt wird, ist die Möglichkeit, verlorene Ausdauer mitten im Kampf zurückzugewinnen. Ähnlich wie beim aktiven Nachladen in Gears of War 3, verkürzen wir in Nioh die Regeneration zwischen den Attacken, wenn wir den R1-Button im richtigen Moment drücken. Den richtigen Augenblick erkennen wir dabei an bläulichen Funken, die William umgeben.
Nioh Demo-Eindrücke: Eine Sache des Kampfstils
Quelle: Team Ninja, Sony
Wortkarg: Held William ist in der Niah Demo redefaul und wirkt austauschbar. Einen Charakter-Editor gibt es in der Anspielversion nicht.
Beim Stellenwert von Ausdauer hören die Unterschiede beim Kampfsystem zur Souls-Reihe aber noch nicht auf. Drei verschiedene Kampfhaltung bestimmen unter anderem, welche Schlagmanöver William im Duell einsetzen kann und wie schnell er diese ausführt. Halten wir das Katana tief, reihen wir zwar pfeilschnelle Schwerthiebe aneinander, richten mit Einzelattacken aber wenig Schaden an. In der hohen Haltung können wir dagegen nur wenige Treffer platzieren, bis die Ausdauer zu Neige geht, doch der Effekt ist ungleich größer. Der Wechsel zwischen den Kampfstilen zum Überleben ist aber zumindest in der Demo nicht essentiell - wir haben die zwei Levelareale fast ausschließlich mit der hohen Haltung bestritten.
Quelle: Koch Media
Die Kampfhaltung entscheidet darüber, wie stark und schnell wir in Nioh mit Katana, Speer und Axt austeilen.
Mehr zu kämpfen hatten wir da schon mit der außergewöhnlich niedrigen Haltbarkeit unserer Ausrüstung. Waffen und Rüstungen gehen in Nioh schnell zu Bruch und verlieren dadurch an Effektivität. Reparieren können wir die Gegenstände etwa mit Wetzsteinen - doch die sind rar und damit kostbar. Wer bei einem Boss partout nicht weiterkommt und deshalb nach etlichen Anläufen mit Ausrüstung im desolaten Zustand steht, muss unter Umständen einmal besuchten Gebiete erneut abgrasen. Glücklicherweise geizen Gegner nicht mit Beute und lassen nach ihrem Ableben bereitwillig Waffen, Rüstungen, Elixiere und anderen Kram fallen. Außergewöhnliche Gegenstände lassen sich von Geistern gefallener Spieler erbeuten, die wir am Ort ihres Todes heraufbeschwören. Aber Vorsicht: Die Wesen zählen zu den stärkten Feinden in Nioh!
Nioh Demo-Eindrücke: Stilles Gebet
Quelle: Team Ninja, Sony
Schutzgeister wie der Feuerwolf Kato verleihen Held William neben passiven Boni auch noch magische Kräfte.
Unsere Fähigkeiten verbessern wir in Nioh an Schreinen, die ähnlich wie die Lagerfeuer aus Dark Souls auch als Checkpoints dienen. Durch getötete Gegner erbeutete Seelen investieren wir in Attribute wie Stärke, Geist und Ausdauer und verbessern auf diese Weise neben der allgemeinen Konstitution von Held William. Außerdem erhalten so Fertigkeitspunkte, mit denen wir in einem Talentbaum etwa neue Kombos in den fünf Waffengattungen Katana, Axt, Speer, Fernkampf und Magie freischalten. Außerdem legen wir an Schreinen unseren Schutzgeist fest. Die magischen Begleiter gewähren William spezielle Boni, die vom Geistwert Williams abhängen. Auch sammeln wir im Spielverlauf winzige, grüne Kreaturen ein, die uns später am Schrein im Tausch gegen Gold permanente Boni auf Erfahrungspunke, Chance auf Beute und mehr gewähren.
Nioh Demo-Eindrücke: Viele Geheimnisse, aber keine offene Spielwelt
Nioh hat neben dem durchdachten Kampfsystem und dem fordernden Schwierigkeitsgrad auch die verzweigte Leveldesign mit der Souls-Reihe gemein. In dem Fischerdorf zu Beginn der Demo müssen wir uns etwa zu einem Piratenschiff auf der gegenüberliegenden Inselseite durchschlagen. Auf der Route dorthin stoßen wir dabei immer wieder auf optionale Pfade, an deren Ende oft versteckten Objekte liegen. Auch Abkürzungen gibt'es zu entdecken, die uns im Fall eines vorzeitigen Todes den Weg zu unserem Leichnam verkürzen. Letztere sollten wir tunlichst freischalten, denn Schnellreisen zwischen einmal besuchten Schreinen sind in der Nioh Demo nicht möglich.
Die einzelnen Levelareale in Nioh sind augenscheinlich auch nicht miteinander verknüpft. Liegt der erste Boss in der Demo am Boden, landen wir im Kartenbildschirm und wählen von dort aus die nächste Mission. Eine cineastische Inszenierung sucht man in Nioh übrigens vergebens. Die Handlung in der Demo wird hauptsächlich über Erinnerungsfetzen transportiert, sobald William Leichname getöteter Bewohner des Fischerdorfs nach Habseligkeiten durchsucht. Held William gibt sich wortkarg und wirkt noch arg austauschbar. Einen Charakter-Editor wie in Bloodborne und Dark Souls 3 haben wir in der Demo schmerzlich vermisst. Die Nioh Alpha Demo steht noch bis zum 5. Mai 2016 im PlayStation Network zum Download bereit. Eine permanente Online-Verbindung zum Spielen ist Pflicht.
