Prinzessin Mononoke als Spiel: Gris-Macher treffen mit Neva mitten ins Herz

Special Antonia Dreßler
Prinzessin Mononoke als Spiel: Gris-Macher treffen mit Neva mitten ins Herz
Quelle: Devolver Digital / Nomada

Wenn Devolver ein emotionales Spiel bringt, dann aber richtig. Nach Gris kommt von den gleichen Entwicklern nun Neva, das mit einem Kampfsystem trotzdem sehr viel mehr Action bereithält. Wie das funktioniert, klären wir in unserer Vorschau.

Verbindungen zu Gris

Die Verweise finden sich in architektonischen Bauten und gelegentlich in der Levelgestaltung. So müssen wir innerhalb eines Abschnitts mehrmals an den gleichen Ausgangspunkt und finden jeweils links und rechts davon sich ähnelnde Passagen. Die müssen wir nacheinander in beliebiger Reihenfolge lösen, um schließlich im Spiel weiterzukommen. Wie häufig dieses Designelement in Neva Anwendung finden wird, ist schwer abzuschätzen. In unserer Spielzeit ist es uns mehrmals untergekommen, allerdings häufig in aufgebrochenem Design und weniger repetitiv, als es in Gris der Fall war.

Auch die Rätsel, die wir in unserer Anspielsession lösen mussten, waren stets abwechslungsreich und nachvollziehbar gestaltet. Die meisten Grundlagen erklärt uns das Spiel sofort, wenn wir auf ein neues Spielelement treffen. So lässt das Spiel bei der Einführung von neuen Knobelmechaniken keine Unklarheiten, sondern wird dadurch schwieriger, dass wir die einzelnen Mechaniken später verbinden und weiterdenken müssen. Die Rätsel befinden sich im ersten Teil des Spiels auf einem ähnlichen Niveau wie bei Gris.

Zerbrechende Teile der Welt Quelle: Devolver Digital / Nomada Sie sind also so leicht, dass sie den Spielfluss nicht großartig aufhalten, und trotzdem schwer genug, dass wir uns freuen, wenn wir auf die Lösung kommen. Frust kommt dementsprechend in Neva nie auf, das Action-Adventure will zugänglich sein. In dem Sinne kann man sich dank eines optionalen noch leichteren Schwierigkeitsgrads auch die Kämpfe leichter machen und uns hat das Spiel an einer Stelle auch einen Hinweis gegeben, als wir eine Spielmechanik nicht verstanden haben.

Meist gelungenes Pacing

So ruhig und andächtig wie in Gris geht es in diesem geistigen Nachfolger aber trotz Hilfestellung nicht voran. Das liegt natürlich nicht nur am Kampfsystem. Es gibt mehrere Passagen, in denen wir vor einem übergroßen Gegner wegrennen und dabei auf unser gesamtes Hüpf-und-Ausweicharsenal zurückgreifen müssen.

Daneben gibt es auch Stellen, in denen wir uns zurücklehnen, den Moment genießen und die Farben und Formen des Spiels in uns aufnehmen sollen. Was in Gris super gepasst hat, wirkt hier allerdings manchmal etwas aufgesetzt. Denn Neva ist viel mehr Spiel als Gris, das den Hauptfokus auf dem Erkunden und Erleben gelegt hat. Die ruhigen Momente im neuen Sidescroller wirken zwar nicht deplatziert, aber oft zu lang.

Seitenblick in eine Höhle Quelle: Devolver Digital / Nomada Das Gefühl wird dadurch verstärkt, dass es keine Sprintfunktion gibt. Wer schneller durch die Welt will, greift auf die Ausweichrolle zurück, hüpft und macht dann einen schnellen Dash nach vorn. Das macht ordentlich Tempo, bringt aber auch Hektik ins Spiel. Das ist theoretisch zwar selbstgewähltes Leid und wir hätten diesen "Hack" auch einfach sein lassen können, aber auch bei anderen Journalisten, die Neva angespielt haben, konnten wir dieses Verhalten beobachten. Ohne eine Sprintfunktion ist das Spiel zwischen den actionreicheren Sequenzen manchmal nämlich einfach zu langsam.

Natürlich gibt es trotzdem ruhige Momente im Spiel, die wir mehr als genießen und in denen wir uns berieseln lassen. Gerade wenn unsere Wölfin mit Bäumen oder Pfützen interagiert und im Kreis um uns herumspringt, bleiben wir gerne stehen und schauen zu.

Bildergalerie

In dieser Hinsicht erfüllt Neva seine Aufgabe mit Bravour. Das Spiel holt uns emotional dann ab, wenn der Fokus auf unserem Schützling liegt. An der Stelle sei aber betont, dass man kein Elternteil sein muss, um das Spiel zu mögen. Allerdings sollte man ein Tierfreund sein, denn Neva verhält sich trotz mythischer Einflüsse sehr wie ein Hund. Die Geräusche, die sie macht, sind übrigens die eines echten Huskys, der einem der Entwickler gehört.

Wie gelungen Neva wirklich ist, erfahren wir, wenn es am 15. Oktober 2024 für PC, Playstation 5, Xbox Series und Nintendo Switch erscheint. Wir sind optimistisch bezüglich dessen, was da auf uns zukommt und können es nach dem ersten Anspielen kaum erwarten, die ganze Geschichte hinter dem Wolf und dem Mädchen zu erleben. Transparenzhinweis: Die Kosten für Reise und Übernachtung zum Vorschau-Event wurden vom Publisher übernommen.

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