Von der Straße direkt auf Tour - wenn das mal gut geht ...
Und noch ein Football-Spiel von Electronic Arts. Nachdem der Genre-König Madden jedes Jahr aufs Neue seine Käuferschaft (vor allem in den USA) findet, versuchte der Hersteller mit NFL Street ein zugänglicheres und leicht arcadigeres Spielerlebnis auf die Beine zu stellen - bisher mit nur leidlichem Erfolg. Weder kommerziell noch wertungstechnisch kam die Serie jemals auch nur in die Nähe des Übervaters. Es ist also eigentlich an der Zeit für einen Neuanfang, denn statt das Spielgeschehen auf der Straße stattfinden zu lassen, geht es jetzt auf Tour.
Glamour-Football
Ich nehme es vorweg: Auch wenn die harte Straße nicht mehr das bevorzugte Spielfeld ist, sondern leicht verkleinerte Bombast-Football-Felder, schließt auch NFL Tour die Lücke zu Madden nicht. Ganz im Gegenteil, sie wird größer. Während das Spielgeschehen einigermaßen ordentlich präsentiert wird, versagt der Street-Nachfolger spielerisch beinahe auf ganzer Linie. Trotz einer ordentlichen Auswahl verschiedener Spielzüge für Offensive und Defensive ist der Spielverlauf immer derselbe: Sind Sie im Angriff, führt ein beherzter Pass meist ohne große Gegenwehr zum Erfolg.
NFL Tour - Hier leistet die Abwehr wirklich gute Arbeit …
Umgekehrt sind Sie dagegen so gut wie immer machtlos, wenn der Gegner einmal am Zug ist. So geht es in dem Spiel meistens darum, wer am schnellsten seine (Zusatz-)Punkte macht. Der beschränkte Wortschatz der Kommentatoren nervt schon nach dem zweiten Spiel gewaltig und der Karrieremodus ist unspektakulär und ebenso minimalistisch wie die Möglichkeiten, Ihren Charakter zu designen. Die beiden integrierten Minispiele wirken wie eine uninspirierte Beigabe und sind überflüssig. Auf dieser NFL Tour bleibt der Spielspaß sprichwörtlich auf der Strecke. Bleiben Sie ihr also besser fern.
