Midtown Madness 3

Test

Die Dodge Viper ist am Ende und fängt das Rauchen an. Der Polizist daneben wird bestimmt helfen und auch gleich die Handschellen auspacken. Die Dodge Viper ist am Ende und fängt das Rauchen an. Der Polizist daneben wird bestimmt helfen und auch gleich die Handschellen auspacken. Während der Begriff Midtown Madness den meisten Konsolenspielern unbekannt erscheinen dürfte, spitzen PC-Spieler bei diesem Namen die Ohren. Die ersten zwei Teile des Spiels sind nämlich ausschließlich für den PC erschienen und fanden damals schnell eine große Fangemeinde. Nicht nur die grafische Präsentation, sondern auch die spielerische Klasse war hierfür verantwortlich. Der dritte Teil der Serie wird jetzt exklusiv auf der leistungsfähigen Xbox-Hardware umgesetzt und soll an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen.

Straßenrennen
Das Spielprinzip von Midtown Madness 3 ist schnell erklärt. In etwa 80 Prozent der Missionen müssen Sie innerhalb der Städte einzelne Checkpoints abfahren, wobei es Ihnen überlassen ist, wie Sie dorthin kommen. Per eingeblendeter Straßenkarte finden Sie sich selbst im größten Verkehrsstau zurecht. Die restlichen Missionen bestehen aus anderen Aufgaben, wie zum Beispiel dem Aufhalten eines flüchtenden Fahrzeuges oder halsbrecherischen Stunts. Als Schauplätze dienen zwei Großstädte, nämlich Paris und Washington. Die Programmierer haben ihre Hausaufgaben gemacht: Die zwei Städte können mit riesigen Arealen auftrumpfen, die natürlich auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten beinhalten.

Belebte Straßen
Bei Midtown Madness 3 ist auf den Straßen einiges los. Das ist für den Spieler allerdings hinderlich, denn um möglichst schnell von Punkt A nach B zu kommen, stören Autos, Fußgänger und andere Hindernisse ungemein und so ist Ausweichen angesagt. Misslingt Ihnen das, kommt es zu Crashs, die Ihr Auto allerdings ziemlich gut wegsteckt. Um die Schadensanzeige in kritische Bereiche zu bewegen und Ihr Auto fahrunfähig zu machen, müssen Sie schon wirklich sehr viele Unfälle bauen. Das Kollisionsverhalten mit den anderen Autos und den Gegenständen (Laternen, Bäume, Hydranten etc.) wurde bewusst unrealistisch gestaltet, damit der rasante Spielfluss nicht unnötig unterbrochen wird. Erstaunlich ist, wie tadellos die Programmierer den Spagat zwischen Vollgasraserei und kontinuierlichem Ausweichen geschafft haben. Es gibt wirklich nur selten Stellen im Spiel, bei denen aufgrund des enormen Verkehrsaufkommens unfaire Situationen entstehen.

Drifts and more
Auch die Steuerung ist dem schwedischen Entwicklerteam Digital Illusions, das übrigens auch schon für das famose Rallisport Challenge zuständig war, hervorragend gelungen. Das arcadelastige Fahrverhalten unterscheidet sich dabei je nach Gefährt deutlich. Ein kleiner Smart mit seinem straffen Fahrwerk und seiner geringen Motorleistung verhält sich natürlich ganz anders als eine hochgezüchtete Heckschleuder namens Dodge Viper. Absolutes Highlight sind jedoch alle Autos, die eine hohe Motorleistung und ein relativ sanftes Fahrwerk haben, wie z. B. der 1967er Ford Mustang. Mit diesen Autos lassen sich nicht nur in jeder Kurve wunderbare Drifts auf die Straße legen, sondern auch viele Gegenstände als Sprungschanze missbrauchen. Insgesamt stehen dem Spieler mehr als 30 verschiedene Autos zur Verfügung, wobei viele erst freigeschaltet werden müssen.

Liebe zum Detail
Keine Frage: Optisch ist Midtown Madness 3 auf den ersten Blick kein Hit. Die Autos sehen aufgrund der relativ groben Darstellung alles andere als state of the art aus und die Umgebungsgrafik der zwei Hauptstädte hätte durchaus schärfere Texturen vertragen. Was man allerdings bedenken muss, ist, dass bei Midtown Madness 3 eine ganze Stadt simuliert wird und die Darstellung der unzähligen Verkehrsteilnehmer viel Rechenleistung in Anspruch nimmt. Dass die Entwickler dabei eine konstante
Framerate von 30 fps realisieren konnten, verdient Extralob. Auch die vielen kleinen Details, wie zum
Beispiel das Zerspringen der Schaufensterscheiben oder die meterhohen Wasserfontänen aus den Hydranten nach dem Umfahren derselbigen, zeigt, dass die Verantwortlichen mit Leib und Seele beim Programmieren waren. Einzig das ständig auftretende Tearing - ein sichtbares Verschieben der Bildzeilen - stört enorm und sorgt für eine sehr mäßige Bildqualität.

Bildergalerie

Wertung zu Midtown Madness 3 (XB)

Wertung:

83 /10

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