Disney Micky Epic: Die Macht der 2 im Test für PS3 und Xbox 360

Test Thorsten Küchler

Es ist doch zum Mäusemelken: Fiese Design-Fehler vergällen den Spaß am eigentlich schönen Comicabenteuer Disney Micky Epic: Die Macht der 2. Vor allem der KI-Partner Oswald stellt sich bermerkenswert doof an, außerdem sorgen Steuerung und Kollisionsabfrage für Frust.

Warren Spector hat ein Markenzeichen: Seit dem genialen Deus Ex drehen sich die Werke der Entwicklerlegende vor allem darum, den Spieler vor Entscheidungen zu stellen, ihm möglichst viele Freiheiten zulassen. Auch Spectors neuestes Spiel, Micky Epic: Die Macht der 2, folgt diesem Konzept! Das Action- Adventure um den weltberühmten Cartoon-Nager verbindet Familienunterhaltung mit moralischen Untertönen sowie einer innovativen Spielmechanik. Und doch ist es mehr "Verblendung" als "Sendung mit der Maus" … Die Story dreht sich (wie im Wii-exklusiven Vorgänger) um seltsame, teils gar düstere Geschehnisse im sogenannten Wasteland: Dieses Paralleluniversum beherbergt all die Zeichentrickfiguren, die es nicht zu Weltruhm brachten und deshalb in Vergessenheit gerieten.

Die Handlung um Micky Maus und seinen Kumpel, den Hasen Oswald, wird mit herzallerliebsten Comicsequenzen erzählt – mal trällern die Helden ein Ohrwurm-Lied- chen, mal schmunzelt man über charmante Slapstick-Einlagen. Auch spielerisch wirkt das epische Abenteuer zu Beginn noch pfiffig und unterhaltsam: Der Spieler turnt entweder mit einem KI- oder einem menschlichen Koop-Kollegen (siehe Kasten oben) durch wunderschöne Zeichentrick-Levels, löst Rätsel, meistert Sprungpassagen und bekämpft skurrile Comicmonster. Dabei steht immer Mickys magischer Pinsel im Mittelpunkt: Auf Knopfdruck malt die Farbkanone entweder Gegner sowie Levelbauten an oder aber sie löscht sie einfach per Verdünner aus.

Als Spieler steht man also immer vor der moralischen Wahl: Will ich das Königreich beschädigen oder will ich es in eine blühende Landschaft verwandeln? Und auch die zahlreichen Quests lassen sich stets auf mehrere Arten lösen. So kann man selbst Bossgegner nicht nur plump zerstören, sondern sie auf schonende Art und Weise zur Aufgabe bewegen. So toll all die Ideen des Spiels auch sein mögen, handwerkliche Stümperei lässt Epic Micky 2 ins Genre-Mittelfeld abrutschen. Besonders die KB ("Künstliche Blödheit") von Oswald bringt einen in Verbindung mit unklaren Aufgabenstellungen regelmäßig in Rage.

Es ist uns ein Rätsel, wie die eher junge Disney-Zielgruppe bis zum Abspann des Spiels gelangen soll. Zudem sind Steuerung und Kollisionsabfrage für ein Spiel, das so viele Hüpfeinlagen bietet, arg unpräzise. Also machen wir es im Sinne von Spector und entscheiden uns – und zwar gegen eine Empfehlung sein Spiel zu kaufen.

Bildergalerie

Wertung zu Micky Epic: Die Macht der 2 (X360)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Wunderschöne Cartoon-ZwischensequenzenCharmante Story, knuffige CharaktereTolle, innovative Spielmechanik
Hakelige SprungpassagenViele Aufgaben unklar, miese SpielerführungBehämmerter KI-Partner
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