Metaphor: ReFantazio im Test: Persona 6 im Fantasy-Gewand und der Rollenspiel-Hit des Jahres!
Test
Alltagssimulation à la Persona inmitten eines royalen Wettkampfs: Sowas gibt es nur bei Atlus. Wir haben Metaphor: ReFantazio getestet und verraten euch, ob diese Kombination funktioniert.
Ihr müsst euch also tagsüber entscheiden, ob ihr euch in einen Dungeon wagen oder doch lieber Zeit mit einem Anhänger verbringen möchtet. Abends dürft ihr ebenfalls auf eigene Faust losziehen, doch dann sind andere Möglichkeiten verfügbar, um euch die Zeit zu vertreiben.
Kaffeeklatsch in der flüsternden Honigbiene
Ob ihr nun der Wirtin des Gasthauses beim Kochen helft oder den Erzählungen eines alten Mannes lauscht, um eure Fantasie zu verbessern, liegt ganz bei euch. Mir fielen die Entscheidungen oftmals schwer, schließlich wollte ich die Zeit möglichst effizient nutzen, aber gleichzeitig auch einfach auf mein Gefühl hören.
Vielleicht bringt es an dem einen Tag nicht so viel, gemeinsam zu trainieren, aber dafür komme ich stattdessen in den Genuss eines interessanten Dialogs. Die Synchronsprecher machen erneut einen fantastischen Job und hauchen den Charakteren auf diese Weise richtig viel Leben ein.
Quelle: SEGA
Umso enttäuschender ist es, dass viele Gespräche mal wieder nicht vertont sind. Klar, bei einem Spiel im Persona-Stil wird sehr, sehr viel geredet, die Sprecher sind also trotz allem viele Stunden zu hören.
Dennoch fand ich es immer sehr schade, wenn ich Zeit mit meinen Leuten verbracht habe und plötzlich wieder Textboxen lesen musste, anstatt ihnen zu lauschen. Bei weniger relevanten Statisten kann ich diese Entscheidung noch halbwegs verstehen, auch wenn es der Immersion schadet.
Bei Aktivitäten mit der eigenen Gruppe fühlt es sich aber in solchen Fällen danach an, als wären die Momente für die Entwickler schlicht nicht wichtig genug gewesen. Aber, das möchte ich noch kurz hervorheben: Dafür verliert der Protagonist höchstpersönlich endlich mal das eine oder andere Wort!
Die gemeinsame Zeit, so trivial sie zwischendurch auch sein mag, ist aber auch ohne konsequente Vertonung eine wahre Freude. Darin liegt schließlich auch der Charme der Atlus-Spiele: Ihr habt die Wahl, was ihr tun möchtet. Hauptsache, ihr erledigt eure zeitgebundenen Missionen vor Ablauf der Frist, also behaltet den Kalender trotz allem im Blick.
Tschüss Personas, hallo Archetypen!
Ein weiterer integraler Teil des Gameplays, der mir ebenfalls direkt vertraut vorkam, ist das Kampfsystem. Hier haben es die Entwickler aber geschafft, durch kleine Twists frischen Wind in die rundenbasierten Prügeleien zu bringen.
Quelle: SEGA
Der wohl offensichtlichste Punkt, der das Spiel eben doch nicht zu einem reinen Persona-Teil macht, ist die Abwesenheit der namensgebenden Kreaturen. Stattdessen kämpft ihr mit sogenannten Archetypen. Von denen gibt es zwar auch einige verschiedene Versionen, allerdings sind es deutlich weniger als die Personas.
Freischalten könnt ihr sie in einer Traumwelt namens Akademeia, die stark an den Velvet Room erinnert. Nicht zuletzt dadurch, dass ihr dort mit einem blonden Mann interagiert, der durchaus mit Igors Assistentinnen aus Persona verwandt sein könnte.
Später lässt sich das auch über das, mal wieder sehr stylishe, Menü erledigen. Allerdings trefft ihr nicht einfach so in der freien Wildbahn auf solche Archetypen, da die meisten eurer Gegner einer ganz anderen Spezies angehören: den Menschen!
Richtig gelesen, denn in Metaphor: ReFantazio gibt es verschiedene Völker, die nicht besonders harmonisch zusammenleben. Menschen sind allerdings keines davon, sondern stattdessen riesige, groteske Monster. Eine solche Begegnung bedeutet für gewöhnliche Leute ohne die Fähigkeiten, Archetypen zu verwenden, den sicheren Tod.
Eins nach dem anderen
Zum Glück sind der Protagonist und seine Gefährten ähnlich veranlagt wie die Phantomdiebe und wollen nicht nur dem Prinzen, sondern auch ihren Mitfabelwesen helfen. Im Kampf gegen die Menschen und andere Kreaturen verfügt jeder Charakter prinzipiell über jeden Archetypen, sobald er für ihn freigeschaltet wurde.
