Medieval Dynasty: Wir haben die Early-Access-Version der Mittelalter-Sim angespielt
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Ihr wolltet schon immer wissen, wie einfache Leute im Mittelalter ums Überleben kämpfen mussten? Medieval Dynasty ist ein abwechslungsreicher Mix aus Survival, Rollenspiel, Strategie und Crafting, bei dem ihr versucht, euch als Handwerker durchzuschlagen und eine neue Existenz aufzubauen. Wir verraten euch, wie gut uns der Trip ins Mittelalter gefallen hat. Jetzt mit umfangreichem Vorschauvideo!
Es war einmal ... ein einfacher Bauerssohn, dessen Familie von bösen Soldaten gemeuchelt wurde. Der Bursche konnte sich davonstehlen und war fortan auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Da erinnerte er sich an einen reichen Onkel, der, fernab der Wirren des Krieges, in einem kleinen Tal seinen Geschäften nachging und so reich wurde. Dieses Tal sollte auch fortan auch die neue Heimat des Bauernjungen werden. Dort wollte er durch harte Arbeit Geld verdienen, ein Haus bauen und eine Frau finden. Vielleicht würde es ihm gar gelingen, sich zum Herrscher dieses Landstrichs aufzuschwingen und so eine Dynastie gründen, an die sich viele Generationen erinnern würden ...
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Ob die im Mittelalter angesiedelte Geschichte des Helden im Early-Access-Spiel Medieval Dynasty (jetzt kaufen ) so märchenhaft verläuft, liegt natürlich in euren - hoffentlich - fähigen Händen. Ihr übernehmt im Sandbox-Survival-Strategie-Rollenspiel-Mix von Entwickler Render Cube Games die Rolle des handwerklich geschickten Bauern Racimir, der sich aus dem Nichts eine Existenz aufbauen und eine eigene Dorfgemeinschaft gründen will.
Soweit die Füße tragen
Die erste Aufgabe im Spiel zeigt gleich, was euch im Solo-Abenteuer Medieval Dynasty erwartet: Im Auftrag des Dorfvorstehers von Gostovia (das ist das Dorf, in welchem euer Onkel gewohnt hat) sollt ihr diverse Materialien sammeln und eure Handwerksfähigkeiten unter Beweis stellen. Ihr sammelt Schilf am Fluss, Stecken und Steine im Wald und bastelt euch mit weiteren Materialien eine Steinaxt, um damit Bäume zu fällen. Warum das alles? Damit ihr euch ein eigenes Heim bauen könnt! Natürlich sind diese Rohstoffe nur der Anfang, denn zur Fertigstellung der Holzhütte braucht ihr weit mehr Material, als ihr anfangs gesammelt habt. Wenn das Häuschen aber erst mal steht, dann darf man ruhig ein wenig stolz auf die eigene Leistung sein.Danach erwarten euch - wenig überraschend - noch weitere Quests, bei denen ihr zum Laufburschen für die anderen Dorfbewohner werdet. Und das mit dem Laufburschen ist durchaus wörtlich gemeint, denn Fahrzeuge oder Reittiere gibt es in Medieval Dynasty aktuell genauso wenig, wie eine Schnellreisefunktion.
Alle Wege müssen zu Fuß zurückgelegt werden und das kann ganz schön nervig sein. Ihr könnt für eine kurze Zeit schneller laufen, das zehrt aber am Ausdauerbalken, der sich nur recht langsam wieder füllt. Die Aufgaben dienen dabei zumeist als erweitertes Tutorial für das Spiel. Für einen Feldarbeiter jagt ihr Hasen, für den Vorsteher eines anderen Dorfs besorgt ihr mühsam 40 Baumstämme. Mühsam, weil die Gewichtsbeschränkung eures Inventars es nicht zulässt, dass ihr davon allzu viele gleichzeitig tragen könnt. Richtig spannend sind die Quests anfangs nicht, aber auch nicht schlechter als in manch anderem Rollenspiel.Im weiteren Spielverlauf erlebt ihr Kapitel-Quests, die sich mit der persönlichen Geschichte des Helden befassen, Story-Quests, in denen es um das Schicksal einzelner Dorfbewohner geht und einfache Nebenquests. Für erledigte Aufträge erhaltet ihr oft nützliche Gegenstände und Rufpunkte, die euer Ansehen in der Gemeinschaft widerspiegeln. Leidet dieses Ansehen zu sehr, wirkt sich das auf das Verhalten der Nichtspielercharaktere aus und kann sogar zum Spielende führen. Ein hohes Ansehen ist hingegen die Voraussetzung dafür, dass sich Charaktere später eurer Dorfgemeinschaft anschließen. Ein weiteres Mittel, um Ruf für eure aufsteigende Dynastie zu sammeln, sind Herausforderungen.
Learning by doing
Ein zentrales Gameplay-Element sind die Fähigkeiten, die Held Racimir in Medieval Dynasty erlernen kann. Diese sind in sechs Kategorien unterteilt. Gewinnung beschäftigt sich mit dem Sammeln von Ressourcen, während Überleben, Jagd, Landwirtschaft und Crafting selbsterklärend sind. Diplomatie hilft euch beim Umgang mit den diversen Nichtspielercharakteren. Praktisch jede Aktion, sei es das Sammeln von Ressourcen, das Herstellen von Gegenstände oder das Flirten mit Damen, sorgt dafür, dass ihr Punkte in einer der Hauptkategorien sammelt.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Flirten ist extrem wichtig, um eine Frau zu finden, mit der ihr viele Nachkommen zeugen könnt. Wie wollt ihr sonst eine Dynastie gründen? Habt ihr eine bestimmte Tätigkeit lange genug ausgeführt, erhaltet ihr einen Talentpunkt, den ihr in eine von zehn Spezialisierungen der jeweiligen Kategorie investieren dürft. Diese Spezialisierungen helfen euch beispielsweise bei der Suche nach Ressourcen, erhöhen eure Lebensenergie oder sorgen dafür, dass weniger Ausdauer bei der Ressourcengewinnung verschwendet. Die Anforderungen für das Freischalten von Talentpunkten steigen stetig an, was nach schnellen Anfangserfolgen im weiteren Spielverlauf für eine recht langsame Progression in Sachen Talente sorgt.Neben den Fähigkeiten gibt es in Medieval Dynasty noch den Bereich Technologie, der sich mit Plänen für Handwerksgegenständen und mit den zahlreichen Gebäuden beschäftigt, die ihr im Laufe des Spiels bauen dürft. Das Freischalten von neuen Inhalten erfolgt hier, genauso wie bei den Fähigkeiten, durch diverse, mit dem jeweiligen Technologiepart verbundene Aktivitäten. Wer komplexere Handwerksgebäude erschaffen oder entsprechende Pläne bekommen will, muss viel craften. Gleiches gilt auch für die anderen Kategorien Bauen (Ressourcen abbauen), Überleben (Benutzung von Jagd-Skills) und Landwirtschaft (Bestellen von Feldern, Tierhaltung usw.). Wie bei den Talentpunkten müsst ihr ganz schön hart arbeiten, um neue Technologien und Gebäude freizuschalten.
Dorf-Management und Jahreszeitenwechsel
Auf den ersten Blick wirkt Medieval Dynasty zwar umfangreich, aber nicht wirklich kompliziert. Die dahinterliegende Spielmechanik ist aber durchaus durchdacht. Es gibt einen Jahreszeitenwechsel, der sich auf die Landwirtschaft und über die unterschiedlichen Temperaturen in den verschiedenen Jahreszeiten auch auf den Helden auswirkt. Wer im Winter ohne entsprechende Kleidung herumläuft, leidet darunter genauso wie ein Feldarbeiter mit Pelzmantel im Sommer. Es gibt zudem einen Tag- und Nachtwechsel, der sich auch auf die Aktivtäten der NPCs auswirkt. Nach drei Tagen virtueller Spielzeit, was mehreren Spielstunden entspricht, beginnt immer eine neue Jahreszeit.Das Thema Nahrung ist auch nicht zu unterschätzen, denn wer nicht beständig nahrhaftes Essen und Wasser zu sich nimmt, segnet bald das Zeitliche. Anfangs kennt ihr kaum Rezepte und habt auch nicht die Ressourcen, um euch selber schmackhafte Gerichte zuzubereiten. Ihr seid also sehr auf entsprechende Händler angewiesen, denen ihr für einen Teller Suppe einen Teil eurer Ressourcen verkaufen könnt. Sobald ihr besser kochen könnt und über entsprechende Waffen verfügt, könnt ihr euch durch Jagd auf Eber und Hirsche problemlos selbst versorgen.Ein Element, das erst im späteren Spielverlauf, sobald man eine eigene Siedlung aufgebaut hat, richtig relevant wird, ist der strategisch angehauchte Management-Part in Medieval Dynasty. Hier könnt ihr sehen und anpassen, was eure Gebäude erwirtschaften, welche Dorfbewohner dort arbeiten oder was gerade auf euren Feldern angebaut wird.
Optisch ansprechendes Mittelalter
In jedem Fall bietet Medieval Dynasty für einen Early-Access-Titel jetzt schon einen mehr als ordentlichen Spielumfang und wir sind gespannt, was die Entwickler von Render Cube Games und Publisher Toplitz Productions sich noch alles auf dem langen Weg zur finalen Version einfallen lassen. Gerade, was die Story und spätere Gebäude-Upgrades und Crafting-Möglichkeiten angeht, konnten wir in den Stunden, die wir mit der EA-Fassung verbracht haben, nur an der Oberfläche kratzen.Obwohl die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist, macht Medieval Dynasty was die Grafik angeht, einen guten und sehr atmosphärischen Eindruck. Vor allem die Veränderung der Landschaft in den verschiedenen Jahreszeiten hat das kleine polnische Entwicklerstudio gut hinbekommen. Die grafische Qualität eines Kingdom Come: Deliverance, welches in einer ähnlichen Zeitperiode wie Medieval Dynasty spielt, erreicht der Titel aber nicht ganz. Die Animationen der Spielfiguren sind ganz ordentlich und auch die Bugs halten sich für einen Early-Access-Release im Rahmen. Hier und da schwebt mal eine Spielfigur, statt zu sitzen, aber das war es neben ein paar harmlosen Übersetzungsfehlern dann auch schon. Die Musik ist ebenso stimmig die Grafik, eine Vertonung der Unterhaltungen mit NPC hätte der ansonsten ordentlichen Atmosphäre noch gutgetan.
