Medal of Honor: Rising Sun

Test Wolfgang Fischer

Die Bazooka ist nicht zu unterschätzen. Die Bazooka ist nicht zu unterschätzen. Immer ausreichend Munition
Es stehen zwar laut EA "über 20 authentische Waffen des Zweiten Weltkriegs" zur Verfügung, um mit den japanischen Truppen fertig zu werden, Sie dürfen aber nur einen Teil davon mit sich herumschleppen. Die cleveren Entwickler haben nämlich fest installierte Maschinengewehre und benutzbare Geschütze einfach mal mitgezählt. Im Normalfall ist in den Missionen das verfügbare Waffensortiment sehr stark eingeschränkt. Den kompletten Guadalcanal-Nacht-Level müssen Sie nur mit Scharfschützengewehr und 45er-Colt bewaffnet überstehen. Dafür herrscht praktisch niemals Munitionsknappheit, alle paar Meter stoßen Sie auf Kisten mit Magazinen und mehr Granaten, als Sie tragen können. Dies gilt auch für die verschiedenen Arten von Medipacks, mit denen Sie erlittene Treffer wieder ausgleichen. Fast jeder erledigte Gegner lässt zumindest eine Feldflasche zurück, die Ihrem Helden etwas Lebensenergie zurückgibt.

Inszenierte Action ohne Überraschungen
Wie schon der Vorgänger bietet auch Rising Sun wieder massig geskriptete Ereignisse, die Abwechslung in den linearen Spielablauf bringen sollen. Praktisch jedes Mal, wenn Sie eine MG-Stellung einnehmen, stürzen ganze Horden von Feinden aus ihren Verstecken und stürmen nach vorn. Schon bald entwickelt man sogar eine Art sechsten Sinn für Stellen, die sich für Skripts eignen und ist daher weder geschockt noch überrascht, wenn plötzlich aus dem Nichts ein Panzer erscheint oder Gegner eine allzu offensichtliche Falle zuschnappen lassen. Viele der optisch beeindruckenden Ereignisse verlieren dadurch ihren Reiz und wirken oftmals fast schon krampfhaft konstruiert. Ihren eigentlichen Zweck, Spannung aufzubauen und Abwechslung zu schaffen, erfüllen die Skripts nur noch selten.

Gute Präsentation, nerviges Ruckeln
EA ist es mit Rising Sun tatsächlich gelungen, den Vorgänger optisch noch einmal zu übertreffen, zumindest was den Anfang des Spiels angeht. Der oben beschriebene Angriff auf Pearl Harbor ist ein wahres Effektfeuerwerk, vielleicht nicht so bewegend und erschreckend wie die Landung der Alliierten in der Normandie in Frontline, aber dennoch ein fast perfekter Auftakt für das Spiel. Leider kann dieses hohe Niveau in den folgenden Missionen nicht gehalten werden. In weiten Teilen der umfangreichen Singapur-, Guadalcanal- und Philippinen-Levels ist von der grafischen Pracht der beiden Pearl-Harbor-Abschnitte nicht mehr viel übrig. Matschige Texturen und unspektakuläre Levels holen selbst eingefleischte Fans wieder auf den Boden der ruckeligen MoH-Realität zurück. Später im Spiel steigert sich die Grafikqualität zwar wieder leicht, optisch beeindruckend sind die späteren Missionen aber keineswegs. Auch hier hat man praktisch durchgehend mit gravierenden Framerate-Einbrüchen zu kämpfen, die das Zielen erschweren. Die Animationen der Gegner dagegen sind, wie schon im Vorgänger, durchweg gut gelungen. Dies gilt auch für die Sprachausgabe und die erstklassige Musikuntermalung des Ego-Shooters, die für eine stimmige Atmosphäre sorgen.

Wertung zu Medal of Honor: Rising Sun (PS2)

Wertung:

84 /10

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