Lost Planet: Extreme Condition

Test Manfred Patrick Reichl

Einer solchen Akriden-Übermacht sollten Sie sich nur in einem Vital Suit stellen. Einer solchen Akriden-Übermacht sollten Sie sich nur in einem Vital Suit stellen. Vier Schwierigkeitsgrade hat Lost Planet: Extreme Condition zu bieten. Schon auf "leicht" sind einige der Bossgegner schwer zu knackende Nüsse und es dauerte immerhin ungefähr zehn Stunden, bis wir endlich den Abspann der Endsequenz sehen durften. In jedem höheren Schwierigkeitsgrad erwartet Sie ein höheres Gegneraufkommen, außerdem liegen weniger Waffen und Vital Suits im Spielgebiet bereit. Richtig heftig wird es im höchsten Schwierigkeitsgrad "extrem". Nach satten viereinhalb (!) Stunden hatten wir endlich die erste Mission gemeistert und verzichteten anschließend aus zeitlichen Gründen darauf, auch die anderen Levels auf diesem anspruchsvollen Niveau zu meistern.

Eher enttäuscht waren wir von der Handlung des Spiels. Dabei ist die Grundidee mit einem vereisten Planeten, den die Menschen besiedeln wollen, eigentlich gar nicht so schlecht. Bedauerlicherweise würzte Capcom die Handlung mit etlichen albernen Ideen, die aus einer Seifenoper stammen könnten. Gale Holden, der Papi des Hauptdarstellers Wayne, kommt zu Beginn des Spiels um, also schwört der Sohnemann ziemlich einfallslos Rache. Während seines Abenteuers auf dem Eisplaneten begegnen ihm zahlreiche Charaktere und Freundschaften werden geschlossen und erschüttert. Obendrein kommen Sie einem ominösen Geheimprojekt auf die Schliche und legen sich nicht nur mit den Schneepiraten, sondern auch mit der Regierungsgruppe NEVEC an.

Kaum Anlass zur Kritik gibt dafür die grafische Umsetzung. Lost Planet ist eines der schönsten Spiele, die es bisher für die Xbox 360 gibt. Zu Beginn begeistert das Leveldesign mit seinen imposanten Schneelandschaften, in denen vor allem dichte und exzellent dargestellte Schneestürme die klirrende Kälte auf dem Planeten erahnen lassen. Watet Protagonist Wayne durch den Schnee, hinterlässt er sogar Fußspuren. Dazu verwöhnen eine hervorragende Weitsicht und detaillierte Gebäude in den Levels das Auge des Betrachters. Fast schon filmreif sehen zudem die Feuer-, Rauch- und Explosionseffekte aus.

Viele zerstörbare Objekte in den Umgebungen sorgen ebenfalls für jede Menge Krach und Radau. Besiegen Sie einen Akriden, so erstarrt dieser zudem zu Eis, das spektakulär in unzählige Einzelteile zerbricht, sobald Sie es berühren. Ein wahrer Augenschmaus sind auch die Zwischensequenzen. Die Charaktere sehen zwar allesamt sehr schräg aus, wurden aber mit viel Liebe zum Detail erstellt. Weniger erfreulich ist dafür das deutlich erkennbare Tearing (Bildzeilen verschieben sich kurzzeitig und verzerren das Bild) auf HD-Geräten, die Spielbarkeit leidet darunter aber nur minimal.

Nicht gerade aufsehenerregend ist bedauerlicherweise die Sounduntermalung des Capcom-Shooters. Der dramatische Soundtrack passt zwar hervorragend zum Geschehen, versetzt den Zuhörer aber zu keiner Zeit in Begeisterungsstürme. Sehr ordentlich klingen dafür die Surround-Sound-Effekte. Es rumst und kracht häufig beeindruckend, wenn hinter oder neben Ihnen aus dem Nichts ein gigantischer Akride aus dem Schnee oder in einer Höhle auftaucht. Auf eine deutsche Synchronisation müssen Sie leider verzichten, noch dazu hört sich auch die englische Sprachausgabe phasenweise sehr laienhaft und unmotiviert an. Obendrein war diese in unserer Testfassung phasenweise nicht lippensynchron. Hier wollte Capcom aber bis zur Veröffentlichung des Spiels noch nachbessern.

Wertung zu Lost Planet: Extreme Condition (X360)

Wertung:

87 /10
Pro & Contra
Packende BosskämpfeHoher Action-FaktorExzellente Multiplayer-MapsGrafisch hervorragend
Einfallslose Handlung
Fazit

Exzellenter Action-Shooter mit packenden Bosskämpfen und einem genialen Online-Multiplayer-Modus, der auch noch klasse aussieht.

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