Lost Ark im Test: So gut kann ein Free2Play-MMORPG sein - Jetzt mit Video

Test Daniel Link
Lost Ark im Test: So gut kann ein Free2Play-MMORPG sein - Jetzt mit Video
Quelle: Amazon Games

Lost Ark ist ein ziemlich interessanter Fall. Schließlich erhalten wir zum Release bei uns im Westen gleichzeitig noch knapp vier Jahre an Inhalte, die mit der Zeit für Smilegates MMORPG veröffentlicht wurden. Ob sich der Titel auf westlichen Markt behaupten kann, klären wir hier im Test.

Ich warte nun bereits seit acht Jahren auf Smilegates MMORPG Lost Ark. Über die Zeit habe ich den Fortschritt des Titels verfolgt und miterlebt, wie er von einem unterdurchschnittlichem MMO zu einem wahren Fan-Liebling wurde. Eine ähnliche Situation durchlebte auch das mittlerweile äußerst beliebte Final Fantasy 14. Also war ich natürlich sehr gespannt auf die Veröffentlichung von Lost Ark hier bei uns im Westen. Ich muss definitiv sagen: Smilegate hat mich nicht enttäuscht.

Lost Ark ist natürlich nicht perfekt, doch die Version für den westlichen Markt ist zumindest beinahe so gut, wie Lost Ark überhaupt sein kann. Doch fangen wir erstmal ganz am Anfang an: In Lost Ark spielen wir einen vom Schicksal auserwählten Helden, der die bevorstehende Invasion der Dämonen abhalten muss. Das gelingt uns, indem wir die namensgebenden Archen einsammeln, da nur diese die nötige Macht besitzen, die Dämonen zu vertreiben. Wir machen uns also auf in die große weite Welt, erkunden verschiedene Gebiete, treffen neue Charaktere, erleben spektakuläre Ereignisse und sammeln nebenbei auch noch die verlorenen Archen ein.

UPDATE: Unseren Test zu Lost Ark gibt's jetzt auch im Video-Review! Das könnt ihr entweder direkt hier im Artikel oder auf unserem YouTube-Kanal ansehen. Außerdem erklären wir in einem separaten Beitrag, was es mit der Zensur für den westlichen Martk auf sich hat.

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Auf der Suche nach der Arche

Die Handlung von Lost Ark ist zum größten Teil ganz nett. Hier erwartet uns keine epische Geschichte, die sich über ein gesamtes Jahrzehnt erstreckt, wie in Final Fantasy 14, doch zumindest ist sie ansprechend genug, um nicht langweilig zu werden. Im Verlauf der Handlung stürmen wir beispielsweise eine Festung, um einen tyrannischen Regenten zu stürzen, und halten mit der Unterstützung unserer Verbündeten ein Heer von Dämonen auf.

Wir sind in jeder Situation natürlich der einzige Grund, wieso ein Unterfangen überhaupt gelingt, doch bei so einer Geschichte ist das natürlich zu erwarten. Schließlich sind wir der legendäre Held, der jedoch von jedem dahergelaufenen NPC Aufgaben aufgedrückt bekommt. Natürlich muss ein MMORPG wie Lost Ark (jetzt kaufen ) ein paar Quests haben, doch entsteht hierdurch eine Art narrative Dissonanz, die sicherlich nicht jedem Spieler gefällt.

Im Gegensatz zu Spielen wie The Witcher 3 und auch Final Fantasy 14 baut man in Lost Ark keinerlei Verbindung mit dem eigenen Charakter auf. Man ist der stumme, beinahe unfehlbare Protagonist dieser Welt, der aus jeder Situation glimpflich davonkommt. Diese Art der Erzählweise kommt Lost Ark jedoch tatsächlich zugute, da der Titel darauf basiert, dass Spieler mehrere Charaktere spielen. Sei es um die verschiedenen, ziemlich spaßigen Klassen auszuprobieren, oder um mehr Gold beziehungsweise Materialien zu erwirtschaften.

Grafische Höhen

Im Klassen-Design und dem allgemeinen Gameplay liegen Lost Arks wahre Stärken. Anders als in vielen anderen MMOs nutzt Lost Ark eine isometrische Perspektive, wie man sie aus klassischen Action-RPGs wie Diablo und Path of Exile kennt. Man bewegt sich also per Maus und die Kamera ist zum größten Teil festgestellt. Das hat den Vorteil, dass wir einige atemberaubend hübsche Zonen zu Gesicht bekommen, welche die isometrische Perspektive vollends ausnutzen.

Lost Ark ist ein ziemlich hübsches Spiel, was durch die Unterstützung von DirectX 11 direkt zum Release nur noch mehr zur Geltung kommt. Vor allem die späteren Gebiete sehen wunderschön aus, was das Erkunden Arkesias nur noch spaßiger macht. Das Ganze wird zusätzlich noch von einem grandiosen Soundtrack untermalt, der zu jeder Zeit die passende Stimmung vermittelt.
Die Insel Punika dürfte wohl eines der hübschesten Gebiete in Lost Ark sein. Quelle: PC Games Die Insel Punika dürfte wohl eines der hübschesten Gebiete in Lost Ark sein. Auch hatte ich selten so viel Spaß mit einem Action-RPG, wie es mit Lost Ark der Fall ist. Die verschiedenen Fähigkeiten sind wunderschön animiert, es gibt einige recht komplexe Systeme, und ich habe bisher noch keine Klasse gefunden, mit der ich mich langweile. Selbst wenn Lost Ark kein MMORPG wäre, würde ich wohl eine Menge Zeit in der Welt von Arkesia verbringen, und mit sämtlichen Dingen, die ein MMO so ausmachen, wird das Spielerlebnis nur noch besser.

Die Qual der Klassen-Wahl

Zur Veröffentlichung erhalten wir Zugriff auf insgesamt 15 verschiedene Sub-Klassen, verteilt auf Krieger, Kampfkünstlerin, Kanonier, Magierin, und Assassinin. In den Regionen Korea und Russland wurden bereits einige weitere Klassen veröffentlicht, hier im Westen müssen wir auf Dinge wie Reaper jedoch noch ein wenig warten. In Lost Ark sind die verschiedenen Klassen übrigens geschlechtsspezifisch.

Ein Berserker kann beispielsweise nur männlich, eine Bardin nur weiblich sein. Wirklich Sinn ergibt dieses System jedoch nicht, schließlich haben unsere Charaktere keine richtige Persönlichkeit. Das ist wohl auch den Entwicklern bei Smilegate aufgefallen, weswegen sie derzeit daran arbeiten, für jede Klasse eine Version eines anderen Geschlechts zu veröffentlichen.

Zum Release gibt es beispielsweise den männlichen Todesschützen und die weibliche Kunstschützin. Diese unterscheiden sich Gameplay-technisch ein wenig voneinander, verkörpern jedoch das gleiche Grundkonzept: einen Revolverhelden mit Zugriff auf Pistolen, ein Scharfschützengewehr, und eine Schrotflinte.
Bei so viel Auswahlmöglichkeit fällt die Klassen-Wahl nicht leicht. Quelle: PC Games Bei so viel Auswahlmöglichkeit fällt die Klassen-Wahl nicht leicht. Jede Klasse in Lost Ark besitzt eine Vielzahl an Fähigkeiten, von denen acht Stück gleichzeitig auf die Aktionsleiste gelegt werden können. Zusätzlich erhält man mit Level 50 noch Zugriff auf eine ultimative Fähigkeit, und die meisten Klassen besitzen auch noch eine Identitätsleiste. Die Todesklinge kann beispielsweise insgesamt drei Orbs durch ihre Angriffe füllen, die ihr bei Aktivierung ein erhöhtes Angriffstempo und Zugriff auf eine Art Finisher-Move gewähren.

Die Schattenjägerin hingegen kann sich in einen Dämonen verwandeln, wodurch sich ihre Fähigkeiten ein wenig ändern. Jede einzelne Klasse unterscheidet sich deutlich von den anderen und alle machen auch alle wirklich Spaß. Wenn man doch nur einen weiblichen Scharfschützen spielen könnte ... Naja, das heißt dann wohl Abwarten.

Dürfen's ein paar Talente sein?

In diesem Menü können wir unsere Fähigkeiten ganz nach unserem Geschmack anpassen. Quelle: PC Games In diesem Menü können wir unsere Fähigkeiten ganz nach unserem Geschmack anpassen. Während wir gemütlich auf Stufe 50 leveln, erhalten wir pro Stufenaufstieg ein paar Talentpunkte. Mit diesen können wir unsere einzelnen Fähigkeiten verstärken und ihnen durch das sogenannte Tripod-System auch noch zusätzliche Eigenschaften gewähren. Unter anderem kann sich so das Element eines Angriffs ändern, der Schaden wird deutlich erhöht, oder andere spannende Dinge passieren.

Beispielsweise wird der Scharfschütze mit einer Fähigkeit plötzlich unsichtbar, oder ein Frontalangriff wird zum Rundumschlag. Wir können im Spiel auch noch verschiedene Voreinstellungen speichern, sodass wir schnell von einem AOE- zu einem Singletarget-Build wechseln können.

Das zweite System, welches unsere Spielweise verändert, sind die sogenannten Gravuren. Diese verleihen uns passive Boni wie erhöhten erlittenen und ausgeteilten Schaden, oder einen Bonus auf unsere Mana-Regeneration. Dann gibt es noch ein paar klassenspezifische Gravuren. So erhält der Kampfmönch eine zusätzliche Elementarkugel, oder die Kunstschützin verliert Zugriff auf ihre Schrotflinte, um den Schaden ihrer beiden verbleibenden Waffen zu erhöhen.
Die Gravuren können unseren Spielstil unter Umständen gravierend verändern. Quelle: PC Games Die Gravuren können unseren Spielstil unter Umständen gravierend verändern. Die Gravuren stellen einen der wichtigsten Endgame-Aspekte des Spiels dar, da diese durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände aktiviert werden.

In den Chaosdungeons sehen wir uns mit Horden von Gegnern konfrontiert. Quelle: PC Games In den Chaosdungeons sehen wir uns mit Horden von Gegnern konfrontiert. Ob man einen Gegenstand mit den passenden Gravuren erhält, entscheidet der Zufall. Man muss also unter Umständen eine ganze Weile darauf warten, den präferierten Spielstil nutzen zu können.

Oder man macht sich das Drop-Glück anderer Spieler zunutze, denn die meisten Gegenstände lassen sich im Auktionshaus des Spiels kaufen und verkaufen. Da das Gameplay von Lost Ark jedoch ziemlich gut gestaltet wurde, ist es gar nicht so schlimm, wenn man ein bisschen mehr spielen muss, bis man die Best-in-Slot-Gegenstände erhält.

Der ziemlich anspruchslose Gameplay-Loop

Sind die benötigten Materialien gesammelt, können wir bei einem NPC in jeder größeren Stadt unsere Ausrüstung aufwerten. Quelle: Smilegate Sind die benötigten Materialien gesammelt, können wir bei einem NPC in jeder größeren Stadt unsere Ausrüstung aufwerten. Weiterhin muss auch noch die eigene Ausrüstung verbessert werden, wodurch man Zugriff zu mehr PvE-Inhalten erhält. Diese sind derzeit in drei verschiedene "Tiers" untergliedert. Mit jedem Tier erhält man ein Set an Ausrüstung, welches dann auf mindestens Plus 15 aufgewertet werden muss, um das nächsthöhere Tier freizuschalten. Die dafür benötigten Materialien gibt es aus Chaosdungeons und Wächter Raids.

In Ersteren müssen wir zahlreiche Horden an Monstern besiegen, und ab und an sogar einen Boss. Die Wächter-Raids hingegen schicken uns in wahrer Monster-Hunter-Manier auf eine eigene Karte, wo wir dann ein Monster innerhalb von 20 Minuten besiegen müssen. Beide Aktivitäten können wir entweder alleine oder in einer Gruppe aus bis zu vier Spielern abschließen.

Leider sind weder die Chaosdungeons noch die Wächter-Raids wirklich anspruchsvoll und lassen sich vor allem mit mehreren Spielern ziemlich leicht abschließen.

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