Let Them Trade im Test: Warum dieses Aufbau-Spiel die perfekte Auszeit vom Alltag ist

Test Dominik Pache
Let Them Trade im Test: Warum dieses Aufbau-Spiel die perfekte Auszeit vom Alltag ist

Ein digitales Brettspiel zum Abschalten: Let Them Trade verbindet gemütliche Aufbaustrategie mit charmantem Holz-Look - perfekt für alle, die entspannt handeln, bauen und zusehen wollen, wie das Leben über Hexfelder tanzt.

Ein lauer Sommertag, keine Verpflichtungen in Sicht - und der Küchentisch ist leer. Perfekte Voraussetzungen, um mal wieder ein Brettspiel auszupacken, die Spielsteine zu sortieren und in geselliger Runde die nächste Siedlung zu errichten.

Doch halt - diesmal raschelt keine Anleitung und kein Würfel rollt über die Tischplatte. Stattdessen holt Let Them Trade den gemütlichen Brettspiel-Look auf den Bildschirm. Auf den ersten Blick erinnert alles an Catan, Carcassonne oder Dorfromantik: Plättchen legen, Waren tauschen, Wege planen. Aber schon nach ein paar Zügen wird klar - hier steckt ein waschechtes Aufbauspiel drin, das eher mit Siedler oder Anno verwandt ist.

Ob das kleine Studio Spaceflower aus Nürnberg mit dieser Mischung aus Nostalgie, Handel und Holzoptik ins Schwarze trifft, das erfahrt ihr jetzt im Test.

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Holzoptik & Hexfelder: Der charmante Look

Optisch trifft das Spiel voll ins Schwarze: Der Stil erinnert an liebevoll geschnitzte Holzmännchen, die direkt aus einer Brettspielschachtel entsprungen sein könnten und auf dem Küchentisch zum Leben erweckt wurden. Alles wirkt greifbar, fast schon handgemacht - vom Spielbrett aus den typischen sechseckigen Kacheln bis zu den winzigen Häuschen. Zoomt man näher heran, entdeckt man viele kleine Details: Die Figuren rennen, schuften, backen und fahren Karren - stets passend zu ihren Aufgaben. Das verleiht dem Spiel eine fast schon meditative Lebendigkeit, die perfekt zum entschleunigten Spielprinzip passt.

Auch akustisch bleibt das Spiel seinem charmanten Flair treu: Die Musik ist verspielt und unaufdringlich, begleitet das Geschehen mit leichten Walzerklängen und trägt wunderbar zur gemütlichen Atmosphäre bei. Besonders auf höherer Spielgeschwindigkeit wirkt es fast so, als würden die kleinen Händler im Takt über das Spielbrett tanzen. Dazu kommen angenehm knackige Soundeffekte - nie aufdringlich und immer befriedigend.

Städtebau und Warenkreisläufe: So funktioniert das Aufbausystem

Doch Let Them Trade ist nicht bloß ein netter Titel - der Name des Spiels ist Gesetz. Der Handel läuft hier wie von Geisterhand, während ihr euch gemütlich zurücklehnt und überlegt, wo ihr als Nächstes eingreift. Statt selbst Karren über das virtuelle Spielbrett zu schieben, setzt ihr eure kleinen Papp-Untertanen mit gezielten Anreizen in Bewegung.

Städte werden gebaut, Straßen gezogen, Produktionsstätten errichtet - alles in dem Wissen: Alleine schafft es keine Stadt. Spezialisierung ist Pflicht. Wer versucht, alles an einem Ort herzustellen, endet mit leeren Lagern. Deswegen solltet ihr nach den passenden Ressourcen auf der Karte suchen, den Warenfluss über die Plättchenlandschaft lenken und dann genüsslich zuschauen, wie die Pferdekarren das Ökosystem am Laufen halten.

Let them Trade Bauern Güter Handel Quelle: PC Games Schon mit einer kleinen Wirtschaft stellt sich der beliebte Aquariumseffekt ein. Schon nach dem Errichten der ersten beiden Städte stellt sich nämlich ein starker Wuselfaktor ein. Wie in einem Ameisenhaufen wimmelt es schon bald auf dem gesamten Bildschirm vor geschäftigem Treiben. Hier könnten wir stundenlang einfach nur zusehen, ab und zu aus dem Geschehen rauszoomen, die Katze auf der Fensterbank im Hintergrund streicheln und dann ganz langsam weiterbauen.

Damit in den Werkstätten aber überhaupt gearbeitet wird, müsst ihr Wohnhäuser bauen - denn nur wo Menschen leben, da wird auch produziert. Bauern, Arbeiter und Bürger ziehen in eure Dörfer ein, doch sie wollen mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie haben Bedürfnisse. Also sorgt ihr dafür, dass Brot, Kohle oder Holz den Weg zu ihnen finden - wo sie verbraucht werden und die Bewohner ein zufriedenes Leben führen können. Je besser die Versorgung, desto mehr Menschen ziehen ein.

Klingt vertraut? Richtig - das kennt man so aus den Anno-Spielen. Und auch in Let Them Trade funktioniert dieser Wohlfühl-Kreislauf erstaunlich gut.

Bedürfnisse und Bevölkerung: Bauern, Bürger, Adlige

Mit jeder neuen Bevölkerungsstufe steigen auch die Ansprüche. Während sich eure Bauern anfangs noch mit Holz und Kartoffeln zufriedengeben - und mit ein wenig Fisch und Wolle sogar richtig glücklich werden -, wird es bei Arbeitern und Bürgern schon deutlich komplexer. Sie verlangen nach verarbeiteten Gütern wie Brot, Kleidung oder Möbeln.

Und dann wären da noch die Adligen: Sie tragen zwar nichts zur Wertschöpfung bei, stellen dafür aber umso höhere Ansprüche - Schmuck und edle Keramik stehen ganz oben auf ihrer Wunschliste. Die feine Gesellschaft will eben bedient werden - ganz ohne Gegenleistung. So wächst mit jeder Stufe nicht nur eure Wirtschaft, sondern auch die Kunst, ein fein austariertes Gleichgewicht zwischen Produktion, Versorgung und Zufriedenheit zu schaffen.

  1. Seite 1 Optik, Städte und Bedürfnisse
  2. Seite 2 Forschung, Planung und Wirtschaft
  3. Seite 3 Kampagne, Editor, Banditen, Technik und Wertung
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