Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei!

Test Lukas Egner Katharina Pache
Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei!
Quelle: Toukana Interactive

Aus dem Mutterland der Aufbauspiele mit einem entsprechend dürstenden Publikum kommt mit Dorfromantik ein Projekt von vier Studenten aus Berlin: Die haben vor gerade einmal zwei Jahren ein kleines Indie-Studio gegründet und mit ihrem Erstlingswerk einen Überraschungshit gelandet, der mittlerweile viele Preise abgeräumt hat. Im Test verraten wir, was das idyllische Aufbauspiel Dorfromantik mit hexagonalen Kärtchen kann und schauen uns die neue Switch-Version an.

Das Leben auf dem Dorf: Für die einen bedeutet das eine friedliche Existenz weit entfernt vom Trubel der Großstadt. Für andere steht es für stinkende Bauernhöfe und lückenhafte Internet-Abdeckung. Egal, welcher Seite ihr angehört, Dorfromantik könnte trotzdem etwas für euch sein. Denn, anders als der Name suggeriert, ist das Spiel kein virtueller Heimatroman aus Omas Bücherregal oder eine spielbare ZDF-Wohlfühlserie. Viel mehr zimmert ihr im Spiel nicht nur pittoreske Häusle zusammen, sondern eine ganze Landschaft mit grünen Wäldern, reißenden Flüssen und bis zum Horizont reichenden Weizenfeldern. Und das alles mit einer brettspielartigen Gameplay-Mechanik und einzigartig träumerischer Atmosphäre. Seit unserer Vorschau vor über eineinhalb Jahren hat sich das Spiel nicht nur aus dem Early-Access verabschiedet, sondern ist jetzt auch für Nintendo Switch erschienen. Wie sich das Wohlfühl-Indiegame im Test schlägt, erfahrt ihr jetzt.

In Dorfromantik legt ihr Kärtchen so, dass sie zusammen passen und möglichst viele Punkte bringen. Quelle: PC Games In Dorfromantik legt ihr Kärtchen so, dass sie zusammen passen und möglichst viele Punkte bringen.

Vom ersten Hexagon-Kärtchen zum Dorfältesten

Die Gameplay-Mechanik von Dorfromantik ist ebenso simpel wie genial. Sobald ihr in ein neues Spiel einsteigt, erhaltet ihr zunächst eine Menge sechseckige Kärtchen. Die werden zufällig generiert und können frei auf dem "Spielfeld" gelegt werden.

Im Laufe des Spiels geht es darum, diese Kärtchen so zu platzieren, dass ihr möglichst viele Punkte erhaltet und Missionen abschließt, um neue Kärtchen zu erhalten. Die braucht ihr auch, denn ihr habt nur eine begrenzte Anzahl davon. Wenn ihr ein Fluss-Kärtchen neben ein weiteres Fluss-Kärtchen legt, bekommt ihr mehr Punkte, als wenn ihr es neben ein Waldfeld legt. Gleiches mit gleichem verträgt sich eben!

Durch seine Gameplay-Mechanik erinnert Dorfromantik nicht ohne Grund an Brettspielklassiker wie Carcassonne. Quelle: PC Games Durch seine Gameplay-Mechanik erinnert Dorfromantik nicht ohne Grund an Brettspielklassiker wie Carcassonne. Das grundlegende Spielprinzip erinnert nicht ohne Grund an Brettspiele: Die Entwickler von Dorfromantik ließen sich vom Klassiker Carcassonne inspirieren und bringen in den nächsten Monaten sogar eine Umsetzung ihres Videospiels in physischer Form heraus.

Genau wie ein Brettspiel fühlt sich Dorfromantik letztlich auch an: langsam, aber nicht langweilig. Durchdacht, aber trotzdem simpel und für jeden verständlich. Idyllisch, aber nicht krampfhaft süß.

Friedliche Aufbau-Simulation

Dorfkinder kennen bestimmt die Klänge, die man in der Provinz so hört: friedliches Vogelgezwitscher, muhende Kühe, zirpende Grillen und plätschernde Flüsse. Das ist der Soundtrack auf dem Land.

Dorfromantik setzt auf genau diese "Musik" und erschafft so eine Atmosphäre, die euch direkt in die Spielwelt versetzt. Zusammen mit dem entspannten Gameplay, das euch weder mit Zeitdruck noch mit anderweitigen Schwierigkeiten konfrontiert, kann man Dorfromantik ohne Wenn und Aber als perfektes Zen-Spiel bezeichnen.

Wo sich andere Spiele ständig mit ihrem Schwierigkeitsgrad übertreffen wollen oder Spieler in hektische Kämpfe schicken, stellt Dorfromantik das genaue Gegenteil dar. Hier geht es einzig darum, Spaß zu haben und entspannt zu sein, beziehungsweise zu werden.

Romantik für Gemütliche

Dorfromantik holt also ein jahrhundertealtes Spielprinzip aus der Mottenkiste: Ihr legt Kärtchen in der richtigen Reihung und neben passende andere Kärtchen. Das erinnert an "Siedler von Catan" und kann für den ein oder anderen durchaus unterfordernd sein. Eine Langzeitmotivation war im Test nicht zu erkennen. Das Spielprinzip lässt kaum Tiefe zu und ist eher für die U-Bahn-Fahrt zur Arbeit oder die schnelle Runde zwischendurch geeignet.

  1. Seite 1 Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei!
  2. Seite 2 Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei! Seite 2
  3. Seite 3 Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei! Seite 3
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk