Dorfromantik im Test: Gebunden an die Kärtchen, aber trotzdem so frei! Seite 2
Test
Aus dem Mutterland der Aufbauspiele mit einem entsprechend dürstenden Publikum kommt mit Dorfromantik ein Projekt von vier Studenten aus Berlin: Die haben vor gerade einmal zwei Jahren ein kleines Indie-Studio gegründet und mit ihrem Erstlingswerk einen Überraschungshit gelandet, der mittlerweile viele Preise abgeräumt hat. Im Test verraten wir, was das idyllische Aufbauspiel Dorfromantik mit hexagonalen Kärtchen kann und schauen uns die neue Switch-Version an.
Auch die Grafik des Spiels ist einfach gehalten, genauso wie das Spielprinzip. Aber einfach heißt nicht automatisch schlecht, Dorfromantik hat definitiv Style! Es ist herzallerliebst, der kleinen Eisenbahn durch die Landschaft zu folgen, die man gerade selbst gebaut hat. Zwar ist der typische Wuselfaktor à la Siedler oder Anno nicht vorhanden, trotzdem macht es Spaß, durch die Wälder, Dörfer und Weizenfelder zu streifen.
Sandbox, Herausforderung und Szenarien
Neben dem klassischen Herausforderungs-Modus, in dem ihr eine begrenzte Zahl an Kärtchen zur Verfügung habt und immer darauf achten müsst, diese wenigen Karten an die richtigen Stellen zu legen, gibt es weitere Modi in Dorfromantik.
Im Sandbox-Modus lasst ihr eurer Kreativität freien Lauf und baut mit so vielen Kärtchen wie ihr wollt eine Miniatur-Landschaft. Dieser Modus hat allerdings einige kleinere Probleme: So habt ihr zwar theoretisch die Auswahl aus allen Kärtchen, die es im Spiel gibt.
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Allerdings gestaltet sich die Platzierung fummelig. Wenn ihr etwa eine ganz bestimmte Karte setzen wollt, nervt es, erstmal ewig durch das Kartenmenü zu navigieren, bis man die richtige gefunden hat. Ein einfaches Duplizieren der Felder ist nicht möglich.
Des Weiteren bietet Dorfromantik einen schwierigen Modus, der, nun ja, schwieriger ist als der normale Modus: Ihr habt weniger Karten, bekommt anspruchsvollere Missionen und nicht so viele Belohnungen wie sonst. Ein Modus, der gut funktioniert, aber nichts Neues bietet.
Quelle: PC Games
Hier im Bild seht ihr ein eigenes Szenario, dass wir erstellt haben. Da haben wir uns einfach mal 500 Kärtchen gegeben.
Lobenswert ist, dass die Entwickler einen Szenario-Modus implementiert haben, in dem nicht nur vorgefertigte Szenarien spielbar sind, sondern in dem ihr auch eigene erstellen könnt. Ihr wählt dort etwa, wie viele Wald-Kärtchen verfügbar sein sollen oder welchen Seed das Spiel benutzen soll.
Jeden Monat widmet ihr euch im monatlichen Modus zudem neuen Problemstellungen, die zumindest etwas Abwechslung in das doch manchmal eintönige Gameplay bringen. Aber egal, welcher Modus: Dorfromantik macht eine Zeit lang richtig Spaß und vermag es, euch in einen regelrechten Hexagon-Sog zu ziehen.
Quelle: PC Games
In Dorfromantik legt ihr Kärtchen so, dass sie zusammen passen und möglichst viele Punkte bringen.
Das altbewährte "nur noch eine Runde"- Prinzip, wie man es aus Civilization kennt, funktioniert auch wunderbar mit "nur noch eine Karte". Und wenn ihr mal wieder einen "Game Over"-Bildschirm anstarrt, ist es verlockend, direkt noch eine Partie zu starten, um den Highscore zu knacken.
Das bietet Dorfromantik und das nicht
Wenn man die Beschreibung von Dorfromantik in diversen Stores liest, fällt auf, dass stets explizit darauf hingewiesen wird, was Dorfromantik NICHT bietet. Das ist insofern interessant, da Entwickler üblicherweise lieber angeben, was man in ihren Spielen alles machen kann und warum man unbedingt zugreifen sollte. Der Text zu Dorfromantik zeigt dagegen ehrlich auf, welchen Erwartungen Dorfromantik gerecht wird - und welchen nicht.
