Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert

Kolumne Vivien Ziermann
Trotz genialer Künstler, Nintendo, Square Enix und mehr: So hat die Leipziger Buchmesse 2025 meine schönen Erinnerungen aus der Schulzeit ruiniert
Quelle: Leipziger Messe/ Tom Schulze

Nach den neusten Erfahrungen auf der Leipziger Buchmesse trauere ich meinen schönen Erinnerungen daran hinterher und stelle es ernsthaft infrage, ob sich ein weiterer Besuch noch lohnt.

Wenn sich der März dem Ende neigt, stehen nicht nur der Frühling, wärmere Tage, besseres Wetter und die verhasste Zeitumstellung vor der Tür, am letzten März-Wochenende öffnet auch die Leipziger Buchmesse (LBM) alljährlich ihre Pforten. Mit einer überdachten Fläche von 111.900 m² und einem Freigelände von 70.000 m² (zusammen also 181.900 m²) ist die LBM nach der Frankfurter Buchmesse die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands. Trotz der geringeren Fläche ist sie aber die mit Abstand besucherstärkste Messer dieser Branche.

Als Schüler durfte die Oberstufe unseres Gymnasiums jedes Jahr einen Ausflug auf die Messe unternehmen und einen Tag lang die Aussteller und Neuerscheinungen des Büchermarkts erkunden. Vollgepackt mit jeder Menge Werbegeschenken, von Kugelschreibern über Notizbücher bis hin zu ganzen Romanen und tonnenweise Leseproben, konnte ich schon auf der Heimfahrt den Messebesuch im nächsten Jahr kaum erwarten. Nachdem ich die ganzen Proben in Ruhe durchgeschmökert hatte, landeten natürlich auch zahlreiche Neuerscheinungen auf meiner Wunschliste oder direkt im Warenkorb.

Nachdem diese Zeit inzwischen schon seit einigen Jahren hinter mir liegt und ich noch immer mit einem guten Gefühl an die Messetage zurückdenke, ließ ich mir auch jetzt die Gelegenheit zum Messebesuch nicht entgehen, immerhin waren sogar Videospiele von Nintendo, Bandai Namco und Square Enix vertreten. Doch als ich in diesem Jahr nach den Strapazen meines Besuchs, und ja, es waren nichts anderes als Strapazen, ohne neue Impressionen zu Verlagen oder Bücher den Heimweg antrat, musste ich enttäuscht feststellen, dass diese Messe inzwischen zu einer einzigen Katastrophe verkommen war, und mein inneres Schulkind weinte bitterlich.

Schlechte Organisation und Planung

Als Mitglied der PC Games kam ich sogar in den Genuss einiger Pressevorteile der Messe, also einem Presseticket und der Möglichkeit, den Presseparkplatz zu nutzen. Mit dem hohen Besucheraufkommen im Hinterkopf bin ich also extra deutlich früher, als nötig gewesen wäre, aufgebrochen, um dem Gedränge zuvorzukommen. Dementsprechend kam ich über eine Stunde vor offiziellem Messebeginn am Gelände an, nur um festzustellen, dass alle Presseparkplätze bereits restlos belegt waren, und erhielt die freundliche Bitte vom Sicherheitspersonals, zu versuchen, auf einem regulären Besucherparkplatz fündig zu werden.

Während ich also versuchte, mich in den Stau rund um das Messegelände einzuordnen, hatte eine Mitarbeiterin der Messe ein noch viel größeres Problem. Wie ich aus ihrem Gespräch mit dem Sicherheitspersonal heraus hören konnte, wurden offenbar aus den Parkplätzen für die Angestellten der Veranstaltung kurzerhand Plätze für Presse und Content Creator gemacht, da diese wie bereits erwähnt schon lange voll waren, und so war es dieser Mitarbeiterin nicht möglich, ihren Arbeitsplatz zu erreichen und ihren Dienst pünktlich anzutreten. Aus meiner Sicht ein Versagen auf ganzer Linie in Bezug auf Planung und Organisation.

Dass die Plätze begrenzt sind, ist eine Tatsache, an der die Veranstalter nichts ändern können. Allerdings ist das auch kein Problem, das plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Die Anzahl der verfügbaren Plätze sowie der eingeteilten Mitarbeiter ist im Vorfeld bekannt. Da stellt sich mir die Frage, warum die Vergabe der Tickets nicht im Vorfeld auf die verfügbaren Plätze beschränkt wird. Auch Hinweise, dass man mehrere Stunden früher da sein oder ggf. gleich auf einen anderen Platz ausweichen sollte, hätten geholfen, um dieses Ärgernis zu vermeiden.

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