DRACHE MIT AUTO-AIM
FLAMMENATEM Wenn Sie die gegnerischen Truppen angreifen, stärkt das die Moral der eigenen Einheiten.
Knackpunkt Nummer 3: Damit das Verschießen von Feuerbällen auf große Distanz nicht zur Sisyphusarbeit wird, kommt unser schuppiger Freund serienmäßig mit einer einfachen automatischen Zielerfassung daher. Darüber hinaus steht Ihnen ein Lock-on-Feature zur Verfügung, welches per L1- oder R1-Taste aktiviert wird und dann ähnlich wie bei Blazing Angels das anvisierte Objekt nicht mehr aus den Augen lässt. Zugegeben, ein guter Ansatz, jedoch nur in der Theorie.
In der Praxis nämlich krallt sich unser Feuerteufel nicht selten einen einfachen Fußsoldaten, obwohl wir eigentlich das Katapult auf dem Rücken einer gigantischen Kriegsbestie aufs Korn nehmen wollten. Teilweise "verhakt" sich das System auch willkürlich an Feinddrachen, was zu völlig chaotischen und nicht mehr nachvollziehbaren Kamerafahrten führt. Störfaktoren, die gerade in stressigen Missionen mit verstecktem Zeitlimit extrem an den Nerven des Spielers nagen und nicht selten einen Restart erzwingen.
KEINE BRUCHLANDUNG
JANUSKOPF Erst müssen die Lichter ausgeschossen werden, dann sollen wir den Fels hochjagen.
Das Drachendrama hat durchaus auch spannende Momente. Die Hintergrundstory um die verfeindeten Völker der Mokai und Asylianer, die nach unzähligen Vulkanausbrüchen in ihrer Welt um Ressourcen, Land und Glauben streiten, ist mehr als nur schmuckes Beiwerk. Zwar mangelt es Titelheld Rhon deutlich an Identifikationspotenzial, inszenatorisch schielte Factor 5 aber mit mehr als nur einem Auge Richtung Hollywood. Übertrieben hat man es letztlich mit der Anzahl der Cut-Scenes. Selten dürfen wir mehrere Minuten am Stück spielen, ohne dass wir mit einem neuen Handlungsschnipsel bombardiert und aus dem hektischen Geschehen gerissen werden.
Soundfetischisten dürfen sich überdies über die epische, stimmungsvolle Musikuntermalung, Besitzer von HDMI-Receivern über den räumlichen und bassgewaltigen 7.1-Sound samt THX-Zertifikat freuen. In akustischer Hinsicht bleiben auch dank der nicht perfekten, aber ordentlichen deutschen Synchro kaum Wünsche offen.
DIE EXTRAS
KLAR ZUM ENTERN Die Quicktime-Events wurden besonders spektakulär in Szene gesetzt.
Zusätzlich zum Spiel warten auf der Blu-ray-Disc noch einige unterhaltsame Bonus-Features. Wie bei einer Film-DVD enthält die Spiel-Disc unter anderem ein umfangreiches, mehrteiliges Making-of, welches von der Story über das Steuerungskonzept, das Sound-Design und die visuellen Effekte bis hin zum Motion-Capturing mit echten Schauspielern viele Aspekte der Produktion abdeckt. Des Weiteren gibt es zwei Bildergalerien, zwei Trailer und die Möglichkeit, alle Stücke des Music-Scores anzuhören. Allerdings sind nicht alle Inhalte von Anfang an verfügbar. Vieles muss allerdings über Erfolge in der Kampagne erst freigeschaltet werden.
Zudem bietet Lair einige Online-Funktionalitäten. Hierzu zählen eine weltweite Bestenliste, die Möglichkeit, über die XMB Nachrichten zu verschicken und zu lesen sowie ein Link auf die offizielle Homepage. Dort finden Sie News und Updates, Diskussionsforen, die Spielanleitung und häufig gestellte Fragen.
ZAUBERWORT 1.080P
Grafisch wird's extrem opulent, wenn sich zwei Drachen im Nahkampf Flammenatem und Krallen um die faltigen Ohren hauen. Gerade hier offenbart sich die Detailversessenheit der Entwickler. Die Riesenechsen sehen aus der Nähe wirklich unglaublich lebensecht aus, was auch für deren Animationen gilt. Im Gegensatz dazu kann die Umgebungsgrafik trotz Full-HD-Unterstützung nicht restlos begeistern. Speziell manche Bodentexturen trüben den visuellen Gesamteindruck stark; dazu gesellen sich Slowdowns.
Die von der Spielergemeinde stets kontrovers diskutierten Quicktime-Events kommen übrigens ebenfalls zum Einsatz. Hin und wieder dürfen Sie mit der Dreieck-Taste eine Sequenz starten, in der Rhon einen feindlichen Drachen entert, ihn samt Reiter eindrucksvoll ins Jenseits befördert und dann wieder zum waghalsigen Hechtsprung auf das eigene Tier ansetzt. Während dieser Abfolge müssen Sie mehrfach den Controller schütteln oder den Analogstick bedienen. Bevor Sie nun aber ordentlich "LAIRgeld" bezahlen, empfehlen wir Ihnen einen ausführlichen Proberitt. Denn wie gesagt: Die Mängelliste ist lang. Leider!