Die klötzchenförmigen Versionen der berühmten Comic-Helden sammeln sich auf PC, PS4, Xbox One und Wii-U und lassen euch ihre bekannten Film-Abenteuer nachspielen. Im Test erklären wir, warum Lego Marvel's Avengers zwar einen enormen Umfang für Sammler und Comic-Fans bietet, dennoch aber nicht am Vorgänger Lego Marvel Super Heroes vorbeikommt.
Man müsste sich in den letzten Jahren schon unter einer ganzen Menge Lego-Steine versteckt haben, um den Superhelden-Kino-Hype zu verpassen. Seit einiger Zeit sorgen die verschiedenen Helden des Marvel-Universums mehrmals im Jahr für volle Kinosäle und gute Unterhaltung auf dem Bildschirm. Nur passende Spiele zu den Filmen gab es bislang nicht. Nach den famos gescheiterten Versoftungs-Versuchen in der Frühzeit des Marvel-Cinematic-Universe traute sich kein Studio mehr so richtig an die Thematik heran. TT Games hat sich aber nun endlich erbarmt und lässt uns im neuesten Lego-Titel endlich die toll inszenierten Kämpfe der beiden Avengers-Filme nachspielen. "Welcher Entwickler auch sonst?", möchte man fragen, denn schließlich bewiesen die Klötzchen-Programmierer bereits mit Marvel Super Heroes, dass sie verstehen, wie man Iron Man, den Hulk und Co. auf unterhaltsame Weise in ein Lego-Spiel verpackt. Und auch mit der Lizenz beider Filme macht das Zusammentreffen von Bausteinchen und Superhelden wieder jede Menge Spaß, wenn es auch den geistigen Vorgänger nicht zu übertrumpfen vermag.
Lego Marvel's Avengers im Test: Neues mit Altem vermischt
Quelle: Computec Media GmbH
Immer wieder setzt das Spiel auf Teamplay. In diesen Momenten macht Lego Marvel's Avengers am meisten Spaß.
Lego Marvel's Avengers startet direkt mit der Anfangsschlacht des zweiten Films in und um die Burg von Baron von Strucker. Dies dient jedoch nur als anfängliches Tutorial, denn danach geht's erzählerisch einige Schritte zurück und trägt halbwegs chronologisch die Story der beiden Filme vor. Halbwegs schreiben wir deshalb, weil die Erzählung immer an einigen Stellen durch Rückblicke auf den ersten Captain America-Streifen unterbrochen wird. So bekämpfen wir beispielsweise Red Skull in seinem Unterschlupf oder kapern zusammen mit Kumpel Bucky einen Zug von Hydra. Meistens spielt ihr aber eben die bekannte Geschichte beider Filme nach. Schön: Sämtliche erinnerungswürdigen Szenen von The Avengers und Age of Ultron sind auch im Spiel hervorragend inszeniert - ob wir uns nun als Iron Man mit Thor im Wald prügeln, versuchen, den Hulk mit dem Hulkbuster-Anzug unschädlich zu machen oder mit vereinten Kräften auf Ultron einprügeln.
Diese Abschnitte sind sogar recht abwechslungreich ausgefallen, da sie mal als Quicktime-Events ablaufen, mal von euch verlangen, zwischen dem Kampf und einem Satelliten, der euch unterstützt, zu wechseln oder ihr eben ein typisches Lego-Rätsel lösen müsst, bei dem es auf den Einsatz der verschiedenen Talente der mitgeführten Lego-Figuren ankommt.
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Im freien Modus seid ihr in einer offenen Welt unterwegs und könnt neue Charaktere freispielen. Unter den 200 Figuren sind auch Riesen wie Fin Fang Foom.
Leider wirkt der Titel an einigen Stellen jedoch künstlich gestreckt, da ihr auch Szenen aus dem Film nachspielt, in denen eigentlich gar nichts passiert. Hier müsst ihr zudem oftmals in die Klötzchen-Haut eines vollkommen unbekannten Shield-Mitarbeiters schlüpfen, der kaum Fähigkeiten hat, und irgendwelche 08/15-Rätselchen lösen. Diese Abschnitte sind richtig langweilig und behindern den Spielfluss enorm. Zudem ist die Erzählung recht zusammenhanglos. Wer die Filme nicht kennt, wird oftmals gar nicht wissen, was gerade passiert oder wo man sich überhaupt befindet.
Zwischen einigen Levels und auch nach Abschluss der Kampagne dürft ihr allerdings mehrere Oberwelten unsicher machen. So verschlägt es euch beispielsweise auf den Shield-Heli-Carrier, nach Asgard oder - wie schon im Vorgänger - nach Manhattan. Hier dürft ihr etliche Sammelaufgaben bewältigen, an Checkpoint-Rennen teilnehmen oder Nebenmissionen von bekannten Marvel-Figuren annehmen. Schließt ihr die Nebenmissionen à la "Besiege Gegner XY" oder "Sammel dieses und jenes" ab, könnt ihr anschließend euren Auftraggeber mit eingesammelten Lego-Steinchen als spielbaren Charakter freischalten. Sage und schreibe über 200 Figuren könnt ihr euch erspielen. Diese sind selbstverständlich auch in der Kampagne einsatzbereit.
Lego Marvel's Avengers im Test: Mehr Teamplay für die Helden
Im Gegensatz zum im letzten Jahr erschienenen Lego Jurassic World, welches weitestgehend auf die typischen Lego-Keilereien verzichtete, verteilt ihr mit den Avengers natürlich wieder mehr Backpfeifen an das Feindesvolk. Statt wie bisher immer nur auf die Quadrat-Taste (X mit dem Xbox-Pad, Y auf Wii-U) zu hämmern, darf man nun auch mit Kreis (B/A) ein spezielles Manöver ausführen, das die Gegner sofort in ihre Einzelteile zerlegt. Während Cap auf Schlag-und-Tritt-Kombinationen setzt, zerreißt der Hulk beispielsweise seine Feinde.
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Die ikonischen Szenen der Filme sind selbstverständlich alle vorhanden. Da darf der Hulkbuster natürlich nicht fehlen.
Zudem können nun direkte Team-Attacken gestartet werden. So schlägt Thor auf Captain Americas Schild und erzeugt eine Druckwelle oder der Hulk schleudert den Raketen verschießenden Tony Stark um sich. Dies wird allerdings auch mit der Kreis-Taste ausgelöst, genau wie die Betätigung der vielen in den Levels verteilten Schaltern. Dadurch wirkt die Steuerung manchmal etwas ungenau, da ihr oft nicht die Aktion ausführt, die ihr eigentlich wolltet. Ohnehin sind die Spezialattacken zwar ganz nett, geben dem Gameplay aber auch keinerlei Tiefe. Zudem hat man sich an den wenigen zugehörigen Animationen sehr schnell sattgesehen.
Dafür ist es umso schöner, dass ihr nun in den Rätseln noch mehr auf das Zusammenspiel der verschiedenen Fähigkeiten der Helden angewiesen seid. Das macht die kleinen Knobeleien zwar nicht schwieriger, passt aber eben gut zur Team-Dynamik. Zudem sorgen die Besonderheiten der Helden immer wieder für Abwechslung im altbekannten Lego-Gameplay. So reflektiert ihr im Kampf gegen die Chitauri beispielsweise die Laser-Strahlen von Iron Man mit dem Schild von Captain America und schießt so herannahende Kampfflieger ab oder bestreitet mit Iron Man eine kurze Shoot-'em-Up-Passage, wie man sie aus Lego Batman 3 kennt.
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Trotz einiger lahmer Abschnitte glänzt Lego Marvel's Avengers mit Abwechslung. Die 2,5D-Shooter-Passagen mit Iron Man sind äußerst spaßig, aber etwas zu kurz.
Lego Marvel's Avengers im Test: Tonprobleme
Während Lego Marvel's Avengers sowohl die spannenden als auch die für ein Spiel unnötigen Passagen der Filme akkurat einfängt und mit dem gewohnten Lego-Charme versieht, lässt der Sound etwas zu wünschen übrig. Obwohl die Dialoge aus den Filmen übernommen wurden, werden sie im Spiel nicht von den bekannten deutschen Sprechern vertont. Die neuen Sprecher klingen nicht nur ungewohnt in ihren Rollen, sondern lesen oftmals auch etwas hölzern und emotionslos und sprechen einige Bezeichnungen anders aus als in den Filmen. Obwohl auf die originale Tonspur verzichtet wurde, hat das Spiel zudem enorm mit der Abmischung zu kämpfen. Oftmals wechselt die Dialog-Lautstärke in einem Satz mehrmals. Das ist äußerst nervig und reißt einen aus dem Spielgeschehen.
