Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4 im Test: Wir haben das Lego-Spiel von Hogwarts Zauberlehrling für PlayStation 3 und Xbox 360 getestet.
Verrückt, wie kleine Plastikklötzchen die Welt verändern können. 1932 gründete der Tischlermeister Ole Kirk Christiansen die Firma Lego. Heute kennt jeder auf der Welt die bunten Bausteine, die der kindlichen Fantasie kaum Grenzen setzen. Das Wort Lego leitet sich dabei vom dänischen Ausdruck „Leg Godt“ ab, was zu Deutsch so viel bedeutet wie „Spiel gut“. Ein einfaches Qualitätssiegel, das man genau so unter Lego Harry Potter schreiben könnte, auch wenn die Lego-Umsetzung der Bücher um den Zauberlehrling mit ein paar Problemen zu kämpfen hat.
Da fehlt doch was
Der Titel des Spiels verrät es bereits: Lego Harry Potter: Die Jahre 1–4 widmet sich nur den ersten vier Bänden der Reihe. Die Geschehnisse ab Harry Potter und der Orden des Phönix, also alle Ereignisse nach der Wiederauferstehung des dunklen Lord Voldemort, bleiben außen vor. Den vier enthaltenen Bänden folgt das Spiel so detailliert, wie es die Filmvorlagen vormachen, an die es sich anlehnt. Wer die Streifen kennt, dem kommen deshalb auch immer wieder Szenen bekannt vor, die putzig und humorvoll, aber vor allem kindgerecht umgesetzt wurden – eine der großen Stärken von Lego Harry Potter. Der Spielverlauf dagegen fällt etwas eintönig aus. Die meiste Zeit verbringt ihr im digitalen Hogwarts, wo ihr die Geschichten der vier Bücher in Levels unterteilt erlebt. Innerhalb der Abschnitte seid ihr hauptsächlich damit beschäftigt, die sogenannten Studs zu sammeln. Das sind Lego-Münzen, die ihr benötigt, falls eure Spielfigur mal hopsgehen sollte. Die Dinger sind überall versteckt, ob ihr nun Pflanzen mit einem Zauber zerschießt oder Laternen wieder anzündet, immer spucken die Gegenstände einen Schwall solcher Teile aus, damit ihr sie einsammelt.
Quelle: videogameszone.de
Lego Harry Potter im Test: Taktik gefragt - Die Bosskämpfe stechen spielerisch erfreulich aus dem Rest hervor.
Außerdem dürft ihr euch auf die Jagd nach Outfits für eure Charaktere machen, die ihr für kleinere Rätsel als Belohnung erhaltet, helft anderen Schülern, die in Not sind, und so weiter. Da die Areale meist recht groß ausfallen und voller Details stecken, entdeckt man im Lauf der Zeit immer wieder neue Verstecke solcher Bonusaufgaben. Nebenjobs gibt es also genügend für erkundungsfreudige Spieler, auch wenn sich die Jobs im Laufe der Zeit wiederholen. Viele solcher Nebenaufgaben kann eure Spielfigur aber erst mit fortschreitender Spielzeit erfüllen, da euch zu Beginn die nötigen Zauber fehlen. So wollen die Entwickler euch motivieren, auch nach Beenden der Geschichte weiterzuspielen, denn die Kampagne macht gerade mal etwas mehr als 30 Prozent des Spielumfangs von Lego Harry Potter aus.
Alles unter Kontrolle
Die angesprochenen Magietricks lernt ihr innerhalb der vier Bücher nach und nach, sollt dafür aber jedes Mal eine bestimmte Aufgabe lösen, die mit dem jeweiligen Spruch verknüpft ist. Wenn ihr also den Patronus-Zauber erlernen wollt, muss Harry fünf Dementoren damit besiegen, erst dann beherrscht er seine neue Waffe. Insgesamt acht verschiedene Zauber stehen maximal zur Verfügung: Diese wählt ihr mit einem praktischen Rund-Menü aus beziehungsweise schaltet sie mit den Triggern durch. Der Rest der Steuerung geht ebenfalls wunderbar von der Hand, da ihr per Stick die Spielfigur herumscheucht und mit den vier Buttons Aktionen ausführt. Alles ist gut zu erreichen und sinnvoll angeordnet.
Bildergalerie
Es gibt aber auch ein Manko an der Steuerung eurer Plastik-Männchen: die fixierte Kamera. Diese steht in jedem Areal an einem vorgegebenen Punkt und lässt sich nur minimal nach links und rechts beziehungsweise oben und unten schwenken – die Ansicht erinnert somit ein wenig an einen Sidescroller. Deshalb sind Objekte am unteren Rand des Bildschirms jedoch so gut wie nie zu sehen. Teilweise lassen sich dadurch aber auch Entfernungen bei Sprungpassagen schlecht einschätzen, sodass Harry, Hermine oder Ron dann gerne mal im Abgrund verschwinden, statt unbeschadet auf die andere Seite zu gelangen. Das kostet einige der hart zusammengesammelten Studs und verringert so den Highscore.
Intelligenzbolzen
In technischer Hinsicht überzeugt Lego Harry Potter. Grafisch kann das Spiel zwar nicht mit Referenzspielen mithalten, setzt seine Spielwelt jedoch charmant in Szene und alle Lego-Teile wirken glaubwürdig wie Spielzeug. Was euch aber hin und wieder Bauklötze staunen lassen wird, ist die künstliche Intelligenz. Das Spiel erlaubt es, dass jederzeit ein menschlicher Spieler die Rolle eines eurer Begleiter übernimmt. Deshalb gibt es auch etliche Koop-Rätsel. Hier spielt Lego Harry Potter übrigens seine Karten aus, denn zu zweit machen die Knobeleien und Bosskämpfe besonders Laune.
Klinkt sich aber kein Mitspieler ein, übernimmt die KI bei solchen Denkaufgaben die unterstützende Rolle, ohne jedoch die Lösung vorwegzunehmen. Nur in ganz seltenen Fällen fiel uns auf, dass einer der Charaktere irgendwo hängen blieb oder nicht über ein Hindernis kam, dann erschien er aber später im Level wieder neben uns. Am Ende des Spiels taucht übrigens endlich Voldemort auf, doch dann flimmert der Abspann über den Bildschirm. Wer Harry Potter nicht kennt, muss also auf das nächste Spiel warten, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.
