LEGO Der Hobbit: Test: Lieblose Umsetzung ohne Weiterentwicklung

Test Peter Bathge
Die Zwischensequenzen versprühen dank der originalen Sprachausgabe aus den Filmen viel Kinoflair und geben die Story gut wieder.
Quelle: PC Games

Kleine Helden, große Sorgen: Der Trip nach Mittelerde bringt die Lego-Serie nicht voran. Nach The Lego Movie Videogame müssen wir auch im Test von Lego Der Hobbit feststellen, das den Entwicklern frische Ideen für die Serie fehlen. Lest alles über Quick-Time-Events, Kino-Atmosphäre und das rudimentäre Crafting-System.

Lego Der Hobbit im Test: Nachdem das von Partnerstudio TT Fusion entwickelte The Lego Movie Videogame schon keine großen Wertungshöhen mehr erreichte (PCGWertung: 72), verpasst es auch Traveller's Tales' Umsetzung der ersten beiden Der Hobbit-Filme, die dahinsiechende Lego-Serie spielerisch voranzubringen. Lego Der Hobbit wirkt wie eine mutlose Kopie von Lego Der Herr der Ringe. Dadurch hat es ironischerweise eine Menge mit der Kinovorlage gemein …

Alles wie im Kino

Für das Spiel zum Film hat Warner Bros. neben dem exzellenten Soundtrack der Vorlage auch die Original-Sprachschnipsel zur Verfügung gestellt – sowohl aus dem englischen Original als auch der übersetzten deutschen Version. Atmosphärisch herrscht also eitel Sonnenschein im Auenland, auch dank der sehr guten Inszenierung. Optisch und akustisch ist Lego Der Hobbit der bislang ausgefeilteste Teil der Plastikspielzeug-Serie.

Die Geschichte der beiden Filme Eine unerwartete Reise und Smaugs Einöde wird exakt wiedergegeben und ergänzt durch eine Prise Slapstick in den Zwischensequenzen. Allerdings geht durch den Fokus auf den Plot und die von den Schauspielern eingesprochenen Dialoge viel vom Charme der Vorgänger verloren: Weder erreicht das Spiel den Unterhaltungswert der frühen Lego Star Wars-Teile ohne Sprachausgabe, noch können die Gespräche durch Wortwitz überzeugen wie bei Lego Batman 2 oder Lego Marvel Super Heroes.

Button-Mashing, das Spiel

Spielerisch erwartet euch der typische Lego-Mix. Ihr steuert Hobbit Bilbo, Zauberer Gandalf und die 13 Zwerge am besten per Gamepad abwechselnd durch 14 Levels mit einer Spielzeit von je 20 bis 35 Minuten. Nach sechs Stunden findet die Kampagne ein vorzeitiges Ende. Ein kurzes Vergnügen, das aber dennoch einige Längen aufweist. Das liegt vor allem an dem extrem formelhaften Spielverlauf: Nahezu jede Aktion, egal ob ihr an einer Kette zieht, einen Bossgegner im Nahkampf angeht oder einen Hebel umlegt, erfordert das mehrmalige Drücken eingeblendeter Tasten.Diese Quick-Time-Events verlieren schnell an Reiz, zumal sie noch nicht einmal sonderlich schwer zu bestehen sind. Lego Der Hobbit ist nämlich noch einfacher als viele seiner Vorgänger: Die zu erledigenden Aufgaben bestehen selten aus mehr als zwei Schritten. Zudem unterscheiden sich die Figuren kaum, die Zwerge besitzen etwa alle ähnliche Fähigkeiten. Das macht den Wechsel zwischen verschiedenen Figuren zur Lösung der Hüpf- und Rätselpassagen weniger wichtig als von der Serie gewohnt. Echte Kopfnüsse wie einst in Lego Pirates of the Caribbeans gibt es ohnehin nicht.

Bauen nach Anleitung

Das neue Handwerkssystem könnte theoretisch für mehr Komplexität sorgen. In der Praxis beschränkt es sich jedoch darauf, durch das Zerschlagen der Kulissen einige in Hülle und Fülle verfügbare Rohstoffe zu sammeln. Damit errichtet ihr an Baustationen vorgegebene Objekte – ihr müsst lediglich das nächste richtige Bauteil innerhalb eines großzügigen Zeitlimits auswählen, um die maximale Punktebelohnung zu erhalten. Eigene Konstruktionsideen sind unerwünscht. Das Crafting ist (leider) auch in der offenen Spielwelt zwischen den Levels von Bedeutung, die sich stark am Konzept aus Lego Der Herr der Ringe orientiert.

Hier gibt es eine Menge zu tun: Ihr sammelt spezielle Mithril-Steine, kauft Bonusfiguren und Cheats mit verdienten Punkten, redet mit NPCs und löst kleine Nebenaufgaben. Klingt spannend, ist aber reines Füllmaterial zur Spielzeitstreckung: Die Quests sind langweilig, erzählen keine spannenden Geschichten und fühlen sich schon bald wie Arbeit an. Wer ein Spiel nicht weglegen mag, ohne einen 100%-Spielstand vorweisen zu können, wird aber trotzdem seine Freude an Lego Der Hobbit haben. Genauso wie alle Fans der Filme oder Kinder und Erwachsene, die das bunte Abenteuer zusammen im Splitscreen-Modus erleben. Der erlaubt wieder Zwei-Spieler-Partien an einem PC, ein Netzwerk- oder Online-Modus fehlt erneut.

Meinung

Wertung zu LEGO Der Hobbit (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu LEGO Der Hobbit (X360)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu LEGO Der Hobbit (PS3)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Bunte Mischung aus Hüpfen, Kämpfen und RätselnOriginal-Sprachausgabe und Film-Soundtrack wie im KinoRasante VerfolgungsjagdenEtliche Bonusinhalte und FigurenOffene Spielwelt mit vielen BeschäftigungsmöglichkeitenUnterhaltsamer Koop-Modus
Anspruchsloses SpielprinzipUnsäglich viele Quick-Time-EventsAufgesetztes Crafting-SystemÖdes Bauen nach AnleitungNebenaufgaben sind reiner FüllerUnpräzise Steuerung bei SprüngenNur vereinzelt lustige Szenen

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