LEGO Herr der Ringe im Test für PC, PS3 und Xbox 360: Eines der besten HdR-Spiele - jetzt mit Testvideo!
TestDas beste Herr der Ringe-Spiel seit Schlacht um Mittelerde! LEGO Herr der Ringe zeigt im Test für PC, PS3 und Xbox 360, dass es trotz einer Flut an LEGO-Spielen ein hervorragendes Action-Adventure geworden ist, das durchweg spannend und äußerst umfangreich ist. Einen Eindruck vom Humor und Gameplay vermittelt auch das neue Testvideo.
Kommen wir gleich zum Wesentlichen: Traveller's Tales Lego-Adaption der Ring-Saga LEGO Herr der Ringe ist die bisher akkurateste Spieleumsetzung der Herr der Ringe-Filme. Der Spieler folgt genauestens der Handlung um den Einen Ring, Sauron und die Hobbits, erforscht mit viel Liebe zum Detail nachgebaute Örtlichkeiten von Mittelerde wie Minas Morgul oder Bree und bekommt die wuchtig-geniale Orchestermusik aus den Filmen zu hören. Die Entwickler erlauben sich dabei nur ganz wenige kreative Freiheiten, straffen etwa den Plot minimal, indem sie unwichtige Szenen weglassen, oder verändern Details, um den typischen Lego-Slapstick in die Erzählung einzubauen.
Das Ergebnis ist eine unglaublich dichte Atmosphäre. Da bekommt selbst derjenige noch eine Gänsehaut, der die drei Fantasy-Filme schon in- und auswendig kennt! Doch all das gilt mit einer Einschränkung, die da lautet: Spielt die (auf der Spiel-DVD enthaltene) englische Version! Denn wenn darin die Plastik-Pendants von Frodo, Gimli oder Aragorn den Mund aufmachen, ertönt ausschließlich der aus dem Kino bekannte Originaldialog. Die deutsche Sprachausgabe hat Publisher Warner Bros. dagegen aus unerfindlichen Gründen neu aufgenommen – und zwar nicht mit den Originalsprechern! Ein Desaster, denn wenn etwa der Zauberer Gandalf mit der deutschen Stimme von Star Trek-Klingone Worf spricht, zerstört das die zuvor so mühevoll aufgebaute Herr der Ringe-Stimmung.
Spielerisch nimmt das neueste Lego-Spiel nur geringe Änderungen an der zuletzt in Lego Batman 2 (Wertung: 83) angewandten Serienformel vor. In 18 Levels kämpft, springt und rätselt ihr euch zum Ausgang. Dabei wechselt ihr ständig zwischen mehreren Figuren. Das kann ermüden, besonders wenn ihr mit der kompletten Gefährtengruppe unterwegs seid, immerhin neun Mann. Jeder Charakter besitzt spezielle Fähigkeiten; durch die Kombination der Skills räumt ihr den häufig blockierten Weg frei. Der Elb Legolas schießt etwa auf Zielscheiben, Hobbit Samweis buddelt vergrabene Gegenstände aus und Fiesling Gollum klettert an Wänden hinauf. Ein simples Prinzip, mit Betonung auf simpel: Lego Der Herr der Ringe ist sogar einfacher als die anspruchslosen Vorgänger! Selbst das junge Zielpublikum dürfte sich chronisch unterfordert fühlen: Für die Lösung eines Rätsels benötigte Gegenstände befinden sich stets nur wenige Schritte entfernt, Auseinandersetzungen mit Orks und anderen Widerlingen erlebt ihr als anspruchslose Buttonmash-Episoden.
Quelle: Warner Bros.
LEGO Herr der Ringe im Test: Eines der besten Spiele zu Der Herr der Ringe. (8)
Neben dem Anspruch fehlt stellenweise auch die Abwechslung. Lego Der Herr der Ringe hat öfter mal Probleme mit dem Tempo: Im Verlauf der acht Stunden langen Kampagne gibt es immer wieder Szenen, die künstlich gestreckt wirken. Manchmal wiederholt ihr die gleiche Aktion viel zu oft hintereinander, etwa wenn ihr bei der Schlacht um Helms Klamm Leitern von der Mauer stoßt, in den Totensümpfen mehr Brände löscht als die Freiwillige Feuerwehr Fürth und vor Minas Tirith einen der riesigen Olifanten nach dem anderen zu Fall bringt. Die regelmäßigen Bosskämpfe verlaufen zudem stets gleich. Stellenweise kommt es einem vor, als hätten die Entwickler nur Gegnermodell und die Farbe des feindlichen Blitzangriffes ausgetauscht. Egal ob Nazgul-König oder Balrog, fast alle Widersacher sind mit der gleichen Taktik zu bezwingen.
Während und nach der Kampagne durchstreift ihr die offene Spielwelt, welche die Missionen miteinander verbindet. Dabei handelt es sich um eine kompakte Version von Mittelerde mit all den bekannten Ausflugszielen wie Isengart oder dem Schicksalsberg.
Diese große Spielwiese enthält zahllose versteckte Extras. Unter anderem gilt es Schatztruhen und Mithril- Steine aufzustöbern. Dank Kartenfunktion und Schnellreisesystem geht das leicht von der Hand. Außerdem dreht ihr in diesem Modus die Kamera frei um den Charakter – das wünschen wir uns in Zukunft auch für die Bedienung in den Missionen! Klar: Eine offene Spielwelt bot schon Lego Batman 2. Im Herr der Ringe-Auftritt stellen euch aber erstmals Nebencharaktere kleine Quests. Die fallen allerdings reichlich einfallslos aus: Jedes Mal gilt es, entweder per "Freies Spiel"-Modus in bereits bewältigten Levels nach speziellen Gegenständen zu suchen oder ein Handwerksrezept zu finden und das entsprechende Ausrüstungsteil herzustellen. Das damit verbundene Crafting ist jedoch eine ebenso langwierige wie langweilige Prozedur. Als Quest- Belohnung erhaltet ihr rote Steine, die teils nützliche, teils lustige Cheats aktivieren. Dank eines Punktemultiplikators steigt euer Kontostand durch das Sammeln überall zu findender Legosteine etwa deutlich schneller als normal. Mit der Währung schaltet ihr sagenhafte 84 Figuren frei. Darunter auch Bösewichte mit exklusiven Fähigkeiten, die wiederum Zugang zu zuvor versperrten Arealen ermöglichen. Wer jeden Winkel erforschen will, ist knapp 20 Stunden beschäftigt. Tipp Lego Der Herr der Ringe Cheats sowie eine Lego Der Herr der Ringe Komplettlösung halten wir ebenso für euch bereit.
