Killer is Dead im Test: Blutige Japano-Action mit origineller Optik und Spitzensoundtrack

Test Uwe Hönig

Killer is Dead im Test: Der japanische Kult-Entwickler Suda51 meldet sich mit einem surrealen Action-Inferno zurück. Für unseren Test haben wir uns durch Horden von Dämonen gemetzelt und ekligen Bossgegnern gestellt. Ob uns das Spaß gemacht hat, lest ihr im Test zu Killer is Dead.

Test zu Killer is Dead: Das neueste Spiel der Entwicklerlegende Suda51 (Goichi Suda, Spieledesigner und leitender Geschäftsführer des japanischen Studios Grasshopper Manufacture) hört auf den netten Namen Killer is Dead und wer sich schon mal ein bisschen mit den Games von Grasshopper beschäftigt hat, kennt bestimmt Killer 7, die No More Heroes-Serie, Lollipop Chainsaw oder Shadows of the Damned. Bei unserer Recherche zum exzentrischen Suda, der im Rahmen seiner Promotion-Tour zu Killer 7 bei diversen Präsentationen mit einer Lucha-Libre-Maske auftauchte, entdeckten wir übrigens ein pikantes Detail in seinem Lebenslauf: So arbeitete der gute Mann zunächst in einem Bestattungsunternehmen, bevor er zwischen 1992 und 1993 beim Videospielentwickler Human Entertainment anheuerte, um an Super Fire Pro Wrestling 3: Final Bout aus der Fire Pro Wrestling-Serie mitzuwirken.

Durchgeknallte Videospielkunst

Laut einem Interview im nordamerikanischen Game Developer Magazine (für qualifizierte professionelle Spieleentwickler war die monatliche Publikation kostenfrei, das Magazin wurde dieses Jahr jedoch eingestellt) mochte Suda51 seinen Job als Leichenbestatter nicht besonders gerne, doch die Materie scheint ihn auch in der darauf folgenden Zeit als Entwickler weiterhin verfolgt zu haben. Übersinnliche Ereignisse, fiese Monster und Dämonen kommen nämlich in fast allen Games des außergewöhnlichen Designers vor, meistens sogar als grundlegende Essenz für Story und Spielinhalt. Killer is Dead macht da keine Ausnahme und beginnt direkt mit einem verstörenden Intro: Eine Pianistin sitzt an ihrem Klavier und spielt ein liebliches Lied, als ein oberhässlicher Super-Dämon erscheint und der Dame ihre künstlerischen Fähigkeiten raubt.

Megacool: Der Held des Spiels umgibt sich gerne mit schönen Frauen und hört auf den exzentrischen Namen Mondo Zappa. Quelle: PC Games Megacool: Der Held des Spiels umgibt sich gerne mit schönen Frauen und hört auf den exzentrischen Namen Mondo Zappa. Der finstere Bösewicht plant, mit bestimmten Tönen und Frequenzen die Welt in eine Hölle zu verwandeln, in der Aggressivität und Gewalt den Alltag der Menschen beherrschen sollen. Dabei hat der Fiesling aber nicht mit Mondo Zappa gerechnet, der für ein Spezialunternehmen arbeitet, in dem es um die Beseitigung von Monstern aller Art geht. Menschen, die von Dämonen bedroht werden oder die ein Monsterversteck in der Nachbarschaft vermuten, dürfen sich vertrauensvoll an die illustre Truppe rund um Mondo wenden und kön nen sich nach dem Unterschreiben einer entsprechenden Vernichtungsvereinbarung gemütlich zurücklehnen, während Zappa mit Katana und einem modifizierten, schussfähigen Cyborg-Arm den Auftrag erledigt. Wie schon bei Killer 7 wählt Suda51 eine Mischung aus brillanten Dialogen und völlig absurden Wendungen, um die Hintergrundgeschichte zu erzählen. Verrückte, an Twin Peaks erinnernde Passagen wechseln sich mit emotionalen Sequenzen ab, was letztendlich durch eine Slapstick-Szene abgeschlossen wird.

Teilweise bleibt man völlig entgeistert und mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen, bemerkt kaum die darauffolgende Ladezeit und befindet sich im nächsten Moment auch schon wieder mitten in einem heftigen Schwerkampfgefecht gegen absolut groteske Monsterhorden. So bekommt ihr es im Spielverlauf mit einer russischen Dampflok zu tun, die euch mit ihren Augäpfeln attackiert. In einem japanisch angehauchten Level lauern euch Cyborg-Ninjas auf und nur wenige Meter weiter müsst ihr auch noch Cyborg-Samurais bekämpfen. Darüber hinaus trefft ihr auf Aliens, einen mutierten Wissenschaftler und besucht eine Villa auf dem Mond!

Einfach (und) spektakulär

Das Kampfsystem ist zweckmäßig und funktioniert gut, gewinnt aber sicher keine Innovationspreise. Per Tastendruck wird ein einfacher Block ausgeführt. Sollte nun eine gegnerische Attacke erfolgen, könnt ihr aus dem Block heraus einen mächtigen Konterangriff starten. Daneben ist auch eine schnelle Ausweichbewegung machbar und wie es sich für ein ordentliches japanisches Actiongame gehört, sorgt die eine oder andere Zeitlupensequenz für eine spektakuläre Präsentation der einzigartigen Schwertkunst Mondo Zappas. Der Held ist ein wahrer Meister im Zerlegen von Feinden und zelebriert sein Können auf höchst stylishe Weise. Auf größere Entfernungen lassen sich die Kontrahenten übrigens auch ganz vorzüglich mit einer Art Kanone an Mondos kybernetischem Arm aufs Korn nehmen. Insgesamt ein Dutzend Levels sorgen für einen ordentlichen Umfang und mindestens zehn Stunden Spielspaß – klare Kaufempfehlung für alle Katana-Fans!

Meinung

Wertung zu Killer is Dead (PS3)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Abgefahrene Optik im Cel-Shading-StilHervorragende PräsentationGenialer, atmosphärischer Soundtrack
Einige Passagen wirken zu abstrakt

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk