Kill.Switch

Test Bernd Holtmann

Hinter Kränen, Säulen, Wänden oder – wie hier – hinter Kisten können Sie prima in Deckung gehen. Hinter Kränen, Säulen, Wänden oder – wie hier – hinter Kisten können Sie prima in Deckung gehen. Sind Sie schon mal zu spät ins Kino gekommen? Wenn das passiert, muss man sich oft die verpassten Szenen irgendwie zusammenreimen. Ähnlich ging es uns, als wir Namcos aktuellen Shooter kill.switch testeten. Das Spiel fängt gleich mit einem Tutorial an - dort lernen Sie neben akkuraten Schusstechniken auch, in Deckung zu gehen oder seitlich Gegnern auszuweichen. Storytechnisch tappen Sie aber nach wie vor im Dunkeln. Das ändert sich selbst nach ein paar Missionen nur bedingt. Sie wissen weder, wo Sie sind, noch, warum Sie überhaupt dort sind. Ist das schlimm? Bei einem Rollenspiel oder Adventure wäre die Antwort: ja, sogar unverzeihlich. Da es sich aber um einen Shooter handelt, sieht Namco das sehr locker, drückt Ihnen Waffen in die Hand und setzt Sie ohne weitere Vorbereitung oder ausführliche Briefings mitten im Kampfgetümmel aus - mal auf einem verlassenen Marktplatz, einem Gebäudekomplex in Fernost, einem Bunker oder einer Ölplattform. Nur langsam begreifen Sie, dass Sie in kill.switch den Bösen in die Hand spielen: Kryptische Funksprüche lassen Sie mutmaßen, dass die Drahtzieher der Missionen einen Krieg anzetteln wollen.

Mission: Possible
Die Missionsziele sind durchweg simpel, die Levels linear gestaltet und die Etappenziele deutlich sichtbar markiert - nur der Weg dorthin wird von einer Menge Kisten, Gerätschaften und feindlichen Soldaten versperrt. Die künstliche Intelligenz der Gegner lässt sich nach den ersten Schusswechseln schnell vorhersagen. Sie müssen nur rechtzeitig hinter den zahlreichen Kisten, Wänden und Geräten in Deckung gehen und die Angreifer peu à peu mit Granaten, Scharfschützengewehr oder einer Maschinenpistole erledigen.

Und das soll schwer sein ?
Nur an wenigen Stellen wird das Spiel zum stressig schwierigen Shooter - zum Beispiel wenn Sie unter Zeitdruck von einer zuvor verminten Bohrinsel türmen müssen. Leider sind solche Situationen nicht die Regel und Soldaten tauchen immer an der gleichen Stelle auf. Das reduziert den Wiederspielwert auf ein Minimum. Schade. kill.switch ist ein unterhaltsamer, nicht besonders schwerer und recht kurzer Action-Shooter. Mit Taktik hat das Spiel so wenig zu tun wie der Finanzminister mit Unterwasser-Ballett. Man muss Namco allerdings zu Gute halten, dass das Schuss- und Deckungssystem besonders gut ausgeklügelt ist. Mit etwas Feintuning, zum Beispiel bei der Kameraführung, gibt es genug her, um einen Nachfolger ins Leben zu rufen. An der Gegner-Intelligenz, den nicht zusammenhängenden Missionen und der fast abwesenden Storyline sollte man bei Teil 2 allerdings verstärkt arbeiten - sollte es ihn tatsächlich einmal geben.

Bildergalerie: Kill.Switch
Bild 1-3
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Wertung zu Kill.Switch (PS2)

Wertung:

70 /10

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