Bei manchen Spielen ist es ein wahres Wunder, dass sie es zu einer Fortsetzung bringen. Der erste Teil von Kao the Kangaroo war weder spielerisch noch kommerziell ein Hit. Trotzdem kommt über den österreichischen Publisher JoWood der zweite Teil für den Game-Cube. Mit dem Vorsatz, nun alles besser zu machen, servieren die Entwickler von Tate Multimedia ein zeitgemäßes Hüpf-abenteuer mit dem Känguru, das vor allem durch seine Boxhandschuhe für schlagkräftiges Aufsehen sorgt. Diesmal muss Kao entführte Tiere befreien, die von einem skrupellosen Jäger und seinen Helfershelfern gefangen genommen wurden und verkauft werden sollen.
Im Busch nichts Neues
Die Entwickler gingen bei der Konzeption kein Risiko ein und orientierten sich weit-gehend an der Spielmechanik der Genrekollegen. So läuft und hüpft Kao durch die verschiedensten 3D-Umgebungen, sammelt fleißig Münzen, Sterne und Edelsteine und setzt sich mit jeder Menge fieser Gegner auseinander, die ihm an den Kragen wollen. Diese besiegt er mit seinen Fäusten, die dank der riesigen Boxhandschuhe meistens treffen, und seinem Bumerang, der ihm als Fernwaffe dient. Aber Kao betritt nicht nur klassische Jump&Run-Pfade, sondern erhält auch andere Aufgaben: So gilt es, Rennen zu fahren, mit dem Skateboard durch Abschnitte zu düsen oder bestimmte Dinge innerhalb eines Zeitlimits einzusammeln. Zeitweilig verwendbare Fähigkeiten wie Fliegen oder schnelleres Laufen erlangt Kao durch Items. Dennoch liegt der Fokus des Titels klar auf den Hüpf-elementen - und das ist gut so. Unterm Strich bleibt ein technisch solides, spielerisch nettes und kinderfreundliches Jump & Run, das vor allem wegen seines Preises eine attraktive Alternative zu aktuellen Konkurrenzprodukten ist.
