Der Tuning-König
Womit wir auch schon bei den Fahrzeugen wären. Insgesamt gibt es bei Juiced acht Rennklassen mit insgesamt 47 verschiedenen Fahrzeugen. Jedes Auto kann in der Garage zudem ordentlich getunt werden - sowohl optisch als auch leistungstechnisch. Damit die Tu-ningmaßnahmen möglichst au-then-tisch wirken, sicherte man sich die Unterstützung namhafter Hersteller. Der Spieler baut sich daher während des Spiels nicht irgendwelche Federn ein, sondern zum Beispiel Original-Eibach-Stoßdämpfer made in Germany. Griffige Rennreifen oder schmucke 18-Zöller-Felgen kommen somit auch nicht vom No-Name-Hersteller aus Fernost, sondern von Pirelli oder BBS. Die Anzahl der verschiedenen Tuningteile ist so groß, dass sich laut Acclaim insgesamt knapp 87 Milliarden (eine Zahl mit neun Nullen) verschiedene Ausstattungskombinationen ergeben können! Tuning-Freaks kommen bei Juiced voll auf ihre Kosten.
Nicht alles Gold, was glänzt
Einziger Wermutstropfen an den vielen Autos und den schier unbegrenzten Einstellmöglichkeiten ist die Tatsache, dass die Programmierer dabei anscheinend die Fahrbarkeit einiger Boliden komplett vernachlässigt haben. Während sich die meisten PS-Schleudern äußerst realistisch über die Kurse scheuchen lassen, sind andere Autos, vor allem die amerikanischen Mus-cle-Cars und die höherklassigen Japanese Super Cars, kaum noch zu bändigen und nur mit äußerst viel Gefühl überhaupt auf der Straße zu halten. Dass beispielsweise ein 69'er Dodge Charger mit mehr als 400 PS keineswegs ein gutmütiges Alltagsauto ist, sollte jedem klar sein. Dass man mit einem modernen Honda NSX aber aufgrund des äußerst schwam-migen Fahrverhaltens kaum schneller unterwegs sein kann als mit einem getunten Opel Corsa, ist dagegen fast schon ein Witz.
Coole Schlitten - Coole Optik
Bei der Technik haben sich die Entwickler dagegen keine Schnitzer erlaubt und so braucht sich Juiced nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die Autos sehen sehr gut aus und überzeugen mit herrlich vielen Details, vor allem bei den aerodynamischen Anbauteilen. Die Glanz- und Spiegeleffekte der Boliden sind ebenfalls gelungen und so wirken ge-rade die Rennen bei Sonnenuntergang sehr idyllisch. Die Hintergrundgrafik steht dem in nichts nach. Die Gebäude und Objekte rund um die Strecke sehen klasse aus und die sorgfältig ausmodellierten Randsteine zeigen die Detailverliebtheit der Programmierer. Dass Juiced dabei auch noch mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde läuft - Ruckler sieht man eher selten -, erfreut das Rennfahrerherz. Einzig der komplette Verzicht auf die aus NfS Underground bekannten Neonlichter-Effekte ist schade. Hierdurch hätte man einige Nachtstrecken noch einzigartiger und abwechslungsreicher gestalten können. Die Musikuntermalung, eine bunte Mischung aus Hip-Hop- und Pop-Liedern, ist sicherlich Geschmackssache - besser oder schlechter als bei der Konkurrenz ist sie jedenfalls nicht.
Sechs Fahrer sollt ihr sein
Neben einem Splittscreen-Modus für zwei Spieler (leider ohne Computergegner) gibt es ferner noch eine System-Link- und Xbox-Live-Unterstützung. Dadurch können bis zu sechs menschliche Fahrer gleichzeitig fahren. Neben den Show-Events und den üblichen Rennen, bei denen jeder für sich fährt, weiß vor allem der Team-Modus zu gefallen: Hier treten zwei Teams mit jeweils maximal drei Fahrern an und müssen noch während der Rennen ihre gemeinsame Renntaktik absprechen.
